Auch der Silvester-Cup des SV Heide Paderborn ist abgesagt
„Wir sind nicht todtraurig“

Paderborn (WB). Seit seinem Debüt als Cheforganisator vor 14 Jahren war für Thomas Dreßler immer völlig klar, wo und wie er die meiste Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr verbringt: im Sportzentrum Maspernplatz, beim Silvester-Cup um den Preis der Sparkasse Paderborn-Detmold. Unter normalen Umständen wäre das auch in diesem Jahr der Fall gewesen.

Mittwoch, 23.09.2020, 02:18 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 02:20 Uhr
In diesem Jahr bleibt das Sportzentrum Maspernplatz zwischen Weihnachten und Neujahr leer. Der Silvester-Cup um den Preis der Sparkasse Paderborn-Detmold ist nun – wie alle anderen Hallenturniere – ebenfalls abgesagt worden. Foto: Besim Mazhiqi

Die 33. Auflage, die 15. unter der Führung des Fußball-Abteilungsleiters des SV Heide Paderborn, hätte vom Sonntag, 27. Dezember, bis Dienstag, 29. Dezember, über die Bühne gehen sollen. Aber seit Montag steht fest: Erstmals in seiner Geschichte wird das größte Hallenturnier im Hochstift ausfallen.

Ab in den Urlaub?

„Die Nachricht ist noch viel zu frisch, als dass ich mir schon genaue Gedanken darüber gemacht hätte, was ich jetzt mit der freien Zeit zwischen den Jahren anstellen könnte, aber ich kann mir gut vorstellen, mit meiner Familie, die ja auch immer beim Silvester-Cup im Einsatz ist, ein paar Tage in den Urlaub zu fahren“, sagt Dreßler. Der 53-Jährige klingt nicht nur gelassen, er ist es auch. Anfang August hieß es aus Dreßlers Munde zwar noch: „Wir wollen den Silvester-Cup um den Preis der Sparkasse Paderborn-Detmold auch 2020 stattfinden lassen. Wenn auch in deutlich abgespeckter Form.“ Die Entwicklung der Coronapandemie und die Inhalte der Coronaschutzverordnung haben die Verantwortlichen des SV Heide aber sachlich und realistisch genug betrachtet, um nun vom endgültigen Aus für ihr Turnier nicht mehr überrascht zu werden: „Wir sind nicht völlig geplättet von der Gewissheit, dass das Turnier nicht gespielt werden kann. Wir sind auch nicht todtraurig, denn das ist ja bei weitem nicht die einzige Veranstaltung, die abgesagt werden muss. Das ist eine Entscheidung, die wir absolut respektieren und akzeptieren.“

30-Personen-Regel das Problem

Hätte sich wider Erwarten eine Chance auf die Durchführung abgezeichnet, wären Dreßler & Co. bei den Uni Baskets vorstellig geworden, um sich an dem Hygienekonzept, mit dem der Zweitligist Mitte Oktober in die neue Saison starten will, zu orientieren. Doch es war ohnehin weniger der vorschriftsmäßige Umgang mit den Abstandsregeln auf den Tribünen, der Dreßler Sorgen bereitet hätte, als vielmehr ein anderer Punkt der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus: „Es war klar: Solange sich an der 30-Personen-Regel nichts ändert, werden wir nicht spielen können, da in der Gruppenphase oder der Endrunde viel mehr Spieler aufeinandertreffen würden.“

Auch Ape für die Absage

An dieser Vorgabe hat sich auch in der seit dem 1. September und bis zum 31. Dezember gültigen Fassung der Verordnung nichts geändert und so hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen beschlossen, keinerlei Hallenturniere im Jugend- und Amateurfußball zu genehmigen. Darauf hatte sich die ständige Konferenz des FLVW – bestehend aus den Präsidiumsmitgliedern und Kreisvorsitzenden – mit einer eindeutigen Mehrheit geeinigt. Für Paderborn heißt das: keine Kreishallenmeisterschaften, kein Bürgermeisterpokal, kein Drei-Hasen-Cup, keine Vereinsturniere und damit eben auch kein 33. Silvester-Cup. Aus Sicht des Kreisvorsitzenden Dietmar Ape eine alternativlose Entscheidung: „Auch ich habe dafür gestimmt und mir tut das Ganze natürlich sehr leid, aber wir befinden uns weiterhin in einer absoluten Ausnahmesituation, die sich niemand ausgesucht hat und mit deren Folgen wir leben müssen.“ Das muss auch der SV Heide, wobei Dreßler die Konsequenzen für seinen Verein keine allzu großen Sorgen bereiten: „Wir haben in den vergangenen Jahren so gut gewirtschaftet, dass wir das ganz gut wegstecken können. Wir müssen den Gürtel nun ein bisschen enger schnallen, geraten allerdings nicht in eine finanzielle Schieflage, wenn der Silvester-Cup einmal nicht stattfinden kann.“

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