Meine Corona-Zeit, Folge 14: Henrik Rodenbüsch, Kapitän der ersten Tennismannschaft des TC GW Paderborn
„Das Vertrauen überwiegt“

Paderborn -

Nichts geht im Amateursport und das nach der Verlängerung des Lockdowns noch mindestens bis Ende März. In Folge 14 unserer Serie „Meine Corona-Zeit“ kommt Henrik Rodenbüsch zu Wort.

Samstag, 06.03.2021, 02:37 Uhr aktualisiert: 06.03.2021, 02:40 Uhr
Heimsport auf der Matte mit den Pamela-Reif-Youtube-Workouts: So hält sich Henrik Rodenbüsch auch ohne Tennis fit.

Der 23-Jährige studiert Englisch und Sport auf Lehramt und ist Kapitän der ersten Tennismannschaft des TC Grün-Weiß Paderborn, die in der abgelaufenen Sommersaison Platz zwei hinter dem TC Blau-Weiß Halle II belegte und den Aufstieg in die Verbandsliga damit nur ganz knapp verpasste.

Wie nah ist Ihnen das Virus bislang gekommen?

Henrik Rodenbüsch: Ich hatte zum Glück bislang noch keinen Kontakt zu einer infizierten Person. Es gab jedoch bereits einige Corona-Fälle in meinem Bekanntenkreis.

Was überwiegt bei Ihnen gerade: Vertrauen und Gelassenheit oder Unzufriedenheit und Frust?

Rodenbüsch: Natürlich bin ich aufgrund der gesamten Situation gefrustet. Aber ich weiß, dass wir nichts daran ändern können und ich habe immer noch großes Vertrauen in die Politik, auch wenn ich natürlich nicht mit allen Entscheidungen einverstanden war. Niemand kann in so einer Situation die perfekte Lösung aus dem Ärmel ziehen. Ich würde also sagen, bei mir überwiegen Vertrauen und es herrscht ein kleines bisschen Frust.

Der Amateursport ruht. Ist er Ihrer Meinung nach ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung?

Rodenbüsch: Als 1000 Menschen pro Tag gestorben sind, denke ich, dass auch der Amateursport seinen Beitrag dazu leisten musste, um noch schlimmere Zahlen zu verhindern. Wie effektiv die Beschränkungen sind, werden wir wahrscheinlich sowieso erst in ein paar Jahren genau wissen.

Wenn Sie für einen Tag Bundeskanzler sein dürften, was würden Sie für diesen einen Tag im Sinne der Nation ändern?

Rodenbüsch: Eine sehr schwierige Frage. Zuerst würde ich Frau Merkel einen ausgiebigen Wellness-Tag verordnen. Die Corona-Politik würde ich weiterhin beibehalten. Vielleicht würde ich den Bürgern einen schönen Anreiz geben, um weiter gemeinsam durch diese Krise zu kommen. Vielleicht gibt’s ja für jeden ein bis drei Freibier oder ähnliches. Cola ginge natürlich auch. (lacht)

Henrik Rodenbüsch spielt für den TC Grün-Weiß Paderborn in der Ostwestfalenliga.

Henrik Rodenbüsch spielt für den TC Grün-Weiß Paderborn in der Ostwestfalenliga. Foto: Privat

Was tun Sie und wo tun Sie es, um ihre körperliche oder auch geistige Fitness auf Trab zu halten?

Rodenbüsch: Für meine geistige Fitness sollte mein Studium herhalten (lacht). Um mich körperlich fit zu halten, versuche ich möglichst unterschiedliche Dinge zu machen. Innerhalb unseres Vereins haben wir eine Lauf-Challenge gestartet, dadurch war ich gezwungen, viel laufen zu gehen. Wenn es wieder etwas wärmer ist, werde ich mich auf das Rennrad schwingen. Und natürlich werden Zuhause die Pamela-Reif-Youtube-Workouts gemacht.

Die Welt verändert sich, Gewohnheiten werden erschüttert. Hat diese Extremsituation Ihr Lebensgefühl, Ihre Wahrnehmung, Ihr Denken verändert?

Rodenbüsch: Gerade jetzt im Winter merke ich, wie viel Glück wir hatten, so einen freien und unbeschwerten Sommer zu erleben. Die Ex­tremsituation zeigt mir, wie dankbar ich für alle meine Freunde, jede Unterhaltung und jede soziale Interaktion bin. Außerdem ist meine Vorfreude auf bessere Zeiten so unglaublich groß, dass ich gerne einfach bis zu diesem Zeitpunkt vorspulen würde, wenn es ginge.

Was ist Ihr Lieblingsort, um aufzutanken?

Rodenbüsch: Normalerweise würde ich hier sofort den Tennisplatz aufzählen. Im Moment sind es aber besonders Zeit mit meiner Freundin und meiner Familie. Außerdem geben mir digitale Treffen mit Freunden immer wieder ein gutes Gefühl, weil ich erkenne, dass wir da alle zusammen irgendwie durchkommen werden.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Rodenbüsch: The Wave“ von Todd Strasser. Muss ich für die Uni lesen.

Sehnen Sie die ,,Normalität‘‘ der Vor-Corona-Zeit herbei oder ist Ihnen bewusst, dass es diese Normalität nicht mehr geben wird?

Rodenbüsch: Ich sehne mich sehr nach einer „Vor-Corona-Normalität“. Ich denke aber auch, dass wir eine sehr gute „Nach-Corona-Normalität“ hinkriegen werden.

Was möchten Sie dem Coronavirus sagen?

Rodenbüsch: Sehr geehrtes Coronavirus, wir konnten jetzt einiges von Ihnen lernen. Nun ist aber gut, Sie dürfen gerne schnell wieder verschwinden. Wir wollen dieses Jahr Libori-Jubiläum feiern! Gruß und Dank, Henrik Rodenbüsch.

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