Arbeitslosenzahl steigt in der Region gegen den Bundestrend OWL spürt Konjunkturdelle

Bielefeld/Nürnberg (WB). Die weltweite Konjunkturabkühlung macht sich im stark von der Industrie und Zulieferern geprägten Ostwestfalen-Lippe in Form steigender Arbeitslosenzahlen bemerkbar. Gegen den Bundestrend gibt es in der Region im November deutlich mehr Menschen ohne Job als ein Jahr zuvor. Zudem verzeichnen die Arbeitsagenturen in OWL in diesem Herbst einen kräftigen Anstieg bei der Anmeldung konjunkturbedingter Kurzarbeit.

Von Oliver Horst

2636 mehr Arbeitslose in Ostwestfalen-Lippe

Deutschlandweit trotzt der Arbeitsmarkt derweil der Konjunkturflaute . Mit 2,18 Millionen Menschen war die Zahl der Erwerbslosen im November so niedrig wie nie seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,8 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte. In der EU wurde derweil ein Elf-Jahres-Tief erreicht.

In OWL stieg die Zahl der Arbeitslosen indes zum Vorjahr um 2636 auf 57.611. Der Anstieg betrifft alle Personengruppen mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen, teilten die Arbeitsagenturen in OWL mit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,9 auf 5,1 Prozent. Zur Einordnung: Im November 2017 waren in der Region 60.539 Menschen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 5,5 Prozent entsprach. Im Vergleich mit ganz NRW wird die Lage aber als relativ gut eingestuft – auch vor dem Hintergrund, dass landesweit die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent liegt. Hier gab es zum Vorjahr aber nur – auch wegen der Entwicklung in OWL – einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl um 933 auf rund 618.000 Personen.

Hohe Zuwächse in Bielefeld, den Kreisen Gütersloh und Minden-Lübbecke

Besonders auffällig ist der starke Zuwachs an Jobsuchern in der Stadt Bielefeld. Hier erhöhte sich die Zahl zum November 2018 um 1171 oder fast zehn Prozent auf 13.053 Personen. Auch in den Kreisen Gütersloh und Minden-Lübbecke gab es Zuwächse von mehr als sieben Prozent. Arbeitsagentur-Pressesprecherin Janine Billerbeck führt dies auf den relativ hohen Anteil gewerblicher Betriebe zurück. In Bielefeld wiederum, wo der weniger konjunktursensible Dienstleistungssektor stark ist, dürfte der Anstieg zu einem Teil auf Personen zurückzuführen sein, die zu einer Arbeitsstätte außerhalb der Stadt gependelt sind und diese verloren haben.

Starke Zunahme von Kurzarbeit

Betroffen vom Stellenabbau seien derzeit vor allem Leiharbeiter und Arbeitnehmer mit auslaufenden Verträgen, sagt Billerbeck. „Viele Betriebe versuchen vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ihr Stammpersonal zu halten.“ In diesem Zusammenhang sei auch die Zunahme vorsorglich angemeldeter Kurzarbeit zu sehen: In OWL hatten per Oktober fast 60 Firmen für mehr als 1700 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Ein Jahr zuvor waren es nur halb so viele Firmen und nur rund 500 Mitarbeiter. Tatsächlich genutzt werde die Kurzarbeit derzeit aber nur von einem Teil der Betriebe.

Zurückhaltung in OWL zeigt sich auch bei der Zahl der offenen Stellen. Der Bestand lag mit 19.486 freien Arbeitsplätzen im November um 2282 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Zugleich sank die Zahl der neu gemeldeten Jobs um rund zehn Prozent.

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