2. Basketball-Bundesliga ProA: Starke Uni Baskets Paderborn unterliegen bei Rostock Seawolves mit 84:92
Den Favoriten ins Wanken gebracht

Paderborn -

Der große Favorit Rostock Seawolves wackelte phasenweise wohl bedenklich, fiel aber nicht. Die wackeren Uni Baskets Paderborn verloren in der 2. Basketball-Bundesliga ProA ihr Gastspiel an der Ostsee mit 84:92 (37:47), enttäuschten dabei aber keineswegs. „Kleinigkeiten haben gefehlt. Wir haben Dirk Bauermann und Co. vor ordentlich Probleme gestellt und zur Verzweiflung gebracht“, fand Uni Baskets-Geschäftsführer Dominik Meyer.

Sonntag, 28.02.2021, 21:03 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 07:30 Uhr
Paderborns Center Barret Benson (links) hatte in der Offense einen schweren Stand gegen Rostocks „Big Men“ und blieb bei vier Punkten stehen. Demetrius Ward (rechts) markierte 15 Punkte, war aber aus der Distanz glücklos. Foto: Elmar Neumann

Vor allem die beeindruckende Phase nach der Pause gefiel ihm, als der befreit aufspielende Gast einen imposanten 19:3-Lauf hinlegte und so einen 37:47-Halbzeitrückstand in eine 56:50-Führung umwandeln konnte. Unter dem Strich war diese Niederlage in Rostock aber trotz erbitterten Widerstandes auf Augenhöhe die vierte in Folge. Die Play-off-Perspektive versiegt zusehends. Drew Cushingberry und Demetrius Ward waren mit jeweils 15 Punkten Topscorer ihres Teams. Grant Benzinger, dem vier Dreier glückten, scheint seine Formkrise überwunden zu haben; noch ein Lichtblick. Meyer: „Es wäre schön, wenn es uns gelingt, diesen Rhythmus mit in den kommenden Doppelspieltag zu nehmen.“

Die Seawolves waren nach vier Pleiten in den vergangenen sechs Partien auf Rang drei der ProA zurückgefallen und sahen sich am Sonntag in der Wolfshöhle entsprechend unter Druck. Rostock konnte erstmals wieder auf den früheren lettischen Nationalspieler Ronalds Zakis bauen. Der Center hatte sich im November 2020 beim 107:96-Hinspielsieg nach einem Zusammenprall mit John Bryant eine schwere Schulterverletzung zugezogen.

An der Ostsee maßen sich die Teams mit der besten Dreipunkte-Quote der Liga, wobei der Gastgeber (39,5 Prozent) knapp vor den bereits am Samstag angereisten Baskets (38,9) lag. Trapp glückte auch denn auch aus der Distanz die 3:0-Führung, doch es sollte für eine Weile der einzige Dreier bleiben. Bis zu Wards 7:6-Führung fanden beide Teams offensiv fehlerfrei ins Spiel. Rostock besaß wie erwartet deutliche Größenvorteile. Die Gäste gaben bis zum 11:8 wohl den Takt vor, doch Rostock besaß bis dahin schon ein 5:1-Rebound-Übergewicht. Paderborns Quote aus der Ferne zu diesem Zeitpunkt: 20 Prozent (1/5). Dafür passte es defensiv. Rostocks 12:11-Führung kam bloß wegen einer tadellosen Freiwurfquote (6/6) zustande. Es blieb eng bis zum 21:21-Viertelende.

Mit zwei Dreiern hinterein-ander brachte Rostocks US-Neuzugang Trevor Lacey seine Farben 32:25 in Führung (13.). Lacey sollte bei seiner Premiere mit 20 Punkten auf Anhieb zum Topscorer seines Teams avancieren. Er zwang Steven Esterkamp so zu einer ersten Auszeit. In der Folge leisteten sich die Uni Baskets offensiv einige Nachlässigkeiten, sodass die Seawolves vorn blieben und beim 42:33 (18.) den bis dahin höchsten Abstand markierten. Mit der Halbzeitsirene erhöhte der Favorit auf 47:37.

„Minus zehn wird unserer engagierten Leistung nicht gerecht“, zeigte sich Geschäftsführer Dominik Meyer mit Verweis auf Rostocks Kaderqualität samt finanzgewaltiger personeller Nachjustierung nicht unzufrieden. Und sein Lächeln sollte noch stärker werden, denn Paderborn erwischte den deutlich besseren Wiederbeginn, schaffte durch Benzinger erst den Anschluss (46:47), dann die Führung (51:50) und drehte das Resultat dank eines schnörkellosen 19:3-Laufes – 56:50. Sämtliche Defensivrebounds waren in dieser Phase eine fette Beute des Außenseiters. In dem spannenden Kampf bis zum Viertelende wuchs die Dreier-Quote der Uni Baskets 50 Sekunden vor Schluss bis auf 50 Prozent an. Mit einem 66:65 für den Gast ging es in den Schlussabschnitt. Hier sollte sich die Fehlerzahl wieder häufen. Nach dem 73:79 versuchte Esterkamp mit einer Auszeit Rostocks Rhythmus zu stören. Jens Großmanns Dunking brachte nochmal den 79:82-Anschluss. Die Nervosität stieg stetig, wenig später hieß es 79:87 – Auszeit Paderborn. 85 Sekunden vor Schluss ging auch der fünfte Versuch aus der Distanz (Trapp) binnen weniger Minuten vorbei; die Vorentscheidung. Zuvor waren bereits Mixich (2), Drijencic und Benzinger glücklos.

Letztlich war der Seawolves-Sieg nicht unverdient. „Die haben das am Ende schon clever gemacht“, gab Dominik Meyer zu. Die Uni Baskets überzeugten mit Nervenstärke von der Freiwurflinie (14 von 16, 88 Prozent). Rostock gewann den Reboundvergleich (29:18), verbuchte auch mehr Assists (22:16) und hatte ebenso im Dreier-Vergleich knapp die Nase vorn (42:40 Prozent).

Die Baskets-Statistik

Rostock Seawolves: Nelson (0), Reischel (9), Carter (14/1), Veideman (16/2), Lacey (20/3), Ilzhöfer (0), Gloger (13), Theis (6/2), Jost (0), Zakis (2), Loesing (10/2), Wright (2)

Uni Baskets Paderborn: Döring (0), Cushingberry (15 Punkte, 4 Assists, 4/4 Freiwürfe, 24:32 min), Mixich (2 Punkte, 0/3 Dreier, 21:01 min), Hemschemeier (5 Punkte, 23:03 min), Neugebauer (3 Punkte, 3:17 min), Drijencic (5 Punkte, 16:10 min), Großmann (9 Punkte, 20:43 min), Benzinger (14 Punkte, 4/6 Dreier, 28:29 min), Benson (4 Punkte, 17:13 min), Trapp (12 Punkte, 4 Assists, 21:42 min), Ward (15 Punkte, 23:50 min)

Die Viertel: 21:21, 26:16, 18:29, 27:18

Das nächste Spiel: Am Freitag, 5. März (19.30 Uhr), gastieren die Uni Baskets bei den punktgleichen Römerstrom Gladiators Trier.

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