2. Frauenfußball-Bundesliga: Ex-Schlusslicht gewinnt 4:1 gegen Gütersloh Erster Sieg! Nina Neumann lässt Herforder SV jubeln

Herford (WB). Es grenzte schon an ein kleines Weihnachtswunder: Nach zehn sieglosen Partien feierte der Herforder SV ausgerechnet im Derby gegen den FSV Gütersloh einen fulminanten 4:1 (1:0)-Heimsieg. Mit ihrem ersten Dreierpack in der 2. Frauenfußball-Bundesliga hatte die Ex-Gütersloherin Nina Neumann einen großen Anteil am Erfolg.

Von Hendrik Fahrenwald
Erleichtert: Sophia Tiemann vom Herforder SV fiel der Torschützin Nina Neumann gleich um den Hals. Für das vorherige Schlusslicht der 2. Frauenfußball-Bundesliga war das 4:1 gegen den FSV Gütersloh der erste Saisonsieg vor der Winterpause.
Erleichtert: Sophia Tiemann vom Herforder SV fiel der Torschützin Nina Neumann gleich um den Hals. Für das vorherige Schlusslicht der 2. Frauenfußball-Bundesliga war das 4:1 gegen den FSV Gütersloh der erste Saisonsieg vor der Winterpause. Foto: Hendrik Fahrenwald

Solche Szenen waren bisher selten. Auf dem Spielfeld lagen sich die Herforderinnen in den Armen. Nach dem Schlusspfiff gab’s lang anhaltenden Applaus der Zuschauer. Dreifach-Torschützin Neumann und ihre Teamkollegen konnten es kaum fassen, dass sie ihren ersten Saisonsieg in der Tasche hatten.

Der »Gütersloh-Faktor«

»Ich bin fix und alle, aber glücklich«, sagte Neumann. Während sie vorne traf, vereitelte ihre Torhüterin und Ex-Gütersloherin Alisa Ostwald die Großchancen der Gäste. Für den ebenfalls Ex-Gütersloher Ralf Lietz, der von 2013 bis 2015 den FSV trainierte, muss der Erfolg eine besondere Genugtuung gewesen sein. Klar ist: Die Gäste leisteten sich haarsträubende Fehler. Die Herforderinnen waren bis in die Haarspitzen motiviert. »Dass es einen Gütersloh-Faktor gab, kann und will ich nicht abstreiten«, sagte Lietz. Den Sieg empfand er als »überfällig«.

Bereits die 1:0-Pausenführung war verdient, auch wenn Gütersloh mit einem Kopfball ans Lattenkreuz (12.) der Führung zunächst näher war. Mit ihrer zweiten von drei Möglichkeiten in der ersten Hälfte sorgte Linksaußen Neumann von der Strafraumkante aus für das 1:0 (23.).

Angst nach dem Ausgleich

Erst nach dem 1:1 (55.) durch einen Schuss, den HSV-Verteidigerin Friederike Schaaf ins eigene Tor ablenkte, habe Neumann »kurz Angst« bekommen. Doch ihr Team lieferte die blitzschnelle Antwort und traf gleich im Doppelpack. Erst umkurvte Neumann die FSV-Schlussfrau zum 2:1 (57.), dann jagte Amelie Friederike Fölsing den Ball zum 3:1 in den Winkel (60.). Den Schlusspunkt setzte Neumann indem sie erneut die Gäste-Hüterin im Eins-gegen-Eins überwand und ins anschließend leere Tor einschob (90.+2).

Ohne Wechsel zum Erfolg

Der Herforder SV, der ohne Wechsel auskam, hat mit dem ersten Saisonsieg das Tabellenende verlassen und ist nun Zehnter. »Mit so einem Sieg kann man in Ruhe Weihnachten feiern«, sagte Neumann. Das ist kein Wunder.

Herforder SV: Ostwald – Thiemann, Schaaf, Heitlindemann, Baus, Fölsing, Lösch, Ronzetti, Althof, Neumann, Demirönal.

FSV Gütersloh: Klemmer – Schmücker (72. Blümel), Lange, Lückel, Schulz (77. Posdorfer), Wolf, Kmiecik (72. Gärtner), Hermes - Ott, Giard, Aradini.

Tore: 1:0 Neumann (23.), 1:1 Schaaf (55., Eigentor), 2:1 Neumann (57.), 3:1 Fölsing (60.), 4:1 Neumann (90.+2).

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