Fußball-Landesliga: Die vier Trainer sprechen über die aktuelle Situation, eine Saisonfortsetzung und die Kaderplanung
Marco Cirrincione zögert noch

Paderborn -

Vor vier Monaten durften die vier heimischen Fußball-Landesligisten letztmalig zu einem Pflichtspiel antreten. Seither heißt es für die Mannschaften, sich bestmöglich fitzuhalten für die verschiedenen Szenarien einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Wie sich die aktuelle Situation in den Teams darstellt, haben die Trainer Peter Berhorst (SuS Westenholz), Björn Schmidt (Hövelhofer SV), Markus Driller (SV Heide) und Marco Cirrincione (SCV Neuenbeken) erläutert.

Donnerstag, 25.02.2021, 02:49 Uhr
Bleibt Marco Cirrincione Trainer des SCV Neuenbeken? „Ich habe mich noch nicht final entschieden“, sagt er. Foto: Jörn Hannemann

Wie hält sich ihre Mannschaft aktuell fit?

Peter Berhorst:   Die Spieler halten sich individuell fit und strotzen vor Kraft. Für die Jungs, die das jetzt nicht so intensiv machen, wird es später umso anstrengender. Normalerweise trainiert man auf ein Ziel oder Datum hin. Dies haben wir aktuell nicht, daher ist die Situation schwierig.

Björn Schmidt: Jeder Spieler hält sich individuell fit und soll das tun, was ihm Spaß macht. Der eine fährt lieber Fahrrad, der andere macht Waldläufe. Alle haben richtig Lust, sich zu bewegen. Wichtig ist für mich auch, dass wir in Videokonferenzen auch die soziale Komponente nicht außer Acht lassen.

Markus Driller: Die Spieler bekommen von uns verschiedene Möglichkeiten an die Hand, wie sie sich individuell fit halten können. Krafttraining, Stabilisationstraining und Waldläufe stehen da im Vordergrund. Über Videokonferenzen halten wir auch den Kontakt miteinander.

Marco Cirrincione: Die Spieler haben individuelle Laufpläne bekommen. Natürlich ist es schwierig, aufgrund der ungewissen Situation die Motivation hochzuhalten. Aber ich muss mein Team loben, es ist mit großem Engagement dabei.

Wie ist ihre Erwartung bezüglich einer möglichen Fortsetzung der Saison?

Berhorst: Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass nichts planbar ist. Ich denke, wir machen entweder im August da weiter, wo wir die Saison abgebrochen haben, oder die Serie wird annulliert und es geht mit einer neuen Saison weiter.

Schmidt: Es ist sehr schwer zu planen. Es gibt mehrere Denkmodelle bezüglich des Wiedereinstiegs. Wir planen aktuell mit einer Sommerpause und dem sich anschließenden Beginn einer neuen Serie.

Driller: Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Amateurfußball wieder auf den Platz darf, bevor nicht alles andere in der Gesellschaft wieder normal läuft. Ich würde mich aber freuen, wenn wir zumindest die Hinserie noch zu Ende spielen können.

Cirrincione: Der Verband möchte die Saison mit aller Macht zu Ende spielen. Es ist durchaus möglich, dass ab April weitergespielt werden kann. Es macht allerdings keinen Sinn, nach sechs Monaten Pause zu sagen, in zwei Wochen wird wieder gespielt. Da wäre das Verletzungsrisiko viel zu groß. Und wir würden im Westfalenpokal mit wenigen Trainingseinheiten auf ein Preußen Münster treffen, das durchgespielt hat. Allerdings hat sich der Verband selber unter Druck gesetzt, indem er erklärt hat, dass die Serie bis 30. Juni beendet sein muss.

Wie weit sind Ihre Personalplanungen für die kommende Saison?

Berhorst: Neben dem Trainerteam hat ein Großteil unseres Kaders für die nächste Saison zugesagt. Der Verbleib von zwei oder drei Spielern ist aus beruflichen Gründen noch unsicher. Wir wollen uns natürlich gerne verstärken und schauen uns nach neuen Spielern um.

Schmidt: Das Trainerteam hat für ein weiteres Jahr verlängert. Jonas Martens wird uns in Richtung VfL Theesen verlassen, auch Sebastian Räker wird gehen. Wir sind bemüht, unsere Spieler zu halten, schauen aber auch nach links und rechts. Allerdings wird es schwierig, gute Neuzugänge zu verpflichten, da viele Spieler sagen, dass sie in dieser Zeit ihren Verein nicht im Stich lassen wollen.

Driller: Bis auf Marco Braun, der als Torwarttrainer zukünftig unsere Jugend trainiert, bleibt das Trainerteam zusammen. Michele Tomea-Mallorquin wechselt zum SV Marienloh, Jawad Bakteari zum SV Etteln. Stand jetzt haben wir 22 Zusagen für die neue Saison aus dem aktuellen Kader. Wir schauen uns trotzdem um. Wenn ein starker Spieler den Weg zu uns findet, nehmen wir den gerne.

Cirrincione: Ich habe mich noch nicht final entschieden, ob ich bleibe. Der Großteil der Mannschaft wird auch in der neuen Serie hier auflaufen. Fünf Neuzugänge stehen fest. Marc Sluiters wechselt von der DJK Mastbruch und Fynn Peters vom SVE Jerxen-Orbke zu uns. Julian Herbst, der früher beim Delbrücker SC und Hövelhofer SV war, hat zuletzt für den FC Nieheim in der Landesliga gekickt. Der Nigerianer Adebola Adejoju kommt vom Bezirksligisten TuRa Elsen und komplettiert wird das Quintett von Keeper Malte Müller vom Ligakonkurrenten Heide Paderborn. Eine Torwartposition war aufgrund der beruflichen Situation von Tayfun Türk, der eine Polizeiausbildung in Köln absolviert, frei geworden.

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