Handball-Amateurpokal: Spenge siegt 35:20 und steht im Finale Wiedersehen mit Hamburg

Spenge (WB). Das ist historisch: Der TuS Spenge steht als Titelverteidiger des Deutschen Amateurpokals erneut im Finale. Mit 35:20 (19:7) deklassierten die Spenger zu Hause den HRW Laupheim . Am 6. Mai spielt der TuS nun im Endspiel gegen den HC Elbflorenz 2006 II in Hamburg.

Von Hendrik Fahrenwald

»Die Hälfte haben wir«, sagte TuS-Trainer Heiko Holtmann bei der Halbzeitansprache in der Kabine. Damit bezog er sich ausnahmsweise nicht auf die Hälfte der Spielzeit, sondern auf die äußerst gute Ausgangssituation, in der sich der TuS bereits in den ersten 30 Minuten gebracht hatte.

Die 19:7-Führung war verdient und zeigte den etwa 650 Zuschauern, darunter 70 aus Laupheim, den Klassenunterschied der Halbfinalisten auf. Bereits in den Anfangsminuten ließen die Spenger keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich zum zweiten Mal in Folge den Traum von Hamburg erfüllen wollten. Der ersatzgeschwächte HRW, der unter anderem ohne seinen Spielmacher Tim Rodloff antrat, kam von Beginn an für keine Überraschung in Frage.

Zweites Halbfinale per Livestream geschaut

Die Spenger Langzeitverletzten Sebastian Reinsch und Marcel Ortjohann verfolgten zeitgleich per Livestream die zweite Halbfinalpartie und sahen zudem am Spielfeldrand eine höchst konzentrierte Anfangsphase ihrer Teamkollegen. Die 3:2:1-Deckung des TuS hatte die Gäste im Griff. Nach dem 3:3 setzten sich die Spenger in der 12. Minute auf 7:3 ab. Bis dahin hatte Kevin Becker, der die erste Hälfte das Spenger Tor hütete, gleich viermal stark gehalten. Drei weitere Paraden sollten noch folgen.

Für sein Gegenüber, HRW-Torwart Daniel Krämer, war die Partie beim Stand von 10:5 (18.) beendet. Das Schiedsrichtergespann sah ein Foulspiel gegen Spenges Toptorschützen Leon Prüßner und disqualifizierte den Schlussmann. »Dabei habe ich meinen Mitspieler Luca Geiß getroffen, der wiederum in den Spenger gefallen ist«, sagte Krämer. Im stimmungsvollen Auswärtsblock sitzend, sah er später wie sein Ersatz Fabian Federle erst keine Chance beim Siebenmeter von Phil Holland hatte und dann bis zur Pause acht weitere Gegentore kassierte – 19:7. Zehn Minuten lang blieb Laupheim vom 5:8 (15.) bis zum 5:17 (25.) sogar ohne eigenen Treffer. Die Vorentscheidung war gefallen.

Zwischenziel erreicht

Daran änderte auch der zweite Durchgang nichts mehr, als Spenge die Intensität nicht mehr hochhielt. Dennoch bauten die Gastgeber ihre Führung auf 29:14 (49.) und schlussendlich 35:20 aus. Zuvor traf auch Torwart Bastian Räber, der zur Hälfte für Becker kam, ins verwaiste Laupheimer Tor (45.).

Nach diesem eindeutigen Sieg konnte Holtmann von den acht verworfenen Abschlüssen und vier technische Fehlern seines Teams in Halbzeit zwei absehen. »Das verzeihe ich meiner Mannschaft«, sagte Holtmann und freute sich über die erneute Reise nach Hamburg. »Damit haben wir unser Zwischenziel erreicht.«

In der zweiten Halbfinalpartie setzte sich der HC Elbflorenz 2006 II aus Dresden mit 28:26 nach Verlängerung bei der HSG Ostsee durch. Nach der regulären Spielzeit stand es 23:23.

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