DJK Delbrück: Volleyball-Drittligist startet ohne Fans in die Meisterschaft
Saison mit vielen Fragezeichen

Delbrück (WB/ma). Fast sechseinhalb Monate nach dem letzten Spiel der wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochenen Saison 2019/20 starten die Volleyballer der DJK Delbrück am Samstag (18 Uhr, Alte Halle am Driftweg) daheim gegen die TSV Giesen Grizzlys II in ihre zweite Saison in der 3. Liga West. Zuschauer werden beim Saisonauftakt allerdings nicht dabei sein.

Mittwoch, 09.09.2020, 21:00 Uhr
DJK-Chef Rudolf Fraune, Trainer Uli Kussin und Zuspieler Johannes Grodde (von links) freuen sich auf die neue Drittliga-Saison. Foto: Markus Schlotjunker

2019 waren die Delbrücker nach elf Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur 2. Liga abgestiegen. Zum Zeitpunkt des Abbruchs der folgenden Drittliga-Spielzeit im Frühjahr 2020 lag die DJK zwar hinter Tabellenführer SVG Lüneburg II, der auf den Aufstieg verzichtete, auf Rang zwei, erhielt wegen der besonderen Umstände aber auch das Aufstiegsrecht. Nach regem Austausch zwischen Vorstand, Trainer und Mannschaft entschied sich die DJK Delbrück jedoch für ein weiteres Jahr in Liga drei, um dem teilweise noch jungem Team mehr Erfahrungen zu verschaffen. „Stehen wir am Ende dieser Saison auf Platz eins, werden wir auch aufsteigen“, versprach der 1. Vorsitzende Rudolf Fraune im Frühjahr.

Nur fünf Wochen Vorbereitung

Seitdem ist viel passiert, und auch die Delbrücker mussten ihre Pläne der veränderten Lage anpassen. „Oben mitspielen“, lautet das revidierte Saisonziel. Auf den ersten Blick ein Schritt zurück, auf den zweiten die logische und realistische Folgerung der Probleme, die wohl jeder Verein bekommen hat. „Statt wie sonst acht, neun Wochen Vorbereitungszeit hatten wir vor dieser Spielzeit fünf Wochen mit teilweise weniger Einheiten, weil nicht immer Hallenzeit zur Verfügung stand. Was sich bei unseren Gegnern seit der vorigen Saison getan hat, kann ich fast gar nicht einschätzen“, sagt Cheftrainer Uli Kussin. „Wir hatten auch nur ein richtiges Testspiel gegen den VfL Lintorf. Ich vermag auch nicht zu sagen, ob die neue Serie so ablaufen wird wie geplant. Die Umstände bei den Spielen sind durch die Hygieneregeln andere. Da sind sehr viele Fragezeichen. Es ist eine komplett ungewohnte Situation.“ Deswegen sei seine Mannschaft auch noch nicht auf dem Leistungslevel von vor sechs Monaten.

Erfahrung soll’s richten

Worauf Uli Kussin aber zählen kann, ist die Erfahrung aus etlichen Bundesligajahren, die sowohl DJK als auch einige Spieler aufweisen. „Deswegen mache ich mir gar keine Sorgen, dass wir plötzlich gegen den Abstieg kämpfen müssten. Platz vier oder fünf sollte immer drin sein. So weit lehne ich mich mal aus dem Fenster“, erklärt der Trainer. Schöner wäre natürlich, dass die DJK wieder um den Aufstieg mitkämpft.

Da hat der Spielplan aber gleich zu Beginn eine Standortbestimmung erster Güte eingebaut. „Gut möglich, dass wir nach den ersten beiden Spielen mit null Punkten dastehen“, meint Kussin. Beim Saisonauftakt empfangen die Delbrücker die TSV Giesen Grizzlys II, die nach einem Jahr Regionalliga wieder zurück in Liga drei sind und einen Kader vorweisen, in dem einige Spieler Zweitligaerfahrung aufweisen. Am zweiten Spieltag prallen dann die beiden Topteams der Vorsaison aufeinander: Am 19. September tritt die DJK in Lüneburg an. Vor Jahresfrist gab es dieses Duell gleich am ersten Spieltag. Delbrück verlor in Niedersachsen – ebenso wie beim Rückspiel – glatt mit 0:3. Spiel eins und zwei sind also schon richtungsweisend. Da ist es gut, dass Coach Kussin zum Start wohl alle Mann an Bord hat. Einzig der Einsatz von Maximilian Protte ist am Samstag offen.

Johannes Wunder neuer Libero

In dieser Saison nicht mehr dabei dabei sind Fabian Albrecht, Daniel Denk und Markus Lehmann. Für Libero Denk wurde in Johannes Wunder (FC Augustdorf) ein laut Kussin starker Nachfolger gefunden: „Er macht das schon sehr gut, hat ein gutes Spielverständnis.“ Wunder ist der einzige externe Neuzugang. Dazu kommen vier Youngster vom Oberligisten SG VoR Paderborn/DJK Delbrück, die für die Drittliga-Mannschaft der DJK ein Doppelspielrecht besitzen und dort zweimal die Woche mittrainieren. Das sind Matthias Richter (Libero), Andreas Duschik (Annahme/Außen), Finn Luca Heinemann (Zuspiel) und Luca Hasse (Diagonal). Diese vier gewannen im März zusammen mit Niklas Hinz und Finn von Soldenhoff die Westdeutschen U20-Meisterschaften und bilden die „neue Generation“ der DJK.

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