Streit um Insolvenzantrag Verein IBZ: Vorstand tritt zurück

Bielefeld (WB). Der Streit um den Insolvenzantrag des Vereins IBZ-Friedenshaus hat jetzt auch personelle Konsequenzen. Der vierköpfige Vorstand kündigt geschlossen seinen Rücktritt an. Im September wählen die Mitglieder einen neuen Vorstand. 

Von Stefan Biestmann
In dem roten Backsteingebäude an der Ecke Teutoburger Straße/Webereistraße hat das Internationale Begegnungszentrum Friedenshaus seinen Sitz. Auf drei Etagen gibt es Seminar- und Gruppenräume sowie Büros.
In dem roten Backsteingebäude an der Ecke Teutoburger Straße/Webereistraße hat das Internationale Begegnungszentrum Friedenshaus seinen Sitz. Auf drei Etagen gibt es Seminar- und Gruppenräume sowie Büros. Foto: Hans-Werner Büscher

Bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend stimmten die mehr als 100 Teilnehmer zudem dafür, drei Arbeitsgruppen einzusetzen. Sie sollen sich mit der finanziellen Situation des Internationalen Begegnungszentrums, der Suche nach einem neuen Vorstand sowie der Überarbeitung der Satzung und der Organisationsstruktur des Vereins befassen.

Der Vorschlag für die Arbeitsgruppen kommt vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Dachverband des IBZ. Auf dessen Initiative wurde zudem ein siebenköpfiger Unterstützerkreis gebildet. Einig waren sich alle Mitglieder darin, dass der Verein weitergeführt werden müsse.

Das IBZ an der Teutoburger Straße sei gerade jetzt als Ort der Begegnung und Bildung wichtig, heißt es. Der Verein führe unter anderem Deutschkurse für Flüchtlinge und Migranten durch. Diese Kurse dürften angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht gefährdet werden.

Vorstandsmitglied Gabriele Schmiegelt-Uzunömeroglu hatte damals den Insolvenzantrag gestellt. Andere Vorstandsmitglieder hatten sie dafür kritisiert und von einem »Alleingang« gesprochen. Aufgrund der Differenzen im Vorstand schlug Insolvenzverwalter Andreas Stratenwerth jetzt vor, einen neuen Vorstand zu wählen.

Neuanfang mit Experten

Die vier Vorstandsmitglieder willigten ein. »Der Vorstand ist nicht mehr handlungs- und entscheidungsfähig. Deswegen machen wir Platz für einen Neuanfang«, sagt Gabriele Schmiegelt-Uzunömeroglu. Ihre Kontrahentin Elif Kaya, ebenfalls Vorstandsmitglied, spricht von einer unbefriedigenden »Patt-Situation« in dem Gremium: »Die Kluft ist zu groß. Wir brauchen jetzt einen Vorstand mit neuer Energie.«

Einigkeit herrscht darüber, dass man bei der Suche nach Vorstandsmitgliedern auf Mitglieder mit Expertenwissen setzen wolle. »Wir sind im Vorstand Laien. Juristische Kenntnisse und Wissen über Finanzierungsmöglichkeiten sind aber dringend erforderlich«, meint Gabriele Schmiegelt-Uzunömeroglu.

Am 18. September soll der neue Vorstand gewählt werden. Dann präsentieren auch die Mitglieder der Arbeitsgruppen erste Ergebnisse. Elif Kaya und Gabriele Schmiegelt-Uzunömeroglu betonen unisono: »Uns allen geht es jetzt um den Erhalt des IBZ.«

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