Uni Baskets verlieren in Hagen nach großer Aufholjagd mit 82:83 Dem Derbysieg ganz nah

Hagen (WB). Die Niederlage nach zweimaliger Verlängerung gegen Ehingen ist kaum verarbeitet, da liefern die Uni Baskets das nächste Drama ab. Nach einem zwischenzeitlichen 22-Punkte-Rückstand arbeiten sich die Paderborner gegen Phoenix Hagen in das Westfalenderby zurück und ziehen am Ende doch wieder den Kürzeren. 82:83 (33:49) heißt es nach einer hoch spannenden Schlussphase. Erneut wird Connor Wood zur tragischen Figur.

Von Elmar Neumann
Baskets-Guard Demetrius Ward im Laufduell mit Hagens späterem Matchwinner Jannik Lodders. Die Paderborner verlieren das dramatische Westfalenderby mit 82:83.
Baskets-Guard Demetrius Ward im Laufduell mit Hagens späterem Matchwinner Jannik Lodders. Die Paderborner verlieren das dramatische Westfalenderby mit 82:83. Foto: Elmar Neumann

»Das ist ein etwas glücklicher, aber aufgrund der ersten Halbzeit auch verdienter Sieg für die Hagener. Doch so enttäuscht wir im ersten Moment auch wieder sind: Ich bin einfach unglaublich stolz auf die Jungs, wie sie in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind und das Ding fast noch gewonnen hätten. Wenn wir verstehen, was es bedurfte, um das Spiel nach der Pause derart unter Kontrolle zu bekommen, werden wir noch schwerer zu schlagen sein, als wir es jetzt schon sind«, sagte Headcoach Uli Naechster.

Bis weit ins dritte Viertel hatte der Hausherr Hagen in der Krollmann-Arena alles unter Kontrolle, führte in der 24. Minute mit 63:41. Der ganz große Teil der 2504 Zuschauer – und wohl auch der 80 Baskets-Fans – war zu diesem Zeitpunkt überzeugt davon, dass die Feuervögel den fünften Erfolg in Serie landeten und ihrem neuen Coach Chris Harris eine perfekte Heimpremiere verschafften. Naechster aber hatte ganz anderes im Sinn, trieb sein Team auch in dieser vermeintlich aussichtslosen Lage nach jeder gelungenen Aktion lautstark nach vorne und wurde für seinen enormen Einsatz an der Seitenlinie belohnt. Die Baskets ließen sich von ihrem Boss anstecken und starteten eine beeindruckende Aufholjagd. Aus 22 Punkten Rückstand wurden bis Ende des dritten Viertels neun (62:71) und dann drehte auch der bis dahin unauffällige Marc Nagora auf. Der Distanzwurfexperte verkürzte per Dreier auf 70:76 (35.) sowie 79:80 (39.) und der Neuzugang aus Dresden war es auch, der die Gäste 1:05 Minuten vor dem Ende mit einem weiteren Dreier zum ersten Mal überhaupt an diesem Abend in Führung brachte (82:80). Die Hagener standen phasenweise völlig neben sich, trafen im Schlussabschnitt nur drei ihrer 13 Würfe und zeigten auch an der Freiwurflinie Nerven (5/10). »Ich habe ein, zwei Hagenern gesagt, dass ich die Angst in ihren Augen sehen kann«, sagte Naechster.

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Ich bin einfach unglaublich stolz auf die Jungs.

Uli Naechster

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Doch statt nach dieser sensationellen Wende das Happy-end bejubeln zu dürfen, gab es für die Baskets abermals nichts zu feiern. Zunächst leistete sich Connor Wood – schon gegen Ehingen Topscorer und Pechvogel in einem – zwölf Sekunden vor dem Ende einen folgenschweren Fehlpass. Dann zeigte sich Jannik Lodders 3,7 Sekunden vor der Sirene das entscheidenden Quäntchen gedankenschneller als Nagora, schnappte sich nach einem zu kurzen Wurfversuch von Hagens Kapitän Dominik Spohr den Rebound und traf zum 83:82. Und schließlich ließ Wood die letzte gute Gelegenheit liegen, indem er den Dreier, der den Auswärtssieg beschert hätte, nur an den Ring setzte. »Verdammt. Ich war in einer richtig guten Position und hatte einen großartigen Blick auf den Korb. Das ist ein Wurf, den ich sonst jeden Tag treffe, aber heute leider nicht. Der teure Ballverlust kurz zuvor ärgert mich natürlich auch enorm. Ich muss lernen, in solchen Situationen bessere Entscheidungen zu treffen und als Team müssen wir mal anfangen, einige dieser knappen Spielen zu gewinnen«, sagte der Kanadier.

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