Uni Baskets Paderborn sind nach dem 83:89 in Nürnberg die Mannschaft mit der längsten Niederlagenserie in der ProA
Buntic leidet auf dem Sofa mit

Paderborn -

Traurige Wachablösung der Erfolglosen: Die Uni Baskets Paderborn haben die Nürnberg Falcons am aufregenden Mittwochabend beerbt und sind seither die Mannschaft mit der längsten Niederlagenserie (drei) in der 2. Basketball-Bundesliga ProA.

Donnerstag, 25.02.2021, 21:25 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 10:22 Uhr
Voller Zuversicht verfolgte Paderborns verletzter Kapitän Ivan Buntic die Partie in Nürnberg live vom heimischen Sofa aus – und musste Höllenqualen erdulden. Am Dienstag wird er am Knie operiert.

Der fatale 83:89-Reinfall im Frankenland nach Verlängerung (wir berichteten) könnte sich noch als folgenschwer erweisen. Play-off-Platz acht, belegt von Bremerhaven, ist optisch wohl zwei Zähler nah, doch die Eisbären haben fünf (!) Partien weniger bestritten als die Baskets. Und Rang sieben ist schon satte sechs Zähler fern – bei bloß noch acht auszutragenden Matches.

Wir haben uns selbst den Zahn gezogen.

Ivan Buntic

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte Headcoach Steven Esterkamp geunkt: „Wir können jede Mannschaft in der Liga schlagen – aber auch gegen jede verlieren.“ Dieses Orakel kristallisierte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Paderborns verletzter Kapitän Ivan Buntic (Innenbandriss im Knie) verfolgte die Schmach live bei Sportdeutschland-TV. „Es ist tausendmal schlimmer, zuzugucken und nicht helfen zu können“, litt er Höllenqualen. Sein Kennerurteil: „Wir haben uns selbst den Zahn gezogen.“ Gerade die gönnerhaften Minuten vor den Viertelenden setzten ihm zu. „Da haben wir immer fünf, sechs leichte Punkte abgeschenkt. Das hätte nicht sein dürfen.“

Am Nürnberger Airport präsentierte sich keine Pader-Crew, die ernsthaft Play-off-Überzeugung ausstrahlte. Den Baskets mangelte es an dem Tag sichtlich am Fokus. Statt sich nach dem 24:16 oder 38:30 konsequent weiter abzusetzen, was absolut möglich war, streute der Gast regelmäßig schlampige Aktionen ein und reichte dem Schlusslicht, das seine vielleicht beste Saisonleistung ablieferte, unfreiwillig die Hand. Immerhin besann sich die Esterkamp-Crew beim 61:71 noch auf ihre Stärken und gewann die letzten sechs Minuten klar mit 14:4. Der Lohn: 75:75, Verlängerung. Hier versäumte es der zu phlegmatische Gast endgültig, sich für den Kraftakt zu belohnen.

Buntic-Lob für Teenager Hemschemeier

„Wir hätten am Ende schneller spielen müssen, haben lieber unser System genommen als eine Transition“, bedauerte Ivan Buntic, der Youngstern wie Großmann, Döring und Hemschemeier ein Pauschallob aussprach. „Jens hat in der ersten Hälfte gute Aktionen gehabt. Leo hat immer alles gegeben, wenn er auf dem Feld war. Und Peter hat es echt richtig, richtig gut gemacht und als 17-Jähriger wichtige Akzente gesetzt.“

Die etablierten Kräfte standen offensiv im Schatten. Barret Benson ließ guten 13 Punkten aus der ersten Hälfte bloß noch zwei folgen. Demetrius Ward setzte nur zwei von 13 Versuchen, Jackson Trapp beließ es bei zwei Dreiern (25 Prozent), Grant Benzinger traute sich in einer halben Stunde Spielzeit gerade mal vier Abschlüsse zu. Alle gingen daneben. „Dimi und Grant werden aus ihrem Loch rausfinden. Die kommen! Die Mannschaft braucht sie, das wissen sie“, erzählt Buntic.

Mein Handy steht noch immer nicht still.

Ivan Buntic

Am kommenden Dienstag wird der 29-Jährige am Knie operiert. „Das Band wird dabei mit Ankern festgemacht“, erklärt er. Der Baskets-Kapitän freute sich über die warmen Sympathiebekundungen, mit denen er von Nürnberger Seite während der Live-Übertragung bedacht wurde. „Ich spüre viel Wertschätzung“, sagt er. „Mein Handy steht immer noch nicht still. Ob Fans, frühere Mitspieler oder Freunde; alle zeigen ihre Anteilnahme an der Verletzung.“

Buntic weiß, wie es sich anfühlt, sich mit so einer derben Enttäuschung stundenlang auf der Busrückfahrt quälen zu müssen. „Ich habe direkt in unsere What‘sApp-Gruppe geschrieben. Das Ganze kriegt jetzt auch eine psychologische Note. Wir dürfen uns nicht zu sehr in Gedanken verstricken. Die richtigen Schlüsse ziehen, Mund abputzen, Sonntag geht‘s weiter. Ich sage: Rostock ist schlagbar. Das ist keine Übermannschaft. Wichtig ist, dass es uns gelingt, nur noch von Spiel zu Spiel zu denken.“

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