Sporthallen bleiben mindestens eine Woche über die Ferien hinaus Notunterkünfte Erstaufnahme für Flüchtlinge: Fertiger Anbau wird bezogen

Bielefeld (WB). Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Brackwede wird in wenigen Tagen bezogen. Die Sporthallen der Berufskollegs an Heeper und Flachsstraße werden aber noch mindestens bis zum 17. August, eine knappe Woche nach Schulferienende, als Notunterkünfte für Flüchtlinge benötigt.

Von Burgit Hörttrich
Zum Ende der Woche wird der Erweiterungsbau der Erstaufnahmeeinrichtung in Brackwede (Foto) mit Flüchtlingen belegt. Die Bauabnahme fand am Freitag statt.
Zum Ende der Woche wird der Erweiterungsbau der Erstaufnahmeeinrichtung in Brackwede (Foto) mit Flüchtlingen belegt. Die Bauabnahme fand am Freitag statt. Foto: Thomas F. Starke

Die Klassenräume im Maria-Stemme-Berufskolleg, in denen zurzeit bei Bedarf Familien mit kleinen Kindern untergebracht werden, wenn es  sonst keinen Platz mehr gibt, stehen aber ab 10. August wieder zur Verfügung. Der Schulsport müsse während der ersten Tage des neuen Schuljahres ausfallen, das Sportamt nehme mit den Vereinen Kontakt auf, die in den beiden Hallen trainieren. Sie sollen  den Trainingsauftakt  verschieben.

Tag der offenen Tür

Anja Ritschel, die den Krisenstab der Stadt zur Flüchtlingsunterbringung leitet, betont: »Wir brauchen einen zeitlichen Puffer, um die Erstaufnahme gewährleisten zu können.« Dies gelte so lange, bis die ausgebaute Erstaufnahmeeinrichtung am Südring komplett ihren Betrieb aufnehmen kann und die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) im ehemaligen Hotel »Oldentruper Hof« öffnet. In der Erstaufnahmeeinrichtung am Südring/Gütersloher Straße sei am Freitag die Bauabnahme für den Erweiterungsbau gewesen. Ende dieser Woche erfolge nach und nach die Belegung der dann insgesamt 450 Plätze. Am 15. August ist im Haus ein Tag der offenen Tür geplant.

Der »Oldentruper Hof« mit künftig 500 Plätzen soll vom 15. August an bezogen werden. Dort liefen bereits die Umbauarbeiten, sagt Ingo Schlotterbeck, Einsatzleiter der an der Flüchtlingsbetreuung beteiligten Hilfsorganisationen. Das bedeute: Das Gebäude werde ausgeräumt, an Stelle von Teppichböden werde PVC verlegt, die Betten aufgebaut.

Großer Andrang erzeugt »Rückstau«

Während der Aufenthalt in der Erstaufnahme zwei bis drei Tage nicht übersteigen solle, würden die Flüchtlinge in der ZUE acht bis zehn Tage bleiben, sagt Marie-Luise Brakensiek, stellvertretende Leiterin der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB). »Der Aufenthalt in Bielefeld soll möglichst kurz gehalten werden«, sagt sie. Wegen des großen Andrangs von Flüchtlingen gebe es »einen Rückstau«.

Allein im Juli seien 4328 Flüchtlinge registriert worden. Die Registrierung erfolge montags bis freitags von 7 Uhr bis 17 oder bis 18 Uhr, freitags bis 14 Uhr.  Die Bezirksregierung, so Anja Ritschel, habe die Stadt dazu aufgefordert, die Registrierungsstunden auszudehnen. Sie weise Bielefeld deshalb fünf Polizeibeamte im Ruhestand zu, die die ZAB-Mitarbeiter unterstützen. Gedacht sei auch daran, dort Polizeibeamte im aktiven Dienst mit einzusetzen. Das aber sei »Landessache«, sagt Ritschel.

Informationsveranstaltung der Bezirksregierung

In der Nacht zum gestrigen Montag hätten 858 Flüchtlinge untergebracht werden müssen, davon 424 in den beiden Turnhallen. Allein vom 29. auf den 30. Juli  hätten 500 Menschen in den Turnhallen und Klassenräumen übernachten müssen. Die Sporthallen seien die »letzte Auffangebene«, die Planbarkeit aber allenfalls »begrenzt«. Ingo Schlotterbeck: »Oft erstreckt sich die Erstaufnahme, die an sieben Tagen und jeweils 24 Stunden möglich ist, über die gesamte Nacht.« Man bemühe sich zudem, Krankheitsfälle »herauszufiltern«. Vor allem handele es sich dabei um Krätze. Betroffene Flüchtlinge würden dann in Detmold oder in der Klinik Rosenhöhe behandelt.

Am Dienstag um 18 Uhr  beginnt in der künftigen ZUE (Oldentruper Hof) eine öffentliche Informationsveranstaltung, zu der Oberbürgermeister und Bezirksregierung Arnsberg einladen. Ab 15. August nimmt der Betreiber der ZUE, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gebrauchte Kleidung für Flüchtlinge an. Ralf Reinert (ASB): »Aber ausschließlich gut erhaltene Kleidungsstücke.«

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