Unter den Top 4 in Deutschland, da überwiegt bei den Untouchables Zufriedenheit
„Einen Sprung gemacht“

Paderborn (WB/jm). Der Deutsche Baseball-Meister ist wiederholt fernab vom Paderborner Ahorn-Ballpark ermittelt worden. Vorjahresgewinner Heideköpfe Heidenheim behauptete sich in den Endspielen souverän mit 3:0 (12:3, 3:0, 8:3) gegen die Bonn Capitals und setzte sich zum insgesamt fünften Mal die Nationale Krone auf.

Freitag, 23.10.2020, 02:00 Uhr
Wenn die Untouchables Nervenstärke und Routine auf dem Mound brauchten, kam er: Pitcher-Trainer Matt Kemp. Foto: Jörg Manthey

Im Lager der Untouchables sind sie trotzdem zufrieden mit dem Verlauf der kurzen Corona-Saison und dem Erreichten. Die Qualifikation für das DM-Halbfinale war Jendrick Speers Minimalziel und konnte als sicherer „Vize“ der Nordstaffel auch fixiert worden. Speer schickte artig einen Glückwunsch an Heidenheims Pitcher Lou Helmig. Der 17-Jährige, Filius des früheren Paderborner Meistermachers Martin Helmig, ist sein Patenkind.

Die Wandlung

Der Chefcoach der U’s, der unterstützt wurde von Octavio Medina (Fielding) und Matthew Kemp (Pitching), blickt freudig auf die Punktrunde zurück. „Trotz Corona haben wir viele Spiele reingekriegt. Die Mannschaft hat im Verlauf der Saison einen Sprung gemacht, ist besser zusammengewachsen und hat sich so gesteigert. Das war eine richtige Wandlung vom Anfang bis zum Ende der Saison. Wir gehören zu den Top 4 in Deutschland . Das ist eine Auszeichnung“, sagt Speer.

In der regulären Gruppenphase mussten die Untouchables nur ein Mal als Verlierer das eigene Feld verlassen, beim unnötigen 4:6 gegen die Solingen Alligators. Sowohl der Teamgedanke als auch die Entwicklung der einzelnen Spieler hätten sichtbare Fortschritte gemacht, findet Speer. Als einen der Gewinner der Saison bezeichnete er Florian Seidel. Der Linkshänder wurde oft als Starting Pitcher eingesetzt. Aber auch ein Nadir Ljatifi habe als Ex-Minor Leaguer Leistung gebracht und seine Rolle als Vorbild erfüllt.

Druck standgehalten

Die beiden Heimsiege (5:0, 3:1) gegen die Dohren Wild Farmers, mit denen die Play-off-Teilnahme festgezurrt wurde, empfand Jendrick Speer als einen Saisonhöhepunkt. „Es war schon ein gewisser Druck da, noch dazu vor eigenem Publikum. Wir haben dem standgehalten.“ Genauso genoss der Headcoach die abendlichen Flutlichtspiele ob des Flairs.

„Das letzte Spiel gegen Bonn war ein Klassiker. So viele Homeruns sind nicht alltäglich“, schwärmt er. „Bei dem 8:9 haben wir gut gekämpft und uns als Gegner auf Augenhöhe präsentiert.“ Allerdings war dies das bereits das dritte und damit entscheidende Match der Play-off-Runde gegen die Caps. Die Hypothek des 0:15 und 0:6 aus den enttäuschenden ersten beiden Auftritten im Stadion Rheinaue war irreparabel. „Da haben wir die schlechtesten Spiele der Saison abgeliefert, dabei hätten es die besten für uns sein müssen. Aber kleine Fehler gegen gute Mannschaften werden bestraft. Kleinigkeiten machen auf diesem Niveau den Unterschied aus“, gruselt’s Speer bei der Rückschau auf die Partien in der Bonner Rheinaue immer noch.

„Erfahrung setzt sich durch“

Der Headcoach macht großes Potenzial in seiner immer noch jungen, aber von Jahr zu Jahr erfahreneren Mannschaft aus. „Nur Talent reicht nicht. Die Erfahrung macht den Unterschied und setzt sich durch“, doziert er. „Und darauf arbeiten wir hin.“ Heidenheim und Bonn, die sich bereits zum vierten Mal hintereinander im DM-Finale gegenüberstanden, seien über Jahre gewachsene Teams. „Wenn unsere Jungs dabei bleiben und zwischen 25 und 30 Jahre alt sind, sind wir gefährlich. Dann können sich die anderen warm anziehen“, schmunzelt Speer. Er wartet auf den großen Durchbruch. „Wir lernen seit Jahren dazu, auch diese Saison hat uns wieder weitergebracht.“

Weiter den Nachwuchs fördern

An der seit 2013 vorangetriebenen Strategie, vorrangig den eigenen Nachwuchs bundesliga-tauglich zu machen, will Speer festhalten. „Wenn wir dann merken, dass es auf einer Position nicht reicht“, können wir immer noch reagieren.“ Eine erste Umfrage unter den Spielern hat ergeben, dass nach dem personellen Umbruch vor der abgelaufenen Saison diesmal mit Kontinuität zu rechnen ist. Demnach hat auch Marco Cardoso seinen Boston Red Sox-Traum in der Dominikanischen Republik erstmal beerdigt. Speer: „Marco will sich hier beruflich was aufbauen. Ich gehe davon aus, dass er uns erhalten bleibt.“

Zurzeit ist noch Offseason. Mitte November beginnt unter Leichtathletiktrainer Thomas Prange die athletische Vorbereitung auf die neue Spielzeit.

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