Interview mit dem Vorsitzenden des Radsportbezirks OWL Detlef Wittenbreder vom RSV Gütersloh
„Das Radfahren gewinnt wieder an Bedeutung“

Paderborn  (WB/man). Seit November 2019 ist der 51-jährige Detlef Wittenbreder Vorsitzender des Radsportbezirks OWL. Vor dem Umzug mit der Familie nach Verl war der Unternehmer, der in Elverdissen eine Möbelfirma mit gut 100 Mitarbeitern betreibt, Geschäftsführer des RC Endspurt Herford. Seit einem Jahr ist Wittenbreder, selbst ein begeisterter RTF-Fahrer, Mitglied im RSV Gütersloh.

Mittwoch, 08.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 08:50 Uhr
Führungswechsel: Seit einem halben Jahr steht Detlef Wittenbreder (rechts) anstelle von Bernd Potthoff (links) an der Spitze des Radsportbezirksverbandes OWL.

 

Fußball wird wieder mit Körperkontakt gespielt. Das Hygienekonzept des BDR sah zuletzt einen Abstand von zwei Metern zur Seite und 30 Metern nach hinten vor. Das verhindert doch Radsport, oder?

Wittenbreder: Dieses Hygienekonzept ist überholt. Das neue Konzept sieht einen Abstand von 1,5 Meter nach hinten vor. Gruppenfahrten bis zu 29 Leute sind erlaubt. Das ist mit viel Augenmerk gemacht worden. Für das alte Konzept hätte man sich das Papier sparen können. Die Auflagen konnte kein Verein erfüllen.

 

Eine RTF ist angesichts des Windschattenverbots und einer Abstandsregelung von 50 Meter praktisch undurchführbar. Ist in diesem Jahr noch mit Radrennen oder RTF´s zu rechnen?

WITTENBREDER: Bis zum 31. August sind Großveranstaltungen untersagt, und alles ist tabu. Ab September kann ich mir RTF´s mit Blockstart vorstellen. Bis dahin möchten wir die permanenten Radtouristikfahrten stärken. Insbesondere in OWL pushen wir sie und erzielen tolle Erfolge. Die Aktion stößt auf große Resonanz, die Radsportler fahren nicht nur ihre Hausstrecke. National gesehen sind die EuroEyes-Cyclassics in Hamburg für den 3. Oktober geplant.

 

Alternativ sollte eine Serie von Zeitfahren die ausgefallenen Rennen ersetzen und den Radsportlern ermöglichen, in den Wettkampfbetrieb zurückzukehren. Wie ist das Konzept des Landesverbandes NRW angenommen worden?

WITTENBREDER: Leider konnten wir keine zusätzlichen Veranstalter motivieren. Es bleibt also bei den NRW-Meisterschaften in Köln-Longerich. Dass ist sehr schade, denn die Trainingsform vieler Radsportler ist sehr gut und sie können sie nicht unter Beweis stellen. Ich weiß von ganz vielen, dass sie in der Corona-Krise doppelt so viel trainiert haben als sonst. Ich selber habe mein Auto verkauft und fahre die 36 Kilometer zur Arbeit mit dem Fahrrad hin und zurück. Ich hoffe, dass zumindest der Silvestercross in Herford stattfinden kann und wir danach wieder relativ normal starten können.

Noch keine Rückmeldung

 

Lässt sich schon jetzt abschätzen wie groß der Schaden durch die Corona- Krise für die Vereine und die Veranstaltungsszene im Rennsport und Breitensportbereich ist?

WITTENBREDER: Ich habe von den Vereinen noch keine Rückmeldung, aber ich glaube, wir kommen mit einem blauen Auge davon. Da bei den meisten Klubs die Fixkosten relativ gering sind, gehe ich von keinem größeren finanziellen Schaden aus. Ich weiß aber, dass sich einige durch ihre RTF finanzieren. Dies fällt jetzt weg. Ich sehe in der Corona-Krise aber auch eine langfristige Chance für die Vereine. Das Radfahren gewinnt wieder mehr an Bedeutung. In einigen Vereinen steigen deshalb die Mitgliederzahlen. Aber natürlich gibt es auch Austritte.

 

Bei ihrem Amtsantritt haben sie erklärt, auch ein NRW-Amt anzustreben. Wie stehen die Chancen?

WITTENBREDER: Die Chancen stehen gut. Ich möchte die Region OWL wieder stärker beim Landesverband vertreten. Viele OWL-Klubs haben den Eindruck, in NRW nicht richtig wahrgenommen zu werden. Bei uns funktioniert alles sehr gut und sehr harmonisch.

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