Nach der Panther-Nummer gegen Schwenningen hoffen mutige Uni Baskets Paderborn auch bei den Tigers Tübingen auf Zählbares
Raubkatzendressur, Teil zwei

Paderborn  (WB/jm). Raubkatzen liegen den Dompteuren der Uni Baskets Paderborn womöglich. Die Panther aus Schwenningen haben sie in dieser Saison der 2. Basketball-Bundesliga Pro A ja schon gebändigt – warum nicht Samstagabend (20 Uhr) mit dem nötigen Respekt auch die Tübinger Tiger?

Freitag, 25.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 26.10.2019, 16:38 Uhr
Auf die Defense kommt es an. 2,08-Meter-Hüne Martin Seiferth (Nummer 11) und seine Mitstreiter brauchen am Samstag in Tübingen eine 40-minütige Topleistung, um zu bestehen. Foto: Jörn Hannemann

Klar, die Papierform spricht gegen einen zweiten Streich der Gäste im Schwabenland. Die Rollen bei dieser Dschungelprüfung sind klar verteilt. Die bissigen Tiger, auf heimatlichem Terrain noch unbezwungen, lauern auf die Play-off-Teilnahme und weitere Beute dafür. Dieses Duell in der Paul-Horn-Arena steht unter einem besonderen Stern. Dafür sorgen wohlklingenden Namen auf den Trainerbänken, die bewegte Zeiten aufleben lassen. Baskets-Coach Steven Esterkamp misst sich schließlich mit einem gewissen Doug Spradley. Der Mann aus Tacoma, Washington, hat seit dem Sommer als Headcoach in Tübingen das Sagen. Sympathieträger Spradley, der mit seiner Paderborner Meisterklasse 2005/06 in die Bundesliga aufgestiegen war, hat sich an der Pader als erfolgreichster Coach der Vereinsgeschichte auf ewig in den Annalen verewigt.

»Ich habe viel Professionalität von Doug gelernt.«

Nach ihrer gemeinsamen Zeit in der Maspernhalle waren Spradley und sein Flügelspieler Esterkamp im Doppelpack zu den Eisbären Bremerhaven gewechselt. Und in Tübingen werden sie sich nicht zum ersten Mal als Gegner gegenüberstehen. »Es ist ein paar Jahre her, da war ich bei den Rockets Gotha Assistent von Chris Ensminger und Doug war in Würzburg tätig«, erinnert sich Esterkamp an das letzte Ligaduell; Gotha siegte im November 2014 gegen den damaligen Primus 77:74! »Meine Zeit mit Doug war super, perfekt. Ich habe viel Professionalität von ihm gelernt, als Spieler wie als Coach«, erzählt Esterkamp. Zeit zum nostalgischen Schwelgen mit seinem Mentor wird reichlich bleiben. Der Mannschaftsbus ist bereits Freitag gen Tübingen gefahren, die Rückkehr erst für Sonntag geplant.

Respekt vor dem Gegner: ja. Angst: nein! »Tübingen ist eine starke Mannschaft. Doug wird uns nicht unterschätzen und sein Team perfekt auf uns einstellen. Doch wir wissen, dass wir durchaus eine Chance haben, wenn unsere Defense steht und wir über 40 Minuten mit Disziplin und Einsatz unsere Leistung bringen«, betont Steven Esterkamp, der von seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Gesichtern konfrontiert worden ist. So bleibt ein unberechenbares Hauptproblem die überschaubare Achter-Rotation. Weil die Spieler nicht die Ruhepausen erhalten können, die sie eigentlich benötigen, sind konditionelle Einbrüche und mithin auch wiederkehrende Mängel in Sachen Konzentration irgendwo erklärbar. »Für unseren schnellen Spielstil brauchen wir zehn, elf Spieler. Es wird schon ein großer Schritt sein, wenn Daniel Mixich zurückkommt«, weiß Esterkamp, dessen Zauberwort-Mantra ans Team lautet: »Fokus! Jeder Tag ist wichtig! Das müssen die Jungs einfach lernen.«

»So eine Serie werde ich als Trainer nicht mehr schaffen.«

Spradley (53) hat in Tübingen einen Zwei-Jahres-Vertrag bis Mitte 2021 und trägt die Station Paderborn als »zweite Heimat« noch immer im Herzen. Als größten Erfolg bezeichnet er seine (saisonübergreifend) 50 Siege in Folge mit den Paderborn Baskets, die in den Erstliga-Aufstieg gipfelten. »So eine Serie werde ich als Trainer nicht mehr schaffen.« Tübingens Headcoach sagte nach dem jüngsten 72:85 (37:51)-Rückschlag seines Teams bei den Niners Chemnitz, der zweiten Saisonniederlage: »Mit unserer Leistung bin ich nicht zufrieden. Einzig damit, dass wir uns nicht aufgegeben und alles dafür gegeben haben, zurück ins Spiel zu kommen.« Tübingen traf bloß 52 Prozent der Freiwürfe und 29 Prozent von jenseits der Dreierlinie, außerdem leistete sich das Team 13 Ballverluste; in der Summe zu viele Fehler, um Chemnitz im Spitzenspiel gefährlich zu werden.

So kennt Spradleys kämpferische Ankündigung keine freundschaftlichen Bande: »Wir wissen, dass wir besseren Basketball spielen können, und werden das gegen Paderborn hoffentlich wieder zeigen.« Nicht mehr dabei ist Youngster Chris Okolie (19). Der »Big Man« hat die Schwaben auf eigenen Wunsch verlassen.

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