Volleyball: Trainer-Ikone Juri Kudrizki feiert heute 75. Geburtstag
Der Talentschmied

Paderborn. -

Seit mehr als fünf Jahrzehnten bestimmen der Volleyball und die Ausbildung von Spielern und Teams das Leben von Juri Kudrizki. Heute, Mittwoch, begeht die ostwestfälische Trainer-Ikone ihren 75. Geburtstag.

Mittwoch, 03.02.2021, 02:50 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 14:36 Uhr
Juri Kudrizki in der Mitte seiner erfolgreichen U20-Spieler, mit denen er im März vorigen Jahres den Sieg im Finale der Westdeutschen Meisterschaft feierte. Viele von ihnen waren zehn und mehr Jahre an seiner Seite. Sie lernten beim Jubilar alles, was es zu einem guten Volleyballer braucht: Disziplin, Präzision, Anstrengungsbereitschaft, Teamfähigkeit und natürlich den Hunger nach Erfolgen – aber auch die Liebe zu einem besonderen Spiel. Foto: Michael LInder

1946 in Feodosija auf der Halbinsel Krim geboren, begann er 1964 das Sportstudium an der Uni Minsk (Belarus). Zunächst startete er seine Sportkarriere als Zuspieler, doch schon als Student erkannte er 1966 seine Leidenschaft für die Trainertätigkeit. In der Minsker Sportuniversität trainierte er die Auswahlteams und bildete im Verlauf der Jahre unzählige Nationalspieler aus, die für die damalige Sowjetunion Weltmeister und Olympiasieger wurden.

Nach Deutschland kam Juri Kudrizki zunächst als Trainer des Armee-Sportclubs (bei Potsdam). Nach der Wende gab es erste Verpflichtungen in Vlotho und in Minden. 2004 startete der Jubilar in Paderborn durch, zunächst beim VBC, später auch in Detmold und schließlich beim VoR. Überall waren seine Wege vom Erfolg begleitet. In Minden bildete er mehrere Nationalspieler aus, war mit seinen Teams erfolgreicher Dauergast bei den Westdeutschen Meisterschaften.

In Paderborn stieg er mit dem VBC sofort wieder in die Oberliga auf. Hier musste er allerdings feststellen, dass die Basis fehlte. Das positive Beispiel des VoR bei den Mädchen und Damen wollte Juri Kudrizki auch auf den Jungenvolleyball übertragen. Erneut startete er eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte.

Der Trainer setzte dabei bereits in Paderborns Grundschulen an. Er trainierte mehrere Schul-Arbeitsgemeinschaften und traf hier auf sportaffine Kinder, denen er Volleyball „von der Pike auf“ beibrachte. Insbesondere die Lutherschule mutierte dank seiner Arbeit zu einer Volleyball-Talentschmiede. Mit Kudrizki gewannen die Lutherschüler fast alle Schulmeisterschaften. Ihm gelang es, die Talente schon früh in die Vereinsarbeit einzubeziehen und aussichtsreiche Mannschaften zusammenzustellen. Bei den Westdeutschen (13 Titel in zehn Jahren!) und bei den Deutschen Meisterschaften (U14 in 2016) waren seine Teams erfolgreich.

Seit März 2020 sind die Hallen geschlossen, Teamsport ist nur noch für Profis zugelassen. Es war Juri Kudrizkis U20-Team des VoR Paderborn vorbehalten, bei den Westdeutschen Meisterschaften am 7./8. März 2020 in Delbrück das letzte große Turnier zu spielen und auch zu gewinnen. Dieser Sieg bedeutete die erneute Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft, die dann allerdings nicht mehr stattfand.

Mit 75 Jahren befinden sich viele schon seit einem Jahrzehnt im Ruhestand. Bei Kudrizki ist es genau umgekehrt. Der Trainerfuchs kann es kaum erwarten, seine so wertvolle Arbeit fortzusetzen.

Alle Sportler und Volleyballer im Paderborner Land gratulieren Juri Kudrizki und wünschen ihm eine baldige und dann noch lange Rückkehr an den Ort, den er über alles liebt: die Turnhalle, gemeinsam mit „seinen“ Volleyballern, mit seinen Kindern.

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