92:91 – Paderborn schlägt zuvor 22-mal in Folge siegreichen Tabellenführer Die Baskets knacken Chemnitz

Paderborn (WB). Wahnsinn im Sportzentrum Maspernplatz: Ausgerechnet den Uni Baskets gelingt es, den zuvor 22-mal in Folge siegreichen Tabellenführer Niners Chemnitz zu knacken. Nach 40 Minuten allerbester Basketball-Unterhaltung, einem der besten Zweitliga-Spiele, die diese Halle seit Jahren gesehen hat, heißt es 92:91 (46:50) für die Gastgeber. Vor 1697 begeisterten Fans wird Ryan Logan in der dramatischen Endphase zum Matchwinner.

Von Elmar Neumann
Grenzenloser Jubel nach der Schlusssirene. Nach 22 Siegen in Folge sind es die Uni Baskets, die die Superserie des ProA-Tabellenführers Chemnitz knacken.
Grenzenloser Jubel nach der Schlusssirene. Nach 22 Siegen in Folge sind es die Uni Baskets, die die Superserie des ProA-Tabellenführers Chemnitz knacken. Foto: Elmar Neumann

„Chemnitz hat eine wirklich gute Mannschaft, aber die haben wir auch und das haben wir heute Abend bewiesen. Diesen Sieg hat wahrscheinlich außer uns keiner in der Liga für möglich gehalten, doch wir haben immer an uns geglaubt. Das fühlt sich gerade einfach fantastisch an“, sagte der 25-jährige. Der Power Forward krönte seine formidable Vorstellung zwölf Sekunden vor Schluss mit den beiden letzten Punkten der Partie, um anschließend auch noch Niners-Guard Terrell Harris mit starker Defense an einer finalen Antwort zu hindern.

Die Gäste gingen mit einem klaren Ziel ins Spiel: Am Freitag ein Sieg in Paderborn, am Sonntag ein Sieg gegen Kirchheim und sie hätten frühzeitig die Gewissheit gehabt, als Tabellenerster die Play-offs zu erreichen. Im Hinspiel, beim 102:68, hatte der ProA-Primus mit Paderborn keinerlei Probleme, zum Wiedersehen trat Niners-Trainer Rodrigo Pastore trotzdem mit viel Respekt an: „So leicht wird es garantiert nicht, weil Paderborn sicher auf Revanche sinnt, den Sieg im Kampf um die Play-offs braucht, mittlerweile jeder unsere Siegesserie durchbrechen will und die Maspernhalle obendrein zu einem richtigen Hexenkessel werden kann.“ Der Argentinier sollte sich für diese Einschätzung bestätigt sehen – das allerdings erst mit etwas Verspätung.

Baskets erholen sich von 4:18-Start

Im Duell der zweitstärksten (Baskets: 88,2 Punkte) mit der stärksten Offensive (Niners: 94,7) lief anfangs allein die Angriffsmaschinerie des Favoriten. Bis auf 18:4 (5.) zog Chemnitz davon. Aber über eine höhere Intensität in der Verteidigung arbeiteten sich die Hausherren ins Spiel und waren gen Ende des ersten Viertels – nach einem Buzzer-Beater-Dreier von Kapitän Ivan Buntic – auf 26:30 dran. Spätestens ab jetzt präsentierte sich der Tabellensechste mit dem Aufstiegskandidaten Nummer eins auf Augenhöhe und wurde mit jeder gelungenen Aktion immer selbstbewusster.

Auf die erste Paderborner Führung (56:55/25.) schienen die Sachsen noch in meisterlicher Manier eine Antwort zu finden (56:63/27.). Vor allem Malte Ziegenhagen, mit 22 Punkten ihr Topscorer, war in dieser Phase nicht zu stoppen. Aber auch die Baskets bewiesen beeindruckende Nervenstärke und kämpften sich, angeführt von Kendale McCullum (22 Punkte) und Ryan Logan (18 Punkte), wieder heran und in den letzten Zügen dieses fantastischen Vergleichs sogar noch am Gegner vorbei.

Als überfällige Belohnung findet sich das Team von Trainer Steven Esterkamp nun zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem fünften Platz wider. „Das war einer der Abende, für die man Basketball spielt. Das Ergebnis gibt uns einen Riesen-Schub für den restlichen Saisonverlauf und das nächste schwere Spiel am Sonntag“, sagte Logan.

Im zweiten Teil des Doppelspieltags werden die Uni Baskets am Sonntag (17 Uhr) von den Artland Dragons, die am Freitag in Schwenningen mit 80:94 unterlagen, erwartet. Das Hinspiel ging mit 92:83 an Paderborn, doch seit Ende November hat sich bei den Drachen viel getan. Drei Tage nach der Niederlage in der Maspernhölle trennten sich die Dragons von Headcoach Florian Hartenstein und übertrugen Co-Trainer Tuna Isler die Verantwortung. Auch unter dem 30-Jährigen gingen die nächsten vier Partien verloren, doch mittlerweile befindet sich der Ex-Erstligist eindeutig im Aufwind.

Quakenbrück ohne Dunbar und Bland

Vor allem in der Artland Arena haben es die Gegner wieder extrem schwer. Dort landeten die Quakenbrücker zuletzt fünf Siege in Serie und das nicht gegen irgendwen, sondern gegen Topteams wie Jena, Bremerhaven, Leverkusen und Nürnberg – wobei der 98:92-Erfolg über die Franken von besonderer Bedeutung war: Der gelang ohne den vorerst aus familiären Gründen in den USA weilenden Kapitän Pierre Bland und den fristlos gekündigten Topscorer Malik Dunbar, der im Training den Ex-Paderborner Robert Oehle attackiert und geschlagen haben soll. Mit 14,1 Zählern im Schnitt ist der ehemalige Baskets-Brettspieler aktuell der fleißigste Punktesammler der Dragons.

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