Bei Baskets-Gegner Rostock sitzt der Ex-Bundestrainer auf der Bank
Bauermann und die Wölfe

Paderborn (WB). Als die Rostock Seawolves am 6. Januar bekanntgeben, dass ihr Headcoach ab sofort Dirk Bauermann heißt, traut auch Dominik Meyer seinen Augen kaum. Aber ja, er ist es wirklich. „Ich musste zweimal hinsehen und ich kenne niemanden, den diese Personalie nicht komplett überrascht hätte“, sagt der Geschäftsführer der Uni Baskets.

Samstag, 29.02.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 29.02.2020, 05:02 Uhr
62 Jahre alt und sich für die ProA nicht zu schade: Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann trägt in Rostock die Verantwortung. Foto: dpa

Acht ProA-Partien hat der langjährige Bundestrainer (Vizeeuropameister 2005) und neunmalige Deutsche Meister (siebenmal mit Leverkusen, zweimal mit Bamberg) seitdem absolviert. Zu Spiel Nummer neun kommen am Sonntag, 1. März (16 Uhr), die Uni Baskets in die Stadthalle Rostock, wo die Bauermänner unter ihrem neuen Chef in vier Spielen viermal als Sieger vom Parkett gegangen sind. Da das Auswärtsprogramm mit den Auftritten in Bremerhaven, Nürnberg, Jena und Chemnitz allerdings kaum anspruchsvoller hätte ausfallen können, hat der 62-Jährige, der im Sommer Tunesiens Nationalteam zu den Olympischen Spielen führen will, aber lediglich eine ausgeglichene Bilanz vorzuweisen und mit den Wölfen nur einen Rang gutgemacht. Zwölfter waren sie Anfang Januar. Elfter sind sie. Mindestens Achter wollen sie werden.

Ich musste zweimal hinsehen.

Dominik Meyer

Exakt an diesem Punkt überschneidet sich das Rostocker Ziel mit dem Paderborner Wunsch. Entsprechend große Bedeutung misst Meyer den 40 Minuten bei. Sieben (Rostock) beziehungsweise acht (Paderborn) Spiele vor dem Ende der Hauptrunde haben weder der gastgebende Elfte (11/14) noch der an der Ostsee gastierende Neunte (12/12) etwas zu verschenken. Es beginnt die Phase, die der 34-Jährige wie folgt beschreibt: „Jetzt wird es so richtig interessant. Wir wollten unbedingt ein Wörtchen mitreden, wenn es darum geht, die Play-off-Plätze zu vergeben. Diese Möglichkeit haben wir uns erarbeitet und nun geht’s darum, das Ganze mit einer Top8-Platzierung zu veredeln.“

Jetzt wird es so richtig interessant.

Dominik Meyer

In der Pflicht, sich nach den 32 Spielen in der oberen Hälfte wiederzufinden, sind – beim Blick auf die Höhe der Etats – andere. Auch Rostock. Das dort zur Verfügung stehende Budget wird auf zwei Millionen Euro plus X geschätzt. Der Bauermann-Coup darf dabei ebenso als Nachweis beneidenswerter Möglichkeiten empfunden werden wie die Nachverpflichtung, die kurz vor Ende der Wechselfrist getätigt wurde. Die NBA-Erfahrung von Shooting Guard Zach Lofton beläuft sich zwar nur auf einen einzigen Kurzeinsatz für die Detroit Pistons im Oktober 2018, aber dafür macht der 27-Jährige in Deutschlands zweiter Liga, was er will. Im Schnitt erzielt der 1,93-Meter-Mann etwas mehr als einen Punkt pro Minute Einsatzzeit – 30,3 Zähler in 29:52 Minuten. Tendenz eher steigend als fallend. Zuletzt bei der 82:109-Niederlage in Chemnitz waren es 39 und das bei einer Dreierquote von 69 Prozent (9/13). „Das sind natürlich beeindruckende Zahlen“, sagt Meyer und zieht daraus eine Schlussfolgerung: „Es stellt sich für uns in etwa die gleiche Frage, die sich andere Teams stellen, wenn sie vor den Spielen gegen uns abwägen, was es ihnen bringt, sich auf Kendale McCullum zu konzentrieren. Wobei ich glaube, dass wir das mit unserem Teambasketball weitaus eher kompensieren könnten als Rostock.“

Im letzten Duell mit Bauermann gab’s einen Sieg

Das Hinspiel, noch ohne Bauermann und Lofton auf der gegnerischen Seite, entschieden die Baskets mit 85:76 für sich. Nach den verlorenen direkten Vergleichen mit Konkurrenten wie Leverkusen, Heidelberg, Kirchheim und Hagen verfolgt das Team von Trainer Steven Esterkamp im Rückspiel ein großes und ein kleines Ziel: Natürlich geht es in erster Linie darum, den Hinrundenerfolg zu wiederholen und die Heimserie der Seawolves zu beenden. Reicht es dazu nicht, soll die Niederlage zumindest mit weniger als neun Punkten Differenz ausfallen. Die jüngste Erinnerung an ein Duell mit Dirk Bauermann ist eine positive. Am vorletzten Spieltag der Serie 2010/2011 bescherten die Baskets dem bereits als Meister feststehenden FC Bayern mit einem 84:82 eine von zwei Saison-Niederlagen.

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