Badu Buck will mit den Uni Baskets Paderborn beim ProA-Zweiten Academics Heidelberg für eine Überraschung sorgen
„Gott hat einen Plan für mich“

Paderborn -

Klar, rechnerisch scheint der begehrte Einzug in die Play-offs für die Uni Baskets Paderborn angesichts der „krummen“ Tabellenoptik der 2. Basketball-Bundesliga ProA weiter machbar. Doch das ist nur theoretische Zahlenspielerei, denn für dieses kleine Wunder müsste ziemlich viel zusammenkommen. Aus eigener Kraft kann Steven Esterkamps Crew in ihrem viertletzten Match am Samstagabend (19.30 Uhr) mit Offensiv-Power jedenfalls ein starkes Argument für diesen Hoffnungsschimmer beisteuern – einen Favoritensturz bei den MLP Academics Heidelberg! Es wäre der dritte Erfolg hintereinander.

Samstag, 20.03.2021, 08:58 Uhr aktualisiert: 20.03.2021, 18:00 Uhr
Teamplayer: Guard Badu Buck, langjähriger Jugend-Nationalspieler, brennt nach überstandenem Bänderriss im Daumen auf einen Einsatz in Heidelberg. Foto: Elmar Neumann

Bloß: Der aufstrebende Gegner hat in dieser Serie zu Hause in zehn Auftritten erst ein Mal verloren und könnte seinerseits mit dem angepeilten Heimsieg den Tabellenthron erklimmen. Zum dritten ist es nach 49 Jahren Heidelbergs letztes Match in der Halle des Olympiastützpunktes vor dem Umzug in den für 28 Millionen Euro neu errichteten SNP-Dome. Dieser historische Abschied soll nicht mit einer Schlappe garniert werden.

Was die Baskets erwarten könnte, demonstrierten die Academics beim jüngsten 100:83-Streich gegen die Artland Dragons, als der Tabellenzweite den Quakenbrücker Drachen 17 Dreier (!) um die Ohren haute. „Hoffentlich machen die das am Samstag nicht nochmal“, merkt Baskets-Headcoach Steven Esterkamp trocken an. Er würde den Gastgeber zu gerne mit dessen eigenen Waffen schlagen. „Ich hätte nichts gegen 18 Dreier einzuwenden“, schmunzelt er. A und O ist für Esterkamp am Abend die Performance in der Verteidigung. „Da müssen wir 40 Minuten aggressiv gegenhalten.“ Das weckt böse Erinnerungen an die Hinspiel-Lektion. Im ersten Treffen Mitte Januar reichte den Baskets ein 14-Punkte-Polster nicht, die Heidelberger um den starken Shyron Ely (25 Punkte) triumphierten noch 85:79.

Esterkamp schätzt den routinierten Kontrahenten mit einem Altersdurchschnitt von 25,1 Jahren (Uni Baskets 23,4) als eine „sehr gute Mannschaft mit sehr guten Spielern. Wir werden einen richtig guten Tag brauchen.“

Badu Isaiah Melbourne Buck stand beim 81:74-Erfolg über die wiha Panthers Schwenningen erstmals nach seinem Bänderiss im Daumen wieder im Aufgebot, kam aber noch nicht zum Einsatz. Der Guard, der am Ostermontag 22 Jahre alt wird, brennt auf seinen elften Einsatz. „Wir haben hart trainiert, sehr diszipliniert, mit hoher Intensität, und wollen hart spielen“, kündigt Buck ein fokussiertes Paderborner Team an. „In Heidelberg wollen wir alles zeigen, woran wir gearbeitet haben. Wir wissen, was wir können. Wenn wir das umsetzen können, was der Coach von uns fordert, sehe ich uns in der Lage, Heidelberg zu schlagen.“ Buck war Ende Oktober 2020 zu den Baskets gestoßen, um hier nach eineinhalbjähriger Pause aufgrund einer langwierigen Knöchelverletzung ein Profi-Comeback zu starten. In der Maspernhalle blieb ihm das Pech indes ein treuer Gefährte. Erst stoppte ihn nach nur einem Monat ein Muskelfaserriss in der Leiste, dann erzwang im Februar das Daumen-Dilemma ein mehrwöchiges Aussetzen. Doch der talentierte 1,95-Meter-Mann hat sich nicht unterkriegen lassen. Rechtzeitig zum Saisonfinale ist er wieder „da“.

Der Guard weist eine illustre Vergangenheit auf. Mit der U19 Alba Berlins wurde er 2018 Deutscher Meister. Als Mitglied der U16- und U18-Nationalmannschaft nahm er 2015 und 2017 an Europameisterschaften teil. Im Mai 2019, damals noch im Dress von s.Oliver Würzburg, wurde er in den Kader der deutschen U20 berufen – bis ihn der Knöchel außer Gefecht setzte und seine dritte EM-Teilnahme verwehrte.

Steven Esterkamp ist „sehr, sehr happy“, einen Typen wie Buck in seinem Team zu haben. „Er arbeitet jeden Tag hart und ist ein sehr lernwilliger, ein sehr schlauer Spieler. Sein Pech mit den vielen Verletzungen tut mir sehr leid.“

Badu Buck bleibt trotz der nervigen Blessuren positiv gestimmt. „Es war auf jeden Fall der richtige Schritt, hierher zu kommen“, meint er. „Ich bin dem Verein dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, und habe es nicht eine Sekunde bereut.“ Und weil Badu Buck ein gläubiger, ein gottesfürchtiger Mensch ist, sagt er: „Gott hat einen Plan für mich, Paderborn gehört zu diesem Plan. Ich habe bei den Uni Baskets neue Impulse bekommen, fühle mich wohl, mag das Städtchen und würde voller Freude auch im nächsten Jahr hier spielen. Doch diese Entscheidung liegt nicht bei mir.“ Die Uni Baskets seien ein besonderer Verein mit eigenem Charme, „einer eigenen Philosophie und einer eigenen Identität, mit der sie sich abheben. Es ist ein Privileg, hier spielen zu dürfen.“

Und er ist überzeugt: „Wir sind eines der am härtesten arbeitenden Teams in der ProA, jung und hungrig, und verbessern uns von Woche zu Woche.“ Bucks Rezept für den angepeilten Favoritensturz: „Auf dem aufbauen, was wir gut können, das beeinflussen, was wir beeinflussen können. Wir wollen unsere Play-off-Chancen so hoch wie möglich halten. Dazu gibt es keine andere Alternative als einen Sieg am Samstagabend. Doch wir dürfen uns selber keinen zu großen Druck machen.“

 

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