Kreissportbund Paderborn hat in seiner Geschäftsstelle eine neue Personalstruktur installiert
„Alle in Bewegung bringen“

Paderborn. -

Ein bewegtes Jahrzehnt liegt hinter dem Kreissportbund (KSB) Paderborn, samt massiver Ausdehnung in die Breite. 2011 mit einer „halben“ Kraft angefangen, kann die Interessenvertretung der 320 Sportvereine, der zehn Stadt- und Gemeindesportverbände, mittlerweile auf einen Kompetenzpool von 36 Mitarbeitern zählen.

Donnerstag, 04.02.2021, 02:26 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 14:28 Uhr
Der Kreissportbund Paderborn steuert Wachstumskurs und hat eine Personalstrategie installiert, die autarker machen und weiter professionalisiert werden soll. Von links: Vorsitzender Diethelm Krause, Maren Schwede (Kommunikation, Marketing), Annika Warnawski (Kaufmännische Leitung) und die neue Geschäftsführerin Lisa Frintrup. Im Lauf des Jahres soll ein hauptamtlicher Vorstand installiert werden, um das ehrenamtliche Präsidium nachhaltig zu entlasten. Lisa Frintrup zur neuen Konstellation, zur klaren Struktur: ,,Wir wollen voneinander profitieren und gemeinsam das Beste rausholen.“

Das überregionale Image könne sich sehen lassen, beteuert Diethelm Krause (64). Der KSB-Präsident ist seit einem Jahr ebenso „Vize“ Finanzen des Landessportbundes. „Den Kreissportbund Paderborn kennt jeder im Land. Wir mögen nicht zu den Größten in NRW gehören, doch wir haben uns von einem kleinen Dasein ins obere Mittelfeld geschoben und sind anerkannt.“

Dank guten Zusammenhalts der ostwestfälischen Verbände (Krause: „Wir sprechen mit einer Stimme“) sei es gelungen, stiefmütterliches Denken zu zersplittern, „dass die Welt hinter Hamm aufhört.“ Im Gegenteil werde die geballte OWL-Kompetenz im Land überaus geschätzt.

Der KSB Paderborn ist trotz des aktuellen Corona-Szenariums auch finanziell „gesund“ und steuert weiter Expansionskurs. Angesichts der ausgeweiteten Aufgabenbereiche ist Anfang Januar in der Geschäftsstelle eine neue Personalstruktur installiert worden, um sämtliche Prozesse weiter zu professionalisieren. Als neue Geschäftsführerin wirkt Lisa Frintrup (32), Sportwissenschaftlerin mit Master-Abschluss. Sie hat Carolin Emme abgelöst, die vor zwei Wochen Mutter einer kleinen Tochter geworden ist und sich bis 2023 im Erziehungsurlaub befindet. Die Buchhalterin und ausgebildete Industriekauffrau Annika Warnawski (27) zeichnet für die Kaufmännische Leitung verantwortlich und soll in diesem Jahr noch Beistand erhalten. Denn zusätzliches betriebswirtschaftliches Knowhow wird benötigt, da nicht nur die Bewegungs-Kindertagesstätte in der alten Bettenfabrik Delbrück (fast 80 Kinder), ein KSB-Herzstück, im August um eine weitere Gruppe wächst; es wird dann die fünfte sein. Der KSB übernimmt in Lichtenau die Trägerschaft für eine weitere Kita und bemüht sich aktuell um eine dritte Kita. Maßnahmen, die nicht zuletzt den Gewinn finanzieller Stabilität bedeuten. Oberhalb der vier Fachbereiche Sportjugend, Kita, Gesundheit und Sportbildungswerk wirken Lukas Schäfers als Assistent der Geschäftsführung sowie Allrounderin Maren Schwede (25), die die Ressorts Kommunikation und Marketing abdeckt. „Ein junges Team, das alles voll im Griff hat“, lobt Krause. „Sie verstehen die Sprache der Vereine.“

Die Aktion „Sport im Park“ bekommt im März eine Fortsetzung als Winter-Edition.

Die Aktion „Sport im Park“ bekommt im März eine Fortsetzung als Winter-Edition. Foto: Stadt Paderborn

Der Kreissportbund möchte seine Tätigkeiten und seine Ansprechpartner konsequent weiter in den ländlichen Raum verlagern. „Wir wollen unsere Basis stärken“, erzählt Maren Schwede. In Corona-Zeiten wandelt sich die Beratung. Das Thema Fördermittel sei inzwischen gut verankert, Hilfestellung vom KSB vor allem in Sachen Digitalisierung erwünscht, etwa des Kursangebotes. Aber auch hinsichtlich rechtlicher Dinge. „Wie kann ich eine Mitgliederversammlung durchführen? Kann ich Mitgliederbeiträge erlassen oder kürzen?“, nennt Schwede Fragen, die an den KSB herangetragen werden.

Es sei eine große Angst vor einer Abmeldewelle spürbar, vor allem von Kindern und Jugendlichen und insbesondere in den Städten. „Das ist ein schleichender Prozess. Die Problematik wird auf Dauer noch intensiver wahrgenommen“, orakelt Diethelm Krause. Maren Schwede erläutert: „In den Städten ist die Bindung zum Verein nicht ganz so stark. Auf dem Dorf ist der Verein erheblich stärker mit Nähe oder Tradition behaftet.“ Die bis Ende Februar laufende Bestandserhebung hat bis jetzt – 8086 Vereine (45 Prozent) haben abgegeben – einen Schwund von „nur“ 2,6 Prozent aufgedeckt. Städtische Großvereine seien dabei deutlich stärker betroffen. „Das entspricht bislang nicht annähernd den medial befeuerten Negativszenarien“, urteilt Maren Schwede. Als landesweite Entwicklung ist darüber hinaus zu beobachten, dass keine Neueintritte zu verzeichnen sind, auch auf dem Land nicht.

Für 2021 ist einiges geplant. Etwa Sport- und Aktivreisen wie die Radtour entlang des Ems-Radweges (8. bis 15. Mai, fast ausgebucht), der aktive Familienurlaub auf Norderney (21. bis 25. Juli) und die Wanderfahrt nach Schladming (Österreich) vom 29. August bis 5. September.

Um Synergieeffekte zu erzeugen, ist eine Kooperation zwischen dem KSB, dem Kreis Paderborn und dem Transferzentrum der Universität Paderborn (Department Sport &Gesundheit) vorgesehen. „Wir wollen im Offenen Ganztag mehr Bewegungszeiten für Kinder schaffen. 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen erreichen keine 60 Minuten Bewegungszeit pro Woche.“

Lisa Frintrup stellt fest, dass der KSB „die Größe eines Klein- bis Mittelstands-Unternehmen“ habe. Ihr Wunsch für die Zukunft ist es, dass der KSB „in jeder Hinsicht wächst und mal ein Mitarbeiter in jeder Kommune präsent sein wird, um beratend zur Seite zu stehen.“ Diethelm Krause ergänzt: „Unser Ziel ist es, künftig noch autonomer und unabhängiger von den Voraussetzungen für Zuschüsse zu werden.“ Mehr Informationen samt Organigramm und zuständige Mitarbeiter im Netz: www.ksb-paderborn.de

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