Daniel Mixich sieht die Uni Baskets trotz der Auftaktniederlage gut aufgestellt
Der Optimismus bleibt

Paderborn (WB). Auf der 550 Kilometer langen und mehr als sechsstündigen Busfahrt aus dem tiefen Südwesten Baden-Württembergs zurück nach Ostwestfalen schwirrten am Sonntag auch Daniel Mix­ichs Gedanken immer mal wieder um diese entscheidende Szene.

Dienstag, 20.10.2020, 03:00 Uhr
Frustrierte Verlierer (von links): Drew Cushingberry, Robert Drijencic, Daniel Mixich, Garrett Sams und Demetrius Ward. Foto: Michael Kienzler

3,4 Sekunden waren am Samstagabend in der ProA-Auftaktpartie zwischen den Wiha Panthers Schwenningen und den Uni Baskets nur noch zu spielen, Mix­ichs Mannschaft führte mit 78:76, als der Pointguard glaubte, Gegenspieler Chris Frazier gerade mit fairen Mitteln an der erfolgreichen Ausführung eines Dreipunktewurfes gehindert zu haben. Der Wurf geriet zu kurz, Mixich wähnte die Seinen für den Bruchteil einer Sekunde im Ballbesitz und dem Sieg ganz nah, als doch der folgenschwere Pfiff ertönte. Die Refs entschieden auf Foul, Frazier bewies an der Linie dreimal in Folge große Nervenstärke und so jubelten wenig später doch die Panthers und nicht etwa die Paderborner. „Das fühlt sich extrem bitter an und ich bleibe dabei: Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, nur den Ball berührt zu haben“, sagt der 23-Jährige. Der hat an diesem fragwürdigen Vorgehen der Schiedsrichter auch deshalb eine Menge zu monieren, da er zuvor mehrfach vergeblich auf vergleichbare Entscheidungen zu seinen Gunsten gewartet hatte: „Ich bin in mindestens zwei Situationen bei meinen Dreiern unterlaufen worden. Da gab es definitiv Kontakt, aber trotzdem kein Foul.“

Wir haben uns als Einheit präsentiert.

Daniel Mixich

Und doch: So groß der Ärger über den abschließenden Aufreger auch ausfiel – an der Leistung, die dem missratenen Moment vorausgegangen war, fand der gebürtige Berliner sehr wohl Gefallen. Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben, als zu Saisonbeginn mit einer neuformierten Mannschaft die längste Auswärtsfahrt des Jahres antreten zu müssen. „Für unser erstes Ligaspiel haben wir das über viele Phasen gut gemacht. In Schwenningen zu spielen, ist immer schwierig, aber wir haben uns als Einheit präsentiert und waren kurz davor, uns mit einem Sieg zu belohnen. Wir müssen in der Defense noch die eine oder andere Lücke schließen. Wenn uns das gelingt, werden wir auch im Spiel gegen Karlsruhe eine gute Chance haben.“

Die Jungs passen charakterlich mega ins Team.

Daniel Mixich

Mixich, der mit einem Dreier die ersten Paderborner Punkte der neuen Saison erzielte und am Ende 15 Zähler – allesamt aus der Maximaldistanz – auf dem Konto hatte, zieht seine Zuversicht nicht zuletzt aus dem Eindruck, den die vier Neuzugänge nach sieben gemeinsamen Wochen auf ihn machen. Ob Drew Cushingberry („Ein Top-Allrounder“), Garrett Sams („Ein echter Shooter“), Tom Alte („Ein starker Athlet“) oder Robert Drijencic („Eine Waffe von außen“) – der Mann mit der Trikotnummer 6 verteilt an das komplette Quartett ansehnliche Noten: „Unser Coach und das Management haben wieder bewiesen, dass sie ein feines Händchen und Gespür bei der Verpflichtung von Neuzugängen besitzen. Die Jungs passen charakterlich mega ins Team und haben in Schwenningen gezeigt, dass sie auch sportlich auf diesem Level mithalten können“, sagt Mixich, selbst in der dritten Saison für die Uni Baskets am Ball.

Corona „hilft“ Student Mixich

Der Pointguard sieht die Mannschaft für die anstehenden ProA-Aufgaben gewappnet, er zeigt sich allerdings auch mit Blick auf das fordernde Dauerduell mit dem Gegner namens Corona optimistisch: „Es ist und bleibt eine sehr schwierige Situation für alle Beteiligten. Wir alle müssen uns noch ein bisschen professioneller verhalten als sonst schon. Aber ich setze darauf, dass die Hygienekonzepte greifen und wir die Saison wie geplant bis in den April durchziehen können.“ Für Mixich persönlich hat das coronabedingte Mehr an Zeit in den eigenen vier Wänden übrigens auch einen Vorteil: Er hat sein Studium der Wirtschaftswissenschaften unter diesen speziellen Umständen deutlich schneller vorantreiben können als angenommen und kann nun Anfang des kommenden Jahres mit seiner Bachelor-Arbeit beginnen.

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