Handball: 30:15 gegen Ahlener SG II nach dem Tod von Michael Rieso
CVJM siegt in aller Stille

Rödinghausen(WB). Keine Trommeln, keine Musik, keine Anfeuerung. In Gedenken an den am Sonntag verstorbenen Ex-Trainer Michael Rieso wurde beim 30:15-Sieg des CVJM Rödinghausen gegen die Ahlener SG II darauf verzichtet. Nach einer bewegenden Ansprache von Karl Hellmann wurde vor Anpfiff eine Schweigeminute eingelegt.

Montag, 04.02.2019, 15:00 Uhr
Corbinian Krenz, der sieben Mal traf, und der CVJM Rödinghausen verteidigten mit einem 30:15 gegen die Ahlener SG II die Tabellenführung in der Handball-Verbandsliga. Foto: Klaus Münstermann

Die CVJM-Verantwortlichen hatten über eine Absage der Partie der Handball-Verbandsliga nachgedacht. Doch nachdem der sportliche Leiter Mario Stender mit der Familie des Verstorbenen gesprochen hatte, stand fest: »Wir spielen. Michael hätte das so gewollt.«

»Es war kein normales Spiel, das hat man gemerkt«, sagte CVJM-Trainer Pascal Vette mit verquollenen Augen hinterher. »Es war mucksmäuschenstill als wir in die Halle kamen. Die Schweigeminute wühlt dann in jedem noch einiges auf. Deshalb ziehe ich meinen Hut vor meiner Mannschaft, wie sie mit dieser traurigen Situation umgegangen ist.«

Die Gäste, die einer Verlegung der Partie zugestimmt hätten, entpuppten sich ohne ihren verletzten Haupttorschützen Lukas Fischer und den beruflich verhinderten Marvin Michalczik als sehr harmlos und fielen durch diese Niederlage vom elften auf den letzten Platz zurück.

5:1 nach neun Minuten

Rödinghausen führte schnell mit 5:1 (9.) und versäumte einen höheren Vorsprung durch Auslassen klarster Wurfchancen. »Da hat die letzte Konzentration gefehlt. Unsere Abwehr stand gut, auch schon in der ersten Halbzeit. Aber mit der Chancenverwertung bin ich nicht zufrieden«, sagte Vette.

Ahlen glich zum 5:5 (15.). Doch mit einem Fünf-Tore-Lauf stellte der CVJM die Weichen bereits beim 10:5 (20.) zum 13. Saisonsieg. Nach der Pause hielt der CVJM das Tempo hoch und die Gegenwehr der Ahlener sich in Grenzen. Beim 23:13 (50.) war die Tordifferenz erstmals zweistellig. Es wirkte kurios, dass Ahlens Trainer Jan Anton angesichts dieses Rückstands erstmals den Torwart wechselte und anschließend bei Ballbesitz mit einem siebten Feldspieler agieren ließ.

Torwart Kreft trifft

Rödinghausen nahm das dankbar an. So trafen Marvin Stender zweimal, darunter einmal aus der eigenen Hälfte, und Torhüter Tristan Kreft ins leere Ahlener Gehäuse. Kreft hatte Jan-Hendrik Koch nach 44 Minuten im Rödinghauser Kasten abgelöst und war durch eine Vielzahl an Paraden wie sein Vorgänger dafür verantwortlich, dass die Ahlener SG im zweiten Durchgang nur sechs Tore erzielte. Mit dem Schlusspfiff gelang Maurice Götsch der Treffer zum 30:15-Endstand. Leiser als sonst tanzte die Mannschaft nach dem Abpfiff im Kreis und skandierte: »Spitzenreiter, Spitzenreiter.«

 

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