Neuer Trainer, neuer Pointguard: Uni Baskets Paderborn auf Play-off-Kurs Chemnitz vor Augen, Real im Kopf

Paderborn (WB). Acht Jahre ist es her, dass die Play-offs in der 2. Basketball-Bundesliga zum ersten und letzten Mal mit Paderborner Beteiligung über die Bühne gegangen sind. Seitdem hatte der ehemalige Erstligist wesentlich häufiger sehr wenig als sehr viel mit der Vergabe der Top-8-Plätze zu tun. In dieser Saison sieht es aber anders, ungewohnt positiv aus.

Von Elmar Neumann
Kaum zu halten: Paderborns Pointguard Kendale McCullum gilt als der beste der 2. Liga. 
Kaum zu halten: Paderborns Pointguard Kendale McCullum gilt als der beste der 2. Liga.  Foto: Elmar Neumann

Die Uni Baskets sind mit der Bilanz von 13 Siegen und 12 Niederlagen Sechster, wenn sie es am Freitagabend (20 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz) mit dem seit 22 Partien ungeschlagenen ProA-Primus Niners Chemnitz (24/1) zu tun bekommen. Obwohl Fußball-Bundesligist SC Paderborn 07 zeitgleich in der ausverkauften Benteler-Arena auf den 1. FC Köln trifft, werden bis zu 2000 Fans in der Maspernhölle erwartet. Die erwarten nicht das Unerwartete, hoffen aber auf die Überraschung und verbinden ihren (verhaltenen) Optimismus allem voran mit zwei Namen: dem neuen Headcoach Steven Esterkamp und dem neuen US-Pointguard Kendale McCullum. „Keine Frage, das sind die Gesichter des Erfolges, die beiden, an denen unser Abschneiden als Allererstes festgemacht wird“, sagt Geschäftsführer Dominik Meyer.

Fünftbester Scorer der Liga

Esterkamps Gesicht ist ein in Paderborn bestens bekanntes. Der 39-jährige Nachfolger von Uli Na­echster zählte zu den BBL-Aufstiegshelden des Jahres 2006. Vor dieser Saison kehrte die Identifikationsfigur als Headcoach zurück und hinterlässt auf seiner ersten Station als Zweitligatrainer gleich einen überzeugenden Eindruck. Gar überragend ist das, was Kendale McCullum in seiner ersten Profisaison abliefert. Der 23-Jährige ist mit 18,4 Punkten pro Partie fünftbester Scorer der Liga, die er in den Rubriken Assists (7,1) und Ballgewinne (2,6) anführt. „Sein Gesamtpaket ist sensationell. Was ich an Kendale aber besonders liebe, ist die Art und Weise, wie er das Team besser macht. Er denkt nicht an sich, sondern immer an die Mannschaft“, sagt Esterkamp.

Während sich der Coach für zwei Jahre an die Baskets gebunden hat, drohen diese den besten Playmaker der ProA im Sommer direkt wieder zu verlieren. Dem gefällt es in Paderborn, aber er träumt von anderen Sphären, von Real Madrid und dem FC Barcelona: „Ich möchte es auf das höchstmögliche Niveau schaffen und das ist hier in Europa die Euroleague. Wenn ich hart an mir arbeite, traue ich mir das zu“, sagt McCullum und sein Trainer widerspricht ihm nicht: „Kendale bringt alles mit. Körperlich muss er noch etwas zulegen, aber das Talent und die mentale Stärke, es sehr, sehr weit zu bringen, hat er definitiv.“

Bescheidener Etat

Bevor sich McCullum vielleicht irgendwann mit den Besten Europas wird messen dürfen, wartet die beste Mannschaft der 2. Liga. Im Hinspiel hieß es 102:68 für die Sachsen, deren Budget schon jetzt nicht mehr weit unter dem in der BBL geforderten Mindestetat (drei Millionen Euro) liegt. Die Baskets hingegen müssen sich mit bescheidenen 800.000 Euro begnügen und kommen auch mittelfristig nicht für eine Rückkehr in das deutsche Oberhaus in Frage. Ihr großes Ziel ist die erste Play-off-Teilnahme seit acht Jahren.

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