Handball-Oberliga: Spenger Meisterschaft hat viele Väter Überragender Teamgeist ebnet Weg zum Aufstieg

Spenge (WB). Eine Minute vor dem Abpfiff gegen Ferndorf II eröffnete Sebastian Kopschek die Meisterfeier. Der Rückraumspieler des TuS Spenge gönnte sich noch auf der Bank das erste Bierchen. Da war der Aufstieg in die 3. Handball-Liga längst perfekt.

Von Lars Fege
Der Vorsitzende wird nass gemacht: Horst Brinkmann hat eine große Ladung Gerstensaft abbekommen: (von links) Phil Holland, Marcel Ortjohann, Sebastian Kopschek, Fabian Breuer und Sebastian Reinsch haben ihre helle Freude daran.
Der Vorsitzende wird nass gemacht: Horst Brinkmann hat eine große Ladung Gerstensaft abbekommen: (von links) Phil Holland, Marcel Ortjohann, Sebastian Kopschek, Fabian Breuer und Sebastian Reinsch haben ihre helle Freude daran. Foto: Jens Göbel

Verdient hatten es Kopschek und seine Mannschaftskollegen allemal: Der TuS Spenge holte sich mit 20 Siegen in Folge hochverdient den Titel, nachdem er die hochgehandelte TSG A-H-Bielefeld zweimal besiegt und ihr ein Lehrbeispiel in Sachen Konstanz und Teamgeist erteilt hatte. Der letzte Punktverlust war das 25:25 in Gladbeck Ende September 2017.

Das Erfolgsrezept

»Wir waren breiter aufgestellt und jeder hat seine persönlichen Belange hinten angestellt«, sagte Trainer Heiko Holtmann. Eben diese Breite machte sich bemerkbar, je länger die Saison dauerte. Immer wieder übernahmen andere die Verantwortung und wurden zu Matchwinnern. Das gilt für alle Feldspieler sowie für das beste Torwartgespann der Liga Kevin Becker/Bastian Räber. »Ich kann keinen Spieler herausheben«, urteilte Holtmann zu Recht.

Mit Wehmut blickt er auf die Abgänge von Sebastian Reinsch und Sebastian Kopschek zum TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck: »Es wird komisch sein, wenn sie bald nicht mehr in der Kabine sitzen.« Gerade Kopschek lief in der entscheidenden Phase zur Höchstform auf. »Das war meine beste Saison in Spenge«, sagte der wurfgewaltige Rückraumspieler, um selber Komplimente zu verteilen: »Wenn man solche Mitspieler hat, ist es auch nicht schwer zu glänzen«, lobte der 30-Jährige.

Erst ein externer Zugang

Vor den Spenger Verantwortlichen liegt nun eine Menge Arbeit. Auch Lasse Bracksiek (B-Mädchentrainer HSG Blomberg) und Justus Clausing (Handball Lippe) verlassen das eingespielte Team. Mit Luca Werner vom Drittligisten Ahlener SG steht erst ein externer Zugang fest. »Wir suchen auf jeden Fall einen Linkshänder«, sagt Holtmann. Mit dem Vorsitzenden Horst Brinkmann plant er die Zukunft des Aufsteigers. Der bisherige Sportliche Leiter Heiko Ruwe hört auf. Er genoss den Erfolg auf der Tribüne, war aber als Holtmann-Vertreter im Heimspiel gegen Lit Tribe Germania auch beteiligt. »Ich bin glücklich, stolz und ziehe alle Hüte vor der Mannschaft. Die Balance zwischen Aufwand und Privatleben war nicht mehr im Einklang, deshalb trete ich kürzer«, meinte der 49-Jährige.

Schon auf dem Parkett gab es die obligatorischen Bierduschen für Heiko Holtmann, Co-Trainer Sebastian Cuhlmann und Horst Brinkmann. Das Spenger Urgestein wollte sich dann auch erstmal eine Dusche genehmigen, bevor er weitere Feierlichkeiten aufnehmen konnte: »Ich feier so lange, bis ich kaputt bin.«

Glücksbringer muss in die Wäsche

Mit Blick auf das Amateurpokalfinale am Sonntag hat der abergläubische Meistertrainer eine spezielle Sorge. Das T-Shirt, dass er bei den 20 Siegen in Folge getragen hatte, kam nach diversen Bierduschen nun in die Wäsche. »Das musste leider sein«, bedauerte Heiko Holtmann.

Horst Brinkmann weist derweil auf den Kartenvorverkauf für das letzte Heimspiel gegen Jöllenbeck (12. Mai) in der Tankstelle Held und bei Spenge Sports hin. Die schnell vergriffenen Meister-T-Shirts können bei ihm per Whats-App (0172/5652687) oder per E-Mail (h.u.brinkmann@t-online.de) nachbestellt werden.

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