Leichtathletik: Simon Büthe meisiert beim Stabhochsprung-Meeting 4,10 Meter
„In Vaterstätten ist alles möglich“

Paderborn (WB/jm). Simon Büthe (17), Zehnkampf-Talent des LC Paderborn , hat beim Stabhochsprungwettkampf der LG Olympia Dortmund mit 4,10 Meter den dritten Platz geholt.

Mittwoch, 12.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:02 Uhr
Zufrieden mit der Standortbestimmung in Dortmund: Simon Büthe (rechts) und sein Trainer Wladimir Diesendorf.

In der Folge riss er wohl dreimal die 4,20 Meter, seine bisherige Bestleistung aus dem Februar, doch Büthes erfahrener Trainer Wladimir Diesendorf sah, was er sehen wollte. „Simon hat gezeigt, dass er bereit ist zu liefern!“ Schließlich meisterte der Athlet eine nicht ganz ungefährliche Situation. Bei der Anfangshöhe von 3,80 Meter zerbrach der Stab in drei Teile. „Er hat einfach einen neuen Stab in die Hand genommen, ist angelaufen und sauber drübersprungen. Das ist eine Leistung, das ist mentale Stärke!“, lobt Diesendorf.

DM steigt vom 21. bis 23. August

Büthes Saisonhöhepunkt steigt vom 21. bis 23. August im bayrischen Vaterstetten: die Deutschen U18-Mehrkampfmeisterschaften. Der Paderborner gilt als Mitfavorit auf den Titel, hatte er bei der Hallen-Mehrkampf-DM Anfang Februar in Leverkusen doch mit 4879 Punkten den Vizetitel in der U18 geholt; nach zwischenzeitlicher Führung. Vaterstetten wird auch gerne als das „Mekka der Mehrkämpfer“ tituliert. Die Corona-Krise hat zur Folge, dass sich dort die besten Mehrkämpfer der Nation tummeln werden, weil es einfach keine anderen Zehn- oder Siebenkämpfe gibt, bei denen sie starten könnten. Das Ebersberger Landratsamt hat das Hygienekonzept dort geprüft und befürwortet. Bei der Premiere 1993 weilten dort mehr als 6000 Zuschauer im Stadion – diesmal sind keine zugelassen.

In der Corona-Zeit hat Simon Büthe wohl viel trainiert im Ahorn-Sportpark, doch Dortmund war die erste Standortüberprüfung seit Monaten. „Eigentlich sollte ein Mehrkämpfer vor einem Zehnkampf drei bis vier Wettkämpfe bestreiten. Mindestens“, erklärt Wladimir Diesendorf. Und Büthe meint denn auch etwas skeptisch: „Mir fehlen die Wettkampferfahrungen. Ich weiß nicht so recht, wo ich stehe. Aber das geht ja allen anderen auch so. Ich versuche, mich im Training so gut es geht mental in eine Wettkampfstimmung zu versetzen.“

Trainer Diesendorf ist begeistert

Wladimir Diesendorf hat in der Vergangenheit Asse wie Julien Gehring, Marvin Gregor oder An-dre Karasch unter seinen Fittichen gehabt. Dieses Trio war 2012 Deutscher Mannschaftsmeister der Alterklasse U20 im Zehnkampf geworden. Der Diplom-Sportlehrer und A-Lizenz-Trainer schwärmt über Büthe: „Er ist ein toller junger Athlet, der im Winter bewiesen hat, dass er immer für Überraschungen auf der deutschen Mehrkampf-Nachwuchsbühne gut ist.“ Diesendorf blickt schmunzelnd zurück: „Noch vor drei Jahren hatte er beim Weitsprung Probleme mit dem Anlauf, der Hürdenlauf ging gar nicht, und Stabhochspung war Neuland für ihn.“ Hochsprung, das sei von Anfang an Büthes Stärke gewesen. Und natürlich sein ausgeprägter Ehrgeiz. „Simon hat eine tolle Entwicklung hingelegt. Heute ist er frei von Verletzungen, hat keine echte Schwäche in allen Zehnkampfdisziplinen und ist ungemein trainingsfleißig.“

„Traue mir 4,50 Meter zu“

Auch außerhalb des Vereinssports sind Diesendorf und Büthe ein funktionierendes Gespann. An der Friedrich-Spee-Gesamtschule unterstützt der Schüler den Lehrer (Sport und Biologie) in der Leichtathletik-AG als Helfer. Diesendorf glaubt an seinen Schützling: „In Vaterstätten ist alles möglich!“ Der Wettkampf in Dortmund hat Simon Büthe jedenfalls ein bisschen Sicherheit geschenkt. „Das war okay für den Einstieg. Da geht was. Mit einem längeren Stab sollten im Stabhochsprung auf jeden Fall 4,20 Meter drin sein. Auch 4,50 Meter traue ich mir zu.“

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