Handball-Oberliga: Spenger Trainer wechselt seinen Sohn ein – Soest, Dortmund und Mennighüffen rücken nach Ein besonderer Moment

Spenge (WB). Den Gang ins Wettbüro lässt TuS Spenges Trainer Heiko Holtmann lieber sein. Denn die Trefferquote seiner Tipps ist in der Regel mehr als überschaubar. Das Saison-Finale in der Handball-Oberliga hat er dafür präzise vorausgesagt.

Von Tilo Sommer und Lars Krückemeyer
Danke schön: (von links) Justus Clausing, Bastian Räber, Christoph Harbert, Kevin Becker, Simon Hanneforth, Sebastian Kopschek, Marco Fillies, Justus Aufderheide, Sebastian Reinsch, Lasse Bracksiek, Nils van Zütphen und Dennis Mathews verabschieden sich nach dem 44:26-Sieg gegen Eintracht Hagen II von den Zuschauern.
Danke schön: (von links) Justus Clausing, Bastian Räber, Christoph Harbert, Kevin Becker, Simon Hanneforth, Sebastian Kopschek, Marco Fillies, Justus Aufderheide, Sebastian Reinsch, Lasse Bracksiek, Nils van Zütphen und Dennis Mathews verabschieden sich nach dem 44:26-Sieg gegen Eintracht Hagen II von den Zuschauern. Foto: Tilo Sommer

»Sonst liege ich immer eigentlich vollkommen daneben«, sagte Holtmann. Mit der Ahlener SG als Aufsteiger und dem TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck als Absteiger lag er dieses Mal aber richtig.

Gladbeck, das im bisherigen Saisonverlauf so stark aufspielte, die Oberliga lange Zeit dominierte und auch den TuS Spenge in beiden Spielen bezwang, zeigte ausgerechnet im entscheidenden Spiel Nerven und verlor das Duell gegen Ahlen 27:32. So zog die personell vielleicht stärkste Mannschaft doch noch vorbei. 14 der letzten 15 Spiele gewann Ahlen.

Auch in Versmold gab es am letzten Spieltag Tränen. Das finale 31:32 bei den Sportfreunden Loxten besiegelte den Jöllenbecker Abstieg in die Verbandsliga nach zehn Jahren Oberliga. »Das tut mir mega leid. Aber wir müssen auch auf uns schauen. Wir haben überragenden Einsatz gezeigt und wollten die Saison unbedingt mit einem Sieg abschließen«, erklärte Loxtens Trainer Thomas Lay.

Seine Mannschaft gab bis zum Schluss alles und hatte sich nichts vorzuwerfen. Anders als LIT Handball. Eine Top-Mannschaft, die im Endspurt aber zu Hause überraschend erst gegen Jöllenbeck (38:33) und dann gegen Augustdorf-Hövelhof (32:28) verloren hat. »Normalerweise gewinnt Augustdorf nicht bei LIT. Die sind zwei Klassen besser«, sagte Spenges Sportlicher Leiter Heiko Ruwe.

Dass seine Mannschaft frühzeitig in den Sommer-Modus wechselt, kam für Holtmann nie in Frage. »Die Saison dauert bis zum 23. April«, hatte der Trainer noch vor dem Spiel gegen den VfL Eintracht Hagen II gesagt, obwohl es für beide Mannschaften um nichts mehr ging. Und er hielt genau wie seine Spieler Wort. 70 Tore boten den Zuschauer zum Abschluss noch einmal gute Unterhaltung.

Obwohl es um nichts mehr ging, gab es für den Spenger Trainer einen besonderen Moment. Denn aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Jakob Röttger am Samstagmittag berief er seinen Sohn Philipp ins Aufgebot und wechselte ihn zum ersten Mal in der Oberliga ein. Damit gehört nun auch die dritte Holtmann-Generation zur ewigen Liste der Spieler einer ersten Mannschaft im TuS Spenge. »Ich muss schon zugeben, dass ich stolz darauf bin. Ich habe mich über Philipps Tor gefreut. Noch mehr aber über drei gute Aktionen in der Abwehr. Darauf lege ich ja fast noch mehr Wert«, sagte Vater Heiko. Dem Vernehmen nach soll Großvater Kurt auf der Tribüne sogar ein Tränchen verdrückt haben.

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