Vor allem Flugpassagiere könnten am Mittwoch Probleme bekommen Warnstreiks treffen Pendler und Familien – und gehen weiter

Düsseldorf/Bielefeld (dpa). Die Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben vielen Pendlern, Reisenden und Eltern in Nordrhein-Westfalen Improvisationstalent abverlangt.

Tausende streikten am Dienstag in Bielefeld.
Tausende streikten am Dienstag in Bielefeld. Foto: Hans-Werner Büscher

In vielen Städten blieben nach Gewerkschaftsangaben Busse und Bahnen im Depot. Auch Kitas blieben geschlossen. Von den Warnstreiks betroffen waren laut Gewerkschaft Verdi aber auch viele andere Bereiche des öffentlichen Dienstes, etwa Müllabfuhren, Sparkassen, Stadtverwaltungen, Jobcenter und kommunale Krankenhäuser. Insgesamt haben Verdi zufolge rund 28.000 Beschäftigte in NRW ihre Arbeit niedergelegt.

Für unzählige Arbeitnehmer hieß es deshalb am Dienstagmorgen »Umsteigen« – auf den Wagen, die Deutsche Bahn oder das Fahrrad. Spürbar mehr Berufstätige wechselten auf das Auto.

Die Gewerkschaft hatte in rund 50 NRW-Städten dazu aufgerufen, die Arbeit den ganzen Tag niederzulegen. Am Mittwoch sollen weitere Warnstreiks in mehr als 50 Städten folgen.

Betroffen sind auch die Flughäfen Köln/Bonn und Dortmund. Die Lufthansa kündigte massive Ausfälle für den Tag an. Der Flughafen Köln/Bonn rechnete mit »erheblichen Beeinträchtigungen«, von 276 geplanten Flügen werden Verdi zufolge 91 Flüge gestrichen.  Auch Paderborn-Lippstadt ist betroffen, weil in München gestreikt wird.

Am Dienstag unterstrich die Gewerkschaft nochmals ihre Forderungen in dem Tarifkonflikt. Verdi-Chef Frank Bsirske lehnte das Angebot der Arbeitgeber erneut deutlich ab. »Das ist eine Geringschätzung, die nicht zu akzeptieren ist«, sagte er am Dienstag in Düsseldorf bei einer Kundgebung vor rund 10.000 Gewerkschaftsmitgliedern.  In Bielefeld demonstrierten nach Polizeiangaben rund 6000 Menschen. Sie kamen aus dem Münsterland und Ostwestfalen-Lippe. Am Mittwoch sind Kundgebungen in Dortmund und Köln geplant.

In dem Tarifkonflikt verlangen die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften ablehnten. Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt sprach von einer »Provokation«. Die Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag (28. April) in Potsdam weiter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.