Initiative »Geflüchtete Willkommen in Bielefeld« übergibt 400. Paket mit Grundausstattung Nützliches für den Alltag

Bielefeld (WB). Sechs Flüchtlinge können sich seit gestern ein Stückchen mehr in ihrer neuen Umgebung wohlfühlen: Vier Syrer und zwei Inder, die in Bielefeld um Asyl ersuchen, bekamen so genannte Willkommenspakete.

Von Volker Zeiger
Über die Willkommenspakete der Initiative »Geflüchtete Willkommen in Bielefeld« freuen sich Geber und Nehmer (von  links): Mehmet Turan, Nita Patel, Sittiye Kurnaz, Schawad Abdo, Michael Gugat, Shirin, Nacah und Alan Abdo, Klaus Rees sowie Truschar Patel.
Über die Willkommenspakete der Initiative »Geflüchtete Willkommen in Bielefeld« freuen sich Geber und Nehmer (von links): Mehmet Turan, Nita Patel, Sittiye Kurnaz, Schawad Abdo, Michael Gugat, Shirin, Nacah und Alan Abdo, Klaus Rees sowie Truschar Patel. Foto: Volker Zeiger

Das für die syrische Familie zusammengestellte Paket war das 400., das von der Privatinitiative »Geflüchtete willkommen in Bielefeld« zusammengestellt wurde. Es enthält genau wie der andere Karton für die beiden Inder das Notwendigste, was ein Haushalt benötigt. Auspacken konnten die seit gerade drei Wochen in einem leerstehenden Haus in Brake lebenden Asylbewerber nun Geschirr, Bestecke, Kochtöpfe, Tee- oder Kaffeekannen, Geschirrtücher in genügender Zahl auf die Familiengröße abgestimmt.

Neben den entsprechend einer Packliste für alle Empfänger gleichen Utensilien enthielten die Pakete auch Kartenspiele, einen Stadtplan von Bielefeld, Wörterbücher, Schreibwerkzeug und sogar Einkaufsgutscheine. Persönlich gehaltene Willkommensgrüße und Angebote von Bielefeldern, die einer Flüchtlingsfamilie helfen möchten, befinden sich ebenfalls in den Kartons, berichten Klaus Rees und Michael Gugat, die sich in der Initiative engagieren.

Viel Unterstützung

Seit Beginn der Aktion in diesem Frühjahr stellt die Recyclingbörse die Utensilien, die weitergegeben werden sollen, zusammen. Viele Bielefelder unterstützen die Wiederverwerter. »Es ist enorm, was uns die Menschen vorbeibringen«, sagt Michael Gugat. Er betont gleichzeitig: »Vieles müssen wir aber auch aussortieren«, weil es unbrauchbar sei.

Die Empfänger vermittelt Mehmet Turan von der Flüchtlingsbetreuung der Stadt Bielefeld. Der gebürtige Kurde gilt als wichtiger Ansprechpartner vor allem bei jenen Syrern, die kurdisch sprechen wie die Familie Abdo, die zuletzt in der Nähe von Aleppo lebte. Sie floh vor vier Monaten, kam in einem Lager in der östlichen Türkei unter.

Familie getrennt

Hier habe die Familie beschlossen, dass sich »zuerst die Jüngeren und die Mutter« nach Deutschland begeben. Der Ehemann und vier Geschwister blieben in dem Lager zurück – so schilderte Mehmet Turan die Situation. Die Mutter, ihre Schwiegertochter und zwei ihrer Söhne kamen nach »langen, langen Märschen« durch die Türkei und über die Balkanroute nach Deutschland. In Ungarn seien sie festgehalten und misshandelt worden, berichtete einer der Söhne.

Die Familie sei froh, »dass wir hier sind und in Ruhe leben könnnen«, sagte die Mutter Nacah Adbo. Die Asylbewerber bewohnen ein Haus mit vier Zimmern, das von der Stadt renoviert, mit Herd, Kühlschrank, Betten, Schränken ausgestattet wurde. Eins der Zimmer haben die Inder Trushar und Nita Patel. Ihnen sei ihr Agrarland weggenommen worden, sagen sie. Mit den Glaubensrichtungen gebe es keine Probleme erklärt unterdessen Mehmet Turan: »Hindus und Moslems verstehen sich«. 

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