Hochlandrind-Nachwuchs im Tierpark Olderdissen soll bald wieder zur Herde zurückkehren Kälbchen Kelly übersteht Befall mit Fliegenmaden

Bielefeld (WB). Mit den anderen Tieren auf der Weide stehen darf Kelly McMinn noch nicht wieder, doch im Stall ist das sieben Wochen alte Hochlandrind-Kälbchen wieder munter unterwegs. Das verdankt es vor allem auch dem Einsatz des Tierpflegerteams im Heimattierpark Olderdissen, das es nach einem Befall von Fliegenmaden versorgt hat.

Das Kälbchen ist gut an dem blauen Fleck im rotbraunen Zottelfell zu erkennen. Dieser stammt vom so genannten Blauspray, mit dem Wunden antibiotisch behandelt werden. Mutter Greta ist immer in der Nähe.
Das Kälbchen ist gut an dem blauen Fleck im rotbraunen Zottelfell zu erkennen. Dieser stammt vom so genannten Blauspray, mit dem Wunden antibiotisch behandelt werden. Mutter Greta ist immer in der Nähe. Foto: Thomas F. Starke

Im 20. Juni hat Kuh Greta das Kälbchen Kelly McMinn zur Welt gebracht. Den Namen haben die Pfleger dem noch jungen Exemplar der Rinderart aus dem schottischen Hochland mit dem zottigen, rotbraunen Fell gegeben. Bis Mitte Juli entwickelte sich die Kleine auch prächtig, lief munter umher und trank eifrig am Euter von Mutter Greta.

Fliegenmaden in der Haut

»Doch eines morgens lag Kellly am Zaun und kam auch nicht angelaufen, als es Futter gab. Da bin ich sofort misstrauisch geworden«, erzählt Tierpflegerin Christine Meyer. Sie nahm das Kälbchen in Augenschein und war erschrocken über den Anblick, der sich ihr bot, als sie das lange Fell zur Seite strich. Denn auf einer etwa zwei Hände großen Fläche am seitlichen Rücken zeigte sich eine entzündete Wunde, auf der sich Fliegenmaden breit gemacht und sich in der Haut eingenistet hatten. »Vermutlich hat sich das Kalb einen kleinen Kratzer zugezogen, in den Fliegen dann ihre Eier gelegt haben.

Bei der enormen Hitze zu dieser Zeit haben diese sich rasant entwickelt. Und unter dem Fell war das nicht zu erkennen«, sagt Olderdissens Cheftierpfleger Markus Hinker. Sofort wurden die Maden entfernt und ein Tierarzt alarmiert, der den Bereich antiseptisch behandelte und das Kälbchen außerdem mit einem Anti-Fliegen-Mittel versorgte. Wäre dies nicht rasch geschehen, hätte Kelly an den Folgen der Infektion und dem Madenbefall sterben können, so Markus Hinker.

Ausscheidungen der Fliegen sind giftig

Denn die Ausscheidungen der Fliegen sind für Rinder giftig und können zu schweren Leberschäden führen.Damit das Kälbchen bis heute wieder fast komplett genesen konnte, war jedoch noch mehr notwendig. Zusammen mit ihren Kollegen Luisa Schmidt und Sebastian Bleich kümmerte sich Christine Meyer besonders intensiv um Kelly McMinn. Jeden Tag säuberten die Tierpfleger die Wunde, entfernten abgestorbene Hautreste und desinfizierten die Stelle.

Morgens und abends insgesamt eine Stunde sorgte sie sich um das Tier. Dabei verwendeten sie auch so genanntes Blauspray, das bis auf weiteres noch jeden Tag auf die Wunde gesprüht wird. Benannt ist dieses antibiotische Spray nach seiner auffälligen blaugrünen Farbe, die es sofort ersichtlich macht, wenn ein Tier damit behandelt wird.

Getrennt von der Herde

Um keine Unruhe in die Herde zu bringen und das Kälbchen besser behandeln zu können, wurde es zusammen mit Mutter Greta und einer weiteren Kuh im umzäunten Bereich vor dem Stall abgesondert. Auch jetzt noch steht das Trio in dieser zeitweisen »Krankenstation«. Wann es wieder zu den anderen Tieren kann, so Markus Hinker, hänge vom weiteren Heilungsprozess ab – und vom Wetter. »Wenn es in den nächsten Tagen so heiß wird, wie angekündigt, werden wir das Kalb zur Sicherheit noch separat halten, um die Wunde besser beobachten zu können«, sagt der Tierpflegemeister.

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