Handball-Oberliga: TuS feiert den Aufstieg in die 3. Liga – Double in Reichweite Spenge bejubelt den Meistertitel

Spenge (WB). Eine Saison der Superlative: Der TuS Spenge ist nach dem 37:22 (17:16)-Sieg über TuS Ferndorf II Meister der Handball-Oberliga Westfalen und steigt in die 3. Liga auf.

Von Lars Fege
So sehen Aufsteiger aus: Der TuS Spenge feiert die Meisterschaft in der Handball-Oberliga. Gegen HC Elbflorenz II kann die Mannschaft von Trainer Heiko Holtmann an Sonntag das Double mit der Verteidigung des Deutschen Amateurpokals in Hamburg perfekt machen.
So sehen Aufsteiger aus: Der TuS Spenge feiert die Meisterschaft in der Handball-Oberliga. Gegen HC Elbflorenz II kann die Mannschaft von Trainer Heiko Holtmann an Sonntag das Double mit der Verteidigung des Deutschen Amateurpokals in Hamburg perfekt machen. Foto: Jens Göbel

Die Spenger holten sich am Donnerstag mit dem 35:25-Auswärtssieg in Nordhemmern ihren ersten Meisterschafts-Matchball. Das Spiel gegen den TuS Ferndorf hätte der frischgebackene Drittligist dann nicht mehr gewinnen müssen, da die Tabellenzweite TSG A-H-Bielefeld, deren Spiel bei den Spfr. Loxten 75 Minuten eher angepfiffen wurde, mit 27:32 unterlag.

In der 10. Spielminute war der TuS bei einem Zwischenstand von 3:6 neuer Oberliga-Meister. Jubel mit den dazugehörigen Bier- und Sektduschen gab es aber erst nach Abpfiff. »Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass es schöner ist, das Spiel dann auch zu gewinnen«, sagte Trainer Heiko Holtmann. Die zweite Halbzeit spielte der TuS meisterlich und ließ nur noch sechs Gegentore zu.

»Wir haben den Reset-Knopf gedrückt«

Wer hätte das nach dem ersten Spieltag gedacht? Am 9. September 2017 gastierte die zweite Mannschaft des ASV Hamm-Westfalen und blamierte den Mitfavoriten mit 29:36 bis auf die Knochen. Nach vier Spielen lag man mit 4:4 Punkten bereits vier Punkte hinter der hochkarätig verstärkten TSG A-H-Bielefeld zurück. »Ich hatte schlaflose Nächte«, gab Meistertrainer Holtmann zu. Aufstiegstraum schon früh ausgeträumt? Mitnichten! »Es hat geknallt in der Mannschaft. Wir haben den Reset-Knopf gedrückt«, sagte Kapitän Oliver Tesch.

Die Folge: Spenge gewann seine nächsten 20 Spiele – inklusive der beiden Triumphe gegen Altenhagen-Heepen. Ende November bezwangen die Spenger den ostwestfälischen Konkurrenten vor 3400 Zuschauern in der Seidensticker-Halle mit 27:24. »Für mich der Knackpunkt der Saison«, sagte Lasse Bracksiek, der nach der Saison die weibliche B-Jugend in Blomberg als Trainer übernimmt und seine Laufbahn wohl beenden wird.

Ruhe trotz Wechseltheater

Trotz des schlechten Starts behielten Holtmann und Co-Trainer Sebastian Cuhlmann stets die Ruhe und formten aus ihrer Mannschaft eine Einheit. Diese ließ sich weder vom Wechseltheater um Sebastian Kopschek, Sebastian Reinsch und Leon Prüßner im Januar beirren, noch warf sie die zusätzliche Belastung im Amateurpokal aus der Bahn.

»Jeder hatte hier seine Aufgabe und hat seine persönlichen Belange hinten angestellt. Ich hatte immer optimale Bedingungen. Diese Meisterschaft ist eine Leistung des gesamten Vereins«, war Holtmann voll des Lobes.

In der 3. Liga wird sich einiges ändern: Die Mannschaft wird nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Kopschek, Reinsch (beide TuS Bielefeld-Jöllenbeck), Justus Clausing (HSG Augustdorf-Hövelhof) und Bracksiek ein neues Gesicht bekommen. Die Zeiten, in denen Spiele im Schongang gewonnen werden, dürfte ebenfalls vorbei sein. Die letzten drei Oberliga-Meister TuS Volmetal, Ahlener SG und die SG Menden Sauerland Wölfe spielen in der 3. Liga allesamt gegen den Abstieg.

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Vor uns liegt viel Arbeit, sportlich wie wirtschaftlich.

Horst Brinkmann

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»Vor uns liegt viel Arbeit, sportlich wie wirtschaftlich«, sagte der Vorsitzende Horst Brinkmann, der in Zukunft ohne seinen sportlichen Leiter Heiko Ruwe auskommen muss. »Er hat herausragende Arbeit geleistet.« Ruwe selbst genoss den Erfolg auf der Tribüne: »Eine Sehnsucht wurde erfüllt«.

Der TuS kann sich nach dem vorgezogenen Meisterschaftsspiel beim HSV Hemer (Montag/20 Uhr) mit der Verteidigung des Amateurpokals in Hamburg die Krone aufsetzen. Gegner ist am Sonntag der HC Elbflorenz II. »Das Double zum Abschluss wäre wunderbar. Dann müsste ich eigentlich aufhören und Kegeln gehen«, sagte Sebastian Kopschek.

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