Flüchtlingsunterkunft in Volkening-Sporthalle: 250 Bürger kommen zur Info-Veranstaltung Stadt wirbt um Vertrauen

Bielefeld (WB). Dass eine Notunterkunft für Flüchtlinge in ihrer Grundschulsporthalle eingerichtet werden soll, hat viele Eltern der Volkeningschule verunsichert. Gestern Abend sollten ihre Bedenken bei einer Info-Veranstaltung ausgeräumt werden. 250 Bürger, darunter auch viele Nachbarn der Schule, kamen.

OB Pit Clausen (von links), Moderatorin Susanne Tatje, Rathaus-Dezernentin Anja Ritschel und Ingo Schlotterbeck (ASB).
OB Pit Clausen (von links), Moderatorin Susanne Tatje, Rathaus-Dezernentin Anja Ritschel und Ingo Schlotterbeck (ASB). Foto: Thomas F. Starke

Oberbürgermeister Pit Clausen bekräftigte, es sei ein Gebot der Menschlichkeit, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, »aber nicht alle, die kommen, haben einen Asylgrund in der Tasche. Ungefähr die Hälfte muss wieder zurück.« Jeder jedoch habe das Recht auf ein ordentliches Verfahren.

Turnhallen als Notquartiere seien immer nur eine Übergangslösung. »Wir haben konkret eine Gewerbeimmobilie im Blick, die wir spätestens in zwei Monaten zur Unterbringung von mindestens 200 Flüchtlingen nutzen möchten«, sagte Clausen. Ingo Schlotterbeck vom Betreiber Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erläuterte, dass Helfer seiner Organisation in der Volkeninghalle nicht rund um die Uhr anwesend sein werden. Sicherheitskräfte und medizinische Helfer seien dagegen 24 Stunden vor Ort.

Als Ausweichquartier für 200 Menschen eingerichtet wurde die Halle der Volkeningschule, als am Dienstag vergangener Woche 1400 Flüchtlinge ein Schlafquartier benötigten. Doch die Erstaufnahmeeinrichtung in Brackwede, der Oldentruper Hof und die Sporthallen am Carl-Severing-Berufskollegs konnten die Menschen kaum noch aufnehmen.

Aktuell mussten in Bielefeld in der Nacht zu Montag 1165 Menschen untergebracht werden. Es gab 548 Neuzugänge. In den Sporthallen an den Berufskollegs übernachteten 340 Menschen. Die Volkeninghalle ist derzeit noch leer.

Diese Fragen hatten die Bürger:

Welche Flüchtlinge werden untergebracht?

Schlotterbeck: Wir wollen möglichst Familien in der Halle unterbringen.

Warum muss das Notquartier in einer Grundschule eingerichtet werden?

Clausen: Es musste ein Ort in der Nähe der Ausländerbehörde ZAB sein. Dezernentin Anja Ritschel: Der oft ins Gespräch gebrachte Praktiker-Baumarkt an der Detmolder Straße kann nicht genutzt werden, weil es schon eine Folgenutzung gibt.

Wie können Bürger helfen?

Clausen: Die Leute bleiben nur kurz. Aber es gibt 1200 Flüchtlinge, die länger bleiben. Da ist ehrenamtliche Hilfe gefragt.

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