Baskets-Coach Esterkamp muss in Tübingen sehen, wie sein Team die Kontrolle abgibt
„Ich lerne lieber aus Siegen“

Paderborn (WB/jm). Die Uni Baskets Paderborn haben zum zweiten Mal in dieser Saison eine bittere Pille schlucken müssen. Beim turbulenten 101:103 in Tübingen verspielten sie – wie berichtet – binnen vier Minuten den Ertrag richtig guter Arbeit.

Dienstag, 03.11.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 08:39 Uhr
14 Punkte: Headcoach Steven Esterkamp attestierte Neuzugang Badu Buck (rechts) bei seinem Debüt eine gute Leistung. Foto: Pressefoto Ulmer

„Wir haben am Ende die Kontrolle abgegeben, zu schnell den Wurf gesucht, in der Hektik keine guten Entscheidungen getroffen. Das war schlimm“, registrierte Headcoach Steven Esterkamp machtlos eine unheilvolle Häufung an kleinen Nachlässigkeiten, die die Tiger zu nutzen wussten, um bei abebbender Gegenwehr der Gäste-Defense die Partie noch zu drehen. „Tübingen hat am Ende gut getroffen, auch schwere Würfe. Das hörte gar nicht mehr auf und hat uns wehgetan“, seufzte Uni Baskets-Geschäftsführer Dominik Meyer.

Anders sein Team: Die „Waffe“ Grant Benzinger, 20 Punkte in der ersten Hälfte, sie blieb nach dem Wechsel stumpf. Leichte Punkte wurden immer rarer. Paderborn glückte im letzten Viertel kein „Dreier“ mehr; Ward, Benzinger, Buck (2) und Cushingberry scheiterten aus der Distanz. Ward und Benzinger ließen Korbleger aus. So schmolz das 87:76-Polster knapp sieben Minuten vor der Schlusssirene kontinuierlich. Beim 94:94-Ausgleich waren noch 200 Sekunden zu spielen; nun kamen noch die Nerven dazu. Besonders weh tat der vergebene Dreier vom frei zum Wurf gekommenen Drew Cushingberry beim Stand von 100:101; Garrett Sams hatte Tübingens Angriff zuvor den Ball klauen können.

„Letztlich war es am Ende auch ein bisschen Pech. Ich fand, wir waren die bessere Mannschaft, haben den besseren Teambasketball gezeigt“, urteilte Steven Esterkamp. Seine junge Mannschaft habe „wieder dazugelernt. Allerdings finde ich es besser, aus Siegen zu lernen“. Die Stimmung im Bus auf der knapp 500 Kilometer langen Rückfahrt war entsprechend geknickt. Zurück blieben glückliche Tiger. Trainer Danny Jansson: „Nach diesem Spiel bin ich beinahe so alt wie Gandalf, etwa 2000 Jahre alt.“

Gelungenes Debüt von Buck

Der nachverpflichtete Badu Buck durfte nach eineinhalbjähriger Wettkampfabstinenz erstmals wieder aktiv ins Geschehen eingreifen. Seine Bilanz in knapp 17 Einsatzminuten: drei von sieben Dreiern (43 Prozent), eine 100-Prozent-Freiwurfquote (fünf von fünf), zwei Assists, insgesamt 14 Punkte – „Badu hat ein echt gutes Spiel gemacht und gezeigt, dass er uns in den nächsten Monaten helfen kann“, lobte Steven Esterkamp. Dominik Meyer, positiv überrascht, freute sich ebenfalls. „Ich hätte es dem Jungen gegönnt, dass wir gewinnen. Daran hätte er einen großen Anteil gehabt.“

Den Part von Center Tom Alte, der aufgrund eines Mittelhandbruchs länger ausfällt, nahm Jens Großmann ein. „Tom und Ivan hatten einen guten Rhythmus. Toms Verletzung trifft uns hart“, bedauert Esterkamp. Großmann konnte in Tübingen bloß wenig Akzente setzen. Der 2,04-Meter-Mann, eigentlich Small Forward, stand eine Viertelstunde unter dem Brett, hatte lediglich einen Abschluss, pflückte keinen Rebound und sollte punktlos bleiben. Meyer: „Ohne Tom war unser Matchplan hinfällig. Wir hatten nur drei Tage Zeit, Jens vorzubereiten. Unterm Korb ist es nun mal ein ganz anderes Spiel.“

Mittelhandbruch bei Alte

Am Montag hatten die Uni Baskets trainingsfrei. Zeit zum Verschnaufen. „Die Köpfe müssen oben bleiben“, verlangt Esterkamp. „Die Saison ist noch lang, und wir haben ein schweres Wochenende mit zwei Spielen vor uns.“ Freitag kommt Jena, Sonntag geht es nach Quakenbrück.

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