Uni Baskets Paderborn: Leidenschaft und Hingabe bleiben gegen Rostocks Seewolf-Riesen ohne Ertrag
Keine Punkte, dafür ein gutes Gefühl

Paderborn -

Wenn der vermeintlich Kleine den vermeintlich Großen über die Maßen piesackt: Regelmäßig schreibt der Sport solch fabelhafte Geschichten. Die gebeutelten Uni Baskets Paderborn waren Sonntag in der ProA ganz dicht dran, mit Hingabe und großem Einsatz dem Goliath Rostock Seawolves – das Aushängeschild des zweitgrößten deutschen Basketballvereins peilt ja nach eigenen Aussagen den Aufstieg ins Oberhaus an – einen Dämpfer auf diesem steinigen Weg zu verpassen.

Montag, 01.03.2021, 21:13 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 07:14 Uhr
Happy ob einer starken Leistung beim Spitzenklub Rostock: Uni Baskets-Coach Steven Esterkamp. Foto: Elmar Neumann

„Ich bin sehr happy. Das war über 40 Minuten Team-Basketball, richtig stark“, freute sich Headcoach Steven Esterkamp über die „Geschwindigkeit im Angriff und Energie in der Verteidigung. Wir haben unseren Stil gespielt, unsere Identität auf die Platte gebracht.“

Letztlich waren es gegen große internationale Seewolf-Breite vier, fünf Fehler zuviel, die dem Lausbubenstreich im Weg standen. Hier ein Paderborner Verstolperer, da ein Fangfehler, hier ein überhasteter Wurf, da ein Ball, der sich verflixt nochmal aus dem Ring drehte. Der Rest war so ziemlich Augenhöhe.

Eine klassische Kluft zwischen beiden Teams war schon vor dem Anpfiff auf dem Spielberichtsbogen abzulesen. Derweil Rostocks erfolgshungriger Coach Dirk Bauermann sämtliche Nachwuchsspieler aus dem Kader gestrichen hatte, wählte Kollege Esterkamp wieder den sympathischeren Weg der Entwicklung für seine Toptalente. Zwar blieb Leo Döring an der Ostsee ohne Einsatzzeit, dafür durften Peter Hemschemeier, der mit gut 23 Minuten dem Quartett der „Dauerbrenner“ angehörte, sowie die Center Vincent Neugebauer und Jens Großmann ihre Qualitäten aufblitzen lassen. Alle drei punkteten gegen Rostocks Riesen.

Letztlich machte Rostocks Last-Minute-Einkauf Trevor Lacey den Unterschied. Obwohl acht Monate ohne Praxis, war der spielintelligente US-Debütant nach 40 unterhaltsamen Minuten mit einem Effektivwert von 27 der Mann des Nachmittags. 20 Punkte, eine 70-Prozent-Trefferquote aus dem Feld, sieben Assists, vier Rebounds; die Investition in diesen Allrounder sollte sich gleich verzinsen. Ex-Nationaltrainer Dirk Bauermann, der es „rostig“ erwartet hatte, sprach von einem „nie gefährdeten Sieg. Am Ende kommt es darauf an, dass wir die wichtigen Würfe in der Schlussphase treffen – und das haben wir gemacht.“ Und die Uni Baskets im letzten Viertel trotz aller Leidenschaft eben nicht.

Vor der Reise am Freitag zu den punktgleichen Römerstrom Gladiators Trier und genauso fürs Sonntag-Heimspiel gegen das Team Ehingen Ursprung, Vorletzter, hat Uni Baskets-Geschäftsführer Dominik Meyer einen hehren Wunsch: „Dass wir diese Leistung bis dahin konservieren können!“ Einzig zwei Siege könnten die klitzekleine Play-off-Chance noch wahren, und dieser Druck ist nicht wegzudiskutieren. „Wir müssen!“, weiß Esterkamp.

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