18-jähriger Sprinter setzt bei Jugend-DM in Heilbronn das LC-Glanzlicht
Orthmann glänzt mit Bronze

Paderborn (WB). Die Ausbeute des LC Paderborn bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften konnte sich sehen lassen. Wie bereits am Montag berichtet, ragte Sprinter Marvin Orthmann im Heilbronner Frankenstadion mit dem Gewinn der Bronzemedaille über die 100 Meter der U20 heraus.

Montag, 07.09.2020, 21:00 Uhr
Hindernisläuferin Finja Berenbrinker stürzte zweimal und musste verletzungsbedingt aussteigen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Die spät in der Saison gelegenen Titelkämpfe fanden Corona-bedingt ohne Zuschauer statt. Marvin Orthmann war mit der siebtbesten Vorleistung gemeldet und zog mit 10,78 Sekunden aus dem Halbfinale als drittschnellster U20-Sprinter ins Finale ein. Hier konnte er seine Bestleistung nochmals um eine Zehntelsekunde auf schnelle 10,63 Sekunden steigern und belohnte sich mit dem Bronzerang; nur 0,03 Sekunden hinter dem Zweitplatzierten. „Mit dem Wettkampf bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden! Das Halbfinale lief gefühlsmäßig noch etwas holprig, aber danach wurde ich lockerer, habe mich der Situation angepasst und konnte das abrufen, woran wir im Training gearbeitet haben“, strahlte Orthmann. „Mit meiner neuen Bestzeit von 10,63 Sekunden bin ich sehr glücklich. Auch das Gefühl, zum ersten Mal eine Medaille auf nationaler Ebene zu ersprinten, ist schön! Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis der Meisterschaft sehr glücklich und kann zufrieden in die Saisonpause gehen“, resümierte das Sprint-Ass.

Trainingseindrücke umgesetzt

Auch Trainer Thomas Prange zeigte sich absolut zufrieden: „10,63 Sekunden sind für einen 18-Jährigen schon extrem stark. Solche Leistung hatte sich im Training bereits angedeutet. Wenn Athleten diese Eindrücke dann im DM-Finale umsetzen können, zeigt das ihre Qualität.“

Für Malin Bokel waren diese Deutschen Jugendmeisterschaften zugleich die letzten ihrer Karriere. Als Jahrgang 2001 gehört sie ab dem kommenden Jahr nicht mehr der Jugendklasse an. Ihr Vorhaben für Heilbronn war, diese Meisterschaften nochmal zu genießen und ihre Bestzeit über die 2000 Meter Hindernis zu steigern. Dies glückte der meisterschaftserfahrenen Athletin auch. Mit 7:18,98 Minuten steigerte Bokel ihre persönliche Bestmarke im Finale über die Hindernisse und belegte damit den beachtlichen achten Platz. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis meiner letzten Jugend-DM und freue mich, dass ich mein Ziel, Bestzeit zu laufen, erreicht habe“, freute sich die Athletin.

Kiara Nahen knapp über Bestzeit

Für Trainingskollegin Kiara Nahen ging es in der U20 über die 3000 Meter. Mit 10:01,19 Minuten blieb sie nur knapp über der Zehn-Minuten-Grenze und ihrer Bestleistung (9:58,41 min), womit sie einen soliden neunten Platz belegte. „Auch wenn es etwas ärgerlich ist, dass ich meine Bestzeit so knapp verpasst habe, bin ich mit meiner Leistung dennoch zufrieden“, merkte Nahen nach dem Wettkampf an.

Finja Berenbrinker stürzt zweimal

Für Finja Berenbrinker liefen ihre ersten Deutschen Jugendmeisterschaften nicht ganz wie geplant. In ihrem erst dritten 2000 Meter-Hindernisrennen überhaupt stürzte die starke, auf Rang fünf gesetzte U18-Nachwuchsathletin gleich zweimal und musste schmerzbedingt aus dem Rennen aussteigen. „Ich nehme den Wettkampf als Erfahrung mit. Im Leistungssport gibt es eben Höhen und Tiefen. Ich stehe gerade erst am Anfang und muss noch vieles lernen – dazu gehört eben auch der Umgang mit Niederlagen“, reflektierte die U18-Athletin tapfer.

„Ungewöhnlicher Saisonabschluss“

Paderborns Lauftrainer Tim Rabe zog ein positives Fazit: „Insgesamt war es für uns ein ungewöhnlicher Abschluss einer außergewöhnlichen Saison. Vom Fiebermessen am Eingang über Maskenpflicht bis hin zu einem leeren Stadion ohne Zuschauer gab es eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, auf die es sich einzustellen galt.“ Alle hätten aus der Situation das Beste gemacht. „Nun gilt es, ein paar Wochen durchzuatmen und mit neue Zielen in den Herbst und die Hallensaison zu starten.“

Insgesamt räumte die westfälische Delegation in Heilbronn elf Goldmedaillen sowie sechsmal Silber und Bronze ab. solch eine stolze DM-Bilanz hatte es für den FLVW in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

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