Der Paderborner Timo Schäfers arbeitet beim Rund-um-die-Uhr-Sender Sky Sport News in München
„Ich hab‘ schon immer viel gesabbelt“

Paderborn -

Wer sich in der Sportstadt Paderborn für den SCP und die Uni Baskets interessiert, dem ist diese Stimme geläufig. Ob an der Seite von Jürgen Lutter und Robert Hilberath als Stadionsprecher in der Benteler-Arena oder als Livestream-Kommentator und Ersatz für Stamm-Hallensprecher Olaf Port im Sportzentrum Maspernplatz – Timo Schäfers hat sich schon in den verschiedensten Funktionen ans Mikrofon gewagt.

Mittwoch, 27.01.2021, 02:54 Uhr aktualisiert: 27.01.2021, 03:01 Uhr
Der Paderborner Timo Schäfers an seinem Arbeitsplatz. Seit Mai 2020 arbeitet er bei Sky Sport News als Jungredakteur. Foto: Privat

Seit geraumer Zeit lässt er aber weniger in Paderborn als vielmehr – und das beinahe täglich – bundesweit von sich hören. Der 26-Jährige arbeitet nun beim Rund-um-die-Uhr-Nachrichtensender Sky Sport News als Jungredakteur. Im Mai des vergangenen Jahres hat der neue Lebensabschnitt begonnen. Die sechsmonatige Probezeit ist problemlos überstanden, die Begeisterung für den seither unbefristeten Job groß: „Es gefällt mir super-gut. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen. Ich lerne jeden Tag dazu. Das macht wirklich großen Spaß“, sagt Schäfers.

Im Herbst 2019, während eines dreimonatigen Praktikums am heutigen Arbeitsplatz, hatte er sich für anspruchsvollere Aufgaben empfohlen. Wenig später war der Vertrag unterschrieben und die Wohnung im Münchener Stadtteil Giesing gemietet. Von dort, nur einen langen Abschlag vom Sechzger-Stadion an der Grünwalder Straße entfernt, geht‘s an einem jeden Arbeitstag in die Redaktion nach Unterföhring. Vom Südosten in den Nordosten der Stadt sind es mit dem Auto über den Mittleren Ring 20 Minuten – zumindest in Zeiten wie diesen, in denen die Pandemie im Freistaat für freie Straßen sorgt und auch der gemeine Münchener im Home Office anzutreffen ist. Schäfers aber ist das nicht. Sein Ziel ist die Medienallee, an der neben der ProSiebenSat.1 Media SE und dem Bayrischen Rundfunk auch die Sky-Zentrale angesiedelt ist.

In der Regel sendet Sky Sport News Von 9 bis 24 Uhr live. Von 0 bis 9 Uhr, in der so genannten Nightline, gibt‘s die letzte halbe oder die letzte Stunde in Dauerschleife zu sehen. Ein Tag mit Frühschicht beginnt um 8 Uhr mit einer Redaktionssitzung und endet gegen 16.30 Uhr. „Morgens wird mit dem CvD, dem Chef vom Dienst, besprochen, was ansteht, wo sich unsere Reporter befinden und wie der Tag ungefähr verlaufen könnte. Aber ganz genau weiß man in unserem Job natürlich nie, was passiert – unter anderem das ist es ja, was die Arbeit in einer Sportnachrichtenredaktion so dermaßen spannend macht“, sagt Schäfers.

Eine Ausnahme: Timo Schäfers sieht sich auch künftig eher hinter als vor der Kamera.

Eine Ausnahme: Timo Schäfers sieht sich auch künftig eher hinter als vor der Kamera. Foto: Privat

Der Berufsbayer hat aktuell vor allem zwei Aufgaben. Mal trägt er die Verantwortung dafür, dass die Schalten zu den Reportern und Experten funktionieren, dann geht es darum, eigene Beiträge zu erstellen. Vom Sammeln des Materials, über das Entwickeln einer kleinen Story bis zum Schneiden. „Auch den Text, den ich spreche, schreibe ich selbst. Den stimme ich kurz mit dem CvD ab und dann wird vertont“, sagt Schäfers. Ob Zusammenfassungen vom internationalen Fußball-Geschehen, Tennis, Wintersport oder Beiträge zur Endlos-Krise bei Schalke 04 – die Stimme des Paderborners, einst selbst großer S04-Fan, war schon in den unterschiedlichsten Zusammenhängen zu vernehmen. In Erinnerung geblieben ist ihm jedoch insbesondere ein Augenblick: „Ich weiß, dass ich früher die Formel1-Übertragungen gesehen habe, den Kommentatoren genau zugehört und mir gedacht habe: Man, wenn du damit mal beruflich zu tun hättest, das wär‘s. Und als ich im ersten Monat direkt eine Renn-Zusammenfassung sprechen durfte, war das ein echt absurder Moment.“

Der Sky-Neuzugang macht also fleißig von sich reden, zu sehen ist von ihm aber noch nichts und dabei soll es auch bleiben. Statt von einer Zukunft vor der Kamera träumt der Bruder von Baskets-Nachwuchs-Coach Tobias Schäfers lieber davon, irgendwann den Sprung in die Live-Kommentatoren-Riege um Wolff Fuss zu schaffen. Was er mit der urplötzlichen Premiere bei einem Heimspiel der Uni Baskets vor viereinhalb Jahren zu schätzen gelernt hat, traut er sich auch auf der ganz großen Fußball-Bühne zu: „Kommentieren macht mir unglaublich viel Spaß. Ich hab‘ schon immer viel gesabbelt, auch früher an der Playstation meine Spiele kommentiert. Das ist genau mein Ding.“ Aber er weiß, dass er mit diesem Wunsch alles andere als der einzige ist: „Allein unter meinen Redaktionskollegen gibt es viele, die das gleiche Ziel haben. Auch deshalb setze ich mich erst mal nicht unter Druck. Es wäre toll, wenn es klappen würde, aber ich bin jetzt erst mal neu hier und kann noch so viel lernen.“

In einem Großraumbüro wie diesem befindet sich auch der Arbeitsplatz von Timo Schäfers.

In einem Großraumbüro wie diesem befindet sich auch der Arbeitsplatz von Timo Schäfers. Foto: Imago

Schäfers will lernen, aber er möchte auch auf sich aufmerksam machen, von denen gehört und für gut befunden werden, die entscheiden, wen die Fans zu hören bekommen sollen. Der Druck darf nicht zu groß werden, aber gehört dazu – vor allem wenn Wolff Fuss sich einen ersten Eindruck von einem seiner potenzielle Erben machen kann. Genau eine solche Situation hat sich zufällig schon ergeben. „Vor kurzem, als ich einen Beitrag über die Serie A gesprochen habe, war er Studiogast bei uns und saß in unserem Großraumbüro drei Meter hinter mir. Da versuchst du natürlich alles, um fehlerfrei zu bleiben. Ich glaube, das hat geklappt und vielleicht hat er ja was gehört.“

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