Auf dem Queller Campingplatz hüpft in Kürze das zweite Jungtier aus dem Beutel Nachwuchs bei den Kängurus

Bielefeld-Quelle (WB). 2015 ist ein gutes Känguru-Jahr – zumindest auf dem Queller Campingplatz: Nachdem dort bereits im Januar die kleine Lilly geboren worden war, kam drei Monate später ein weiteres Jungtier zur Welt. Das hat sich seitdem prächtig  entwickelt und wird den Beutel seiner Mutter in Kürze ebenfalls verlassen.

Von Markus Poch
Ganz schön schwer zu schleppen hat Känguru-Mutter Püppi inzwischen an ihrem etwa fünf Monate alten Jungen. Känguru-Vater Manni dagegen springt nach wie vor unbeschwert durch das Freigehege und beschnuppert seine Familie nur gelegentlich.
Ganz schön schwer zu schleppen hat Känguru-Mutter Püppi inzwischen an ihrem etwa fünf Monate alten Jungen. Känguru-Vater Manni dagegen springt nach wie vor unbeschwert durch das Freigehege und beschnuppert seine Familie nur gelegentlich. Foto: Markus Poch

Campingplatzchef Rolf Meyer zu Bentrup hat schon lange eine Schwäche für die australischen Beuteltiere. Seit gut zehn Jahren hält er einige Exemplare der Art Macropus rufogriseus (Bennett-Känguru), die von der Insel Tasmanien kommt. Manches Mal konnte er sich über Nachwuchs bei seinen Lieblingen freuen, doch in jüngerer Vergangenheit wollte das nicht mehr so recht klappen.

Jetzt zahlt sich die Anschaffung zweier neuer Weibchen im vergangenen Jahr aus: Maja und Püppi waren ganz nach dem Geschmack des alten Bockes Manni, der seine Gene deshalb erfolgreich an beide weitergab.

Hausmeister pflegt auch das Känguru-Gehege

Ein stückweit beteiligt am Nachzuchterfolg ist aber auch Campingplatzwart Kai Stewart: Denn der 34-Jährige, der sonst die Anliegen der Camper bearbeitet, Glühbirnen austauscht, den Rasen mäht, Klotüren repariert oder alles andere erledigt, was ein guter Hausmeister eben so macht, betreut zusätzlich den kleinen Tierpark des Platzes.

Neben verschiedenen Gänse-, Enten- und Hühnerarten versorgt er die inzwischen sieben Kängurus in ihren beiden, zusammen gut 1000 Quadratmeter großen Freigehegen, in denen sie ganzjährig leben.

Einmal pro Tag mistet er deren kleine Blockhütte aus, streut einen halben Eimer Kraftfutter in den Trog und schnippelt zudem einen Cocktail aus knackigen Obst- und Gemüsesorten zusammen, die im Hofladen aussortiert wurden.

Nur das Beste für die Hüpfer

»Die Tiere fressen fast alles – es dürfen nur keine Kerne drin sein», erklärt Kai Stewart, »denn Kängurus haben sehr empfindliches Zahnfleisch. Schon bei leichten Verletzungen kann es sich entzünden.« Eine Behandlung sei zwar möglich, aber nicht immer erfolgreich. Es seien ihnen schon Tiere an den Bakterien gestorben.

Zusätzlich gibt es täglich eine Portion Heu und sogar zweimal frisches Wasser. Das benutzen die Kängurus nicht nur zum Trinken, sondern auch zum gelegentlichen Abkühlen ihrer Vorderpfoten an besonders heißen Tagen.

Ansonsten liegen sie gerne faulenzend im Schatten der alten Buchen und Eichen. Der rege Camperverkehr rund um das Gehege stört sie wenig. Immer neugieriger und aktiver wird allerdings das inzwischen kaninchengroße Baby im Beutel seiner Mutter Püppi.

Noch ist der Beutel ein sicheres Versteck

Kai Stewart konnte beobachten, dass es das sichere Refugium sogar schon mehrfach verlassen hat: »Es bleibt aber immer dicht bei seiner Mutter, und sobald jemand kommt – schwupps – stürzt es sich wieder hinein.« Dann ragen kurzzeitig nur Schwanz und Füße aus dem Beutel heraus, bis das Baby drinnen »gewendet« hat und sein Köpfchen wieder zeigt.

In den kommenden Tagen, sobald das Jungtier den Beutel auf Dauer verlassen hat und diesen nur noch zum Trinken der Muttermilch ansteuert, will Stewart es einmal einfangen, um sein Geschlecht zu bestimmen. Danach dürfen die Kinder der Camper sich einen passenden Namen für den hüpfenden Neuling überlegen.

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