Fußball-Oberliga: Paderborns Trainer Mitch Kniat vom erneuten Lockdown genervt
Fitter aus der Pause kommen

Paderborn (WB/jm). 40 Meisterschaftsspiele, das birgt Komplikationen. Irgendwie illusorisch, dass die Fußball-Oberliga Westfalen angesichts des November-Lockdowns dieses Pensum wird absolvieren können. Die mindestens vierwöchige Unterbrechung könnte dazu führen, dass die mannschaftsstärkste Liga im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) nicht die komplette Saison spielt.

Mittwoch, 04.11.2020, 03:00 Uhr
Trainer Mitch Kniat hospitiert derzeit auf der Insel bei Daniel Farkes Norwich City. Foto: Oliver Schwabe

Fünf Mannschaften steigen am Ende direkt ab aus der Oberliga. Noch liegt die U21 des SC Paderborn mit acht Punkten nach acht Spielen als Tabellen-15. über dem Strich. Der „goldene Oktober“ hat der Mannschaft von Trainer Mitch Kniat sieben Zähler aufs Konto gespült. „Die Pause gefällt mir ganz und gar nicht. Und ich würde es gerne noch drastischer ausdrücken“, kommentiert Kniat den vollzogenen Lockdown für den Amateurfußball. „Ich verstehe es auch nicht. Der Kontaktsport wird nicht als Ansteckungsherd bewertet, und unsere Hygienekonzepte greifen. Aber wir müssen das akzeptieren, was die Fachleute entscheiden. Hauptsache, es kehrt danach wieder Normalität zurück. Ich mag gar nicht daran denken, dass sich noch ein strenger Winter anschließen könnte.“

Aus der Pause einen Vorteil ziehen

Gemeinsames Training ist abgesagt. Die SCP-Spieler haben umgehend Laufpläne bekommen. „Wir müssen fit sein, wenn es wieder losgeht. Fitter als die anderen Vereine – das ist das Ziel. Es muss uns gelingen, aus dieser Pause einen Vorteil für uns zu ziehen.“ Am 6. Dezember würde es für Paderborns U21 mit einem Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen weitergehen. Bis dahin werde es per Zoom regelmäßigen Online-Kontakt geben. Auch seine Fußballlehrer-Ausbildung habe wegen Corona zuletzt nur online stattgefunden. Am Montag ist Kniat auf die britische Insel gereist. Ziel: Norwich. „Ich hospitiere bei Norwich City“, freut er sich. Cheftrainer bei den im Sommer aus der Premier League abgestiegenen „Canaries“ ist der in Steinhausen aufgewachsene Daniel Farke, der Techniktrainer heißt Christopher John, vor seinem Abschied nach England (im Winter 2018) Kniats Co-Trainer bei der SCP-Reserve.

Keine weitere Verlängerung vorgesehen

Die Entwicklung spitzt sich aufgrund der rapide steigenden Corona-Zahlen zu. „Letztlich bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten. Abwarten und Tee trinken“, wirbt Reinhold Spohn (Herne), seit mehr als acht Jahren Staffelleiter der Oberliga Westfalen, um Geduld. Für den 66-Jährigen ist „die Organisation dieser Saison eine einmalige Situation.“ Er macht sich keinen großen Kopf. „Wir haben die Spielzeit ja bis Ende Juni 2021 verlängert. Wie weit wir damit kommen, das weiß derzeit kein Mensch. Nach dem jetzigen Stand ist auf jeden Fall keine weitere Verlängerung vorgesehen.“ Der Rahmenterminplan sieht eine Winterpause nach dem Spieltag am 20. Dezember bis zum 31. Januar 2021 vor. Ob die angesichts zahlreicher Nachholspiele – Aufsteiger Victoria Clarholz liegt zum jetzigen Zeitpunkt bereits mit fünf Partien im Rückstand – womöglich schrumpft, vermag Spohn heute nicht zu sagen. Den aus England bekannten „Boxing Day“ mit Spielen am zweiten Weihnachtstag schließt er jedenfalls aus.

Früher Abbruch der Worst Case

Der schlimmste Fall wäre für den Herner, „wenn es zu einem Abbruch der Saison käme zu einem Zeitpunkt, an dem wir weniger als 50 Prozent der Spiele absolviert haben und die Spielzeit deshalb nicht gewertet werden kann. Aber ich bin schon immer Optimist gewesen.“

Friedhelm Spey, Staffelleiter der Landesliga und der „Paderborner“ Bezirksliga 13, hat 16 Vereine mit Coronafällen. „Mit solchen Zahlen, wie wir sie jetzt haben, konnte man nicht rechnen. Wir müssen die Bremse ziehen und den Politikern und Virologen vertrauen“, findet der Hüllhorster, der eine klare Meinung vertritt. „Der Sport ist hier Opfer, nicht Täter! Auf dem Sportplatz passiert am wenigsten. Trotzdem muss man solidarisch sein.“ Gelassen sagt Spey: „Die Fußballer haben einen konkreten Plan, wieder in den Spielbetrieb zurückzukehren. Sollte im Dezember der Sport wieder anlaufen, erhalten die Mannschaften eine zweiwöchige Vorbereitungszeit. Danach wird ab Mitte Dezember wieder gespielt.“

Wir sollten bis Ende des Jahres pausieren.

Friedhelm Spey

In zwei Wochen würde die Kanzlerin noch mal mit den Ministerpräsidenten tagen. „Vielleicht wird dann zumindest das Training wieder ermöglicht“, überlegt Spey und schlägt vor: „Wir sollten bis Ende des Jahres pausieren. Aber müsste dann im Januar wieder der Spielbetrieb aufgenommen werden, um die Saison bis Ende Juni zu Ende bringen zu können.“

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