Japaner halten nun 75 Prozent am Werkzeugmaschinenhersteller – Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag beantragt – Hauptversammlung verschoben
DMG Mori AG: Kapitza legt Vorstandsvorsitz nieder

Bielefeld (WB). Überraschung bei der DMG Mori AG (früher Gildemeister): Der langjährige Vorstandsvorsitzende des Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori AG, Dr. Rüdiger Kapitza (61), hat heute sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt.

Mittwoch, 06.04.2016, 14:53 Uhr aktualisiert: 07.04.2016, 11:20 Uhr
Rüdiger Kapitza (links) und Masahiko Mori stehen 2013 gemeinsam am Stand auf der EMO in Hannover. Foto: Mike-Dennis Müller

Kapitza werde auch nicht, wie es einmal angedacht war,  in den  Aufsichtsrat des bisherigen japanischen Partners mit dem fast gleichlautenden Namen DMG Mori Co wechseln. Das betonte am Mittwochabend Pressesprecherin Tanja Figge. »Dr. Kapitza hat alle Ämter niedergelegt. Er wird operativ nicht mehr für den Konzern tätig sein.« 

Hintergrund: Der japanische Partner DMG Mori Co. hat seinen Anteil am Bielefelder Konzern auf 75 Prozent aufgestockt und nun einen Gewinn- und Beherrschungsvertrag beantragt. Mit dem geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag rückt die geplante Fusion der beiden Konzerne ein großes Stück näher. »Die Gesellschaften werden nun Gespräche über den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages aufnehmen«, heißt es. Aktuell tage der Aufsichtsrat. Mit einem Gewinnabführungsvertrag würde sich die DMG Mori AG verpflichten, ihren Gewinn an die Japaner, die ihren Sitz in Nagoya haben, abzuführen.

Kaptza scheide im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat aus dem Vorstand aus, teilte DMG Mori am Nachmittag mit. Nach über 40-jähriger Berufstätigkeit beendet der 61-Jährige seine operative Tätigkeit. Er mache den Weg frei für eine personelle Neuausrichtung, die der geänderten Aktionärsstruktur mit dem japanischen Großaktionär Rechnung trage, hieß es. Kapitza war mehr als 20 Jahre Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft und insgesamt gut 30 Jahre im Unternehmen tätig.

Vor diesem Hintergrund habe sich die DMG Mori AG auch entschlossen, die für den 6. Mai 2016 einberufene Hauptversammlung auf einen späteren Termin zu verschieben. Die Hauptversammlung muss dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zustimmen, was wohl reine Formsache wäre. Denn über die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit verfügen die Japaner ja nun. Zuletzt besaßen sie 61 Prozent der Aktien.

DMG Mori AG und DMG Mori Co arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen.

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