Bei Demetrius Ward und Thomas Reuter geht’s um mehr als 50 Euro
Eine gewichtige Wette

Paderborn (WB). Als wäre es nicht Motivation genug, die Uni Baskets zum ersten Mal seit mittlerweile acht Jahren wieder in die Play-offs der ProA zu führen, hat Demetrius Ward noch ein ganz persönliches Interesse daran, dass dieses Warten endlich ein Ende hat. Der 29-Jährige findet an der Aussicht auf eine Top8-Platzierung auch deshalb großen Gefallen, weil die mit einer mindestens zwei Spiele währenden Verlängerung der sonst am 4. April endenden Saison verbunden wäre. Zusätzliche Zeit, die er vielleicht benötigen wird, um eine gewichtige Wette gegen Teamkollege Thomas Reuter zu gewinnen.

Dienstag, 18.02.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 05:04 Uhr
Baskets-Pointguard Demetrius Ward trägt sein Wunschgewicht, die 95 Kilogramm, als Zahl auf Trikot und Hose. Gegen Teamkollege Thomas Reuter wettet der 29-Jährige um 50 Euro, dass er diesen Wert bis zum Saisonende, am liebsten in den Play-offs, erreicht. Aber auch mit noch etwa 102 Kilo macht der US-Amerikaner schon einen sehr dynamischen Eindruck. Foto: Elmar Neumann

Dabei geht’s um die 95, die seit dieser Spielzeit Wards Trikot ziert. In der Vorsaison war er nicht nur mit der Nummer 5, sondern auch mit jeder Menge mehr Gewicht unterwegs. Bis zu 116 Kilogramm musste der Playmaker auf dem Parkett mit sich herumtragen. Zu viel, um sich gut zu fühlen und vor allem auch zu viel, um dauerhaft Topleistungen abzurufen. Bereits in der Sommerpause legte der 1,88 Meter große US-Amerikaner mit Hilfe zahlreicher Extraschichten einen sichtbaren Teil des überflüssigen Gepäcks ab. Um nichts vom frisch entdeckten Eifer einzubüßen, versah er das Trikot mit dem Wunschwert – der 95: „Die Zahl soll mich täglich daran erinnern, dass ich weiter hart arbeiten, diszipliniert bleiben und mich gesund ernähren muss.“

Dann ist das eine Win-win-Situation.

Thomas Reuter

 

Pizza, Pommes und zuckerhaltige Getränke sind die fiesesten Fallen auf dem Weg zum Ziel, von dem natürlich auch seine Mitspieler wissen. „Ich habe mich bei ‚Dimi‘ im Laufe der Saison mal erkundigt, wie viel er denn schon abgenommen hat. Damals lag er bei 104 oder 105 Kilo und ich habe ihm daraufhin eine Wette vorgeschlagen. Schafft er es, bis zum Saisonende die 95 Kilo zu erreichen, bekommt er von mir 50 Euro. Andernfalls muss er natürlich zahlen“, sagt Reuter. Der Forward dachte dabei aber nicht an sein Portemonnaie, sondern allein an Wards Bedeutung für die Baskets: „Die Wette sollte eine Extra-Motivationsspritze sein. Man sieht ja jetzt schon, wie gut ihm das tut, wie gut er spielt. Und wenn er weiter so hart an sich arbeitet, vielleicht noch besser in Form kommt und wir die Play-offs erreichen, ist das doch eine Win-win-Geschichte für alle Beteiligten“, sagt Reuter.

Thomas Reuter (links) hat seinem Teamkollegen Demetrius Ward die Wette vorgeschlagen.

Thomas Reuter (links) hat seinem Teamkollegen Demetrius Ward die Wette vorgeschlagen. Foto: Elmar Neumann

Sieben Kilo ist Ward noch von der 95 entfernt. „Puh, am Anfang ging es relativ schnell, aber jetzt ist es nicht mehr so einfach. Ich muss wirklich aufpassen, dass ich keine Dummheiten mache“, sagt der ehemalige Wolfenbütteler. Dass er sich auf dem Spielfeld aber schon jetzt viel leichter tut als vor zwölf Monaten, war auch beim jüngsten Sieg gegen Trier nicht schwer zu erkennen. Mit 15 Punkten, neun Rebounds und sieben Assists sammelte sich der Wettkandidat sogar in die Nähe eines Triple-doubles und verdiente sich jede Menge Lob – von Thomas Reuter, aber insbesondere von Steven Esterkamp. Der Headcoach bescheinigte seinem Pointguard, auf beiden Seiten des Courts einen super Job gemacht zu haben: „Das war offensiv und defensiv richtig gut von ‚Dimi‘. Er hat immer mehr Selbstvertrauen und wir hoffen, dass er den Rest der Saison so weiterspielt.“

Ich? Ich bekomme 50 Euro! Ich werde gewinnen.

Demetrius Ward

Das gestiegene Selbstbewusstsein spiegelt sich in Statistiken wider, die nicht nur leicht verbessert sind: 9,1 Punkte in 27 Minuten waren es in der Vorsaison, 12,5 Punkte in 23 Minuten sind es jetzt. Die Feldwurfquote ist sogar von 36,7 auf 48,8 Prozent gestiegen. Diese Zahlen passen, der über den Ausgang der Wette entscheidende Wert noch nicht. Die Frage, ob er schon 50 Euro zur Seite gelegt habe, beantwortet Demetrius Ward aber mit einem Grinsen und der angemessenen Portion Empörung: „Ich? Ich bekomme 50 Euro! Ich werde gewinnen.“ Das wird sich noch zeigen müssen, aber wenn sich der Mann mit der Nummer 95 dafür länger als bis zum 4. April Zeit lassen darf, hat die Wette garantiert mehr als einen Gewinner.

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