Studentische Gruppe der Linken: »Islamistische Personen« Kritik an Ausstellung in der Universität

Bielefeld (WB/sas). Für Kritik sorgt eine Ausstellung der Hochschulgruppe Diwan in der zentralen Halle der Universität. Sie umfasst die Porträts von zumeist bereits verstorbenen Philosophen, Dichtern und Politikern der islamischen Welt. Die studentische Gruppe der Linken bewertet diese Ausstellung auf ihrer Facebook-Seite als islamistisch.

An dieser Ausstellung der Hochschulgruppe Diwan in der zentralen Halle der Uni gibt es heftige Kritik.
An dieser Ausstellung der Hochschulgruppe Diwan in der zentralen Halle der Uni gibt es heftige Kritik. Foto: Pierel

Einige der Dargestellten seien »Antisemiten, Faschisten und Wegbereiter von ISIS und Al Qaida«. Beispielhaft nennt die studentische Gruppe der Linken Hasan al-Banna (Gründer der Muslimbruderschaft), Necmettin Erbakan (Milli Görüs-Führer) oder Korankommentator Maududi und veröffentlicht als Beleg Zitate von ihnen.

Die Universitätsleitung sieht aber keinen Grund, gegen die Schautafeln vorzugehen: Sie bekennt sich ausdrücklich zur Meinungsfreiheit als konstitutivem Element der Demokratie. Eingetragenen Hochschulgruppen wie Diwan sei das Plakatieren erlaubt. Plakate und Ausstellungen würden nur entfernt, wenn sie einen strafbaren Inhalt hätten. »Diwan hat den gesetzten Rahmen nicht verlassen.« Die Ausstellung sei daher zu tolerieren.

Kommentare

Religiöses habe ich an der Uni auch nicht so gerne, aber...

"Es gibt keine politikfreien Räume", sagte einmal eine Politologin zu mir. Es wird immer irgendwo nach Entmachtung, Ermächtigung, Emanzipation, Gleichberechtigung als soundso oder einfach nach Geld gestrebt.
Es ist vielleicht ein bisschen merkwürdig, wenn nicht nach Fächern oder fachlichen Leistungen, sondern nach der Religionszugehörigkeit ausgestellt wird. Es gab vor einiger Zeit auch eine Ausstellung zu "jüdischen Mathematikern" in der Bibliothek: Möglicherweise tut es den Denkern sogar selber etwas Gewalt an, da ihre Religion oder Ethnie im Gegensatz zu ihren fachlichen Bemühungen in den Vordergrund gerückt wird. Die Message soll vielleicht sein: "Schau, was Juden wie Emmy Nöther und Herrmann Minkowski für die Wissenschaft geleistet haben und wie schlimm Deutschland mit den Juden umgegangen ist!" Brauchen wir solche Präsentationen womöglich noch, um den Juden ihre Arbeitsplätze nicht weiter streitig zu machen? Was soll man in Deutschland gegen Religion und gegen Missionare gleich welcher Couleur argumentieren, wo Institionen wie theologische Fakultäten an staatlichen Unis etabliert sind? Wer schmeißt Paul Gerhardt aus dem Evangelischen Gesangbuch, weil er seine Unterschrift zum Brandenburgischen Toleranzedikt verweigerte? Wieviel Judenfeindlichkeit und Islamophobie auch in verschiedenen christlichen Traditionen gesteckt hat und sicher noch immer steckt! Der Religion haftet leider immer das Heilige an, weswegen zumindest die Gläubigen es mit der Kritik an Theologen und der Emanzipation von ihnen sicher oft nicht ernst genug nehmen.

Weg damit!

Die Meinungsäußerung hat auch Grenzen, andere dürfen auch keine Bilder von Radikalen aufhängen. Die Uni sollte sich politisch neutral aufstellen und im Zweifel solche Austellungen nicht genehmigen. Schnellstmöglich entfernen. Wir sind doch auf keiner politischen Bühne.

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