Bezirksregierung sieht Sportstätten als Notlösung für Flüchtlinge – sieben Fälle in OWL »Turnhallen sind Provisorien«

Bielefeld (WB/bex). Aus Platzmangel müssen viele Flüchtlinge kurzfristig in Sporthallen untergebracht werden. Die Situation in OWL ist jedoch relativ entspannt. Zum heutigen Schuljahresbeginn leben in sieben Hallen Asylbewerber. Bald werden nur noch vier Sportstätten belegt sein.

Anfang Juli war die Sporthalle am Paderborner Westfalenkolleg als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet worden (Foto). Ab kommenden Montag wird sie wieder für den Schulsport genutzt.
Anfang Juli war die Sporthalle am Paderborner Westfalenkolleg als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet worden (Foto). Ab kommenden Montag wird sie wieder für den Schulsport genutzt. Foto: Jörn Hannemann

Denn Turnhallen sollten, ebenso wie Zelte, nur in Notlagen als Unterkunft genutzt werden. »Es sind nur Provisorien, die sich  eigentlich nicht für längere Zeit als Obdach eignen«, sagt Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung Detmold.

Bielefeld

So werden zwei Sporthallen des Carl-Severing-Berufskollegs in Bielefeld  nur noch  bis zum 21.  August als Notunterkünfte für Flüchtlinge benötigt. Vom 24. August an  stünden sie wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung, teilte die Stadt am Montag mit. Seit dem 24. Juli  boten sie jeweils bis zu  200 Flüchtlingen Platz. Der Sportunterricht am Berufskolleg müsse während der ersten Tage des  Schuljahres ausfallen, Sportvereine sollen den Trainingsauftakt verschieben.

Paderborn

In  Paderborn ist  die Sporthalle am  Westfalenkolleg mit knapp 150 Flüchtlingen, vorwiegend aus den Balkanländern, belegt. Sie wird aber noch in dieser Woche geräumt: Bereits morgen verlassen die Flüchtlinge die Notunterkunft, teilte die Bezirksregierung mit. Von Montag an könne die Halle dann wieder für den Schulsport genutzt werden.

Minden

Eine Sporthalle in Minden-Häverstädt (150 Plätze)  bleibt »bis auf Weiteres«, so die Bezirksregierung, Notunterkunft für Flüchtlinge. Die Dreifachsporthalle wird von zwei Schulen genutzt, einer Real- und einer Grundschule. Für den Schulsport wechseln die Realschüler jetzt  in eine Sporthalle der Bundeswehr. Die Grundschule, die zusätzlich noch eine eigene Halle hat, kann vorläufig nur eingeschränkten Schulsport anbieten. Ganz auf Hallenzeiten in Häverstädt verzichten müssen vorläufig  Betriebssportgruppen. Die übrigen betroffenen Vereine haben in mehreren Mindener Hallen Trainingszeiten zugewiesen bekommen, die jetzt von den Abteilungen geteilt werden müssen.

Rheda-Wiedenbrück

In  Rheda-Wiedenbrück wurden am Montagabend 200 Flüchtlinge in der Sporthalle der Osterrath-Realschule erwartet. Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU) ist zuversichtlich: »Wir haben hier keine Krise, sondern wir begrüßen Gäste in unserer Stadt.« Für den Sportunterricht und die Vereine würden Ersatzlösungen erarbeitet. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Halle bis zum 31. Dezember als Asylbewerberheim genutzt werden wird.

Gütersloh

Zudem leben Flüchtlinge seit Ende Juli in zwei Turnhallen in Gütersloh, in den Stadtteilen Friedrichsdorf und Spexard. Die Kapazität liegt bei jeweils 200 Plätzen. »Diese Hallen werden aber nur für den Vereinssport genutzt, Schulen sind nicht betroffen«, sagt Moseke. Wie lange noch Flüchtlinge in den Sportstätten in OWL untergebracht werden und ob weitere Hallen hinzukommen, kann der Sprecher der Bezirksregierung nicht sagen. »Das ist mittelfristig nicht absehbar, da wir nicht genau wissen, wie  sich die Flüchtlingszahlen entwickeln.«

Zudem entscheiden die Kommunen vor Ort über die Unterbringung – sofern es sich nicht um Landeseinrichtungen handelt. So hatte das Land zunächst die Großstädte um Amtshilfe bei der Flüchtlingsunterbringung gebeten. Es folgten die großen kreisangehörigen Städte wie Gütersloh und Minden, später die mittleren kreisangehörigen Kommunen wie Rheda-Wiedenbrück. Übrigens sind nicht nur viele Schulturnhallen betroffen. In Düsseldorf ziehen jetzt Flüchtlinge in die Sporthalle der Uni um.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.