Sieben-Kontinente-Lauf: Spendenlauf für Afrika aktiviert 5000 Teilnehmer
7CRun begeistert mehrheitlich Frauen

Paderborn (WB/jm). Wer ein Mal auf dem Äquator die Erde umrunden möchte, muss dafür eine Strecke von 40.070 Kilometer zurücklegen. Die Teilnehmer am virtuellen 7CRun , dem in Paderborn geborenen Sieben-Kontinente-Lauf, knackten am Donnerstag, dem sechsten Tag der Veranstaltung, diese Marke.

Montag, 06.07.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 10:20 Uhr
Führende in der Einzelwertung: Ultraläuferin Tanja Braun legte für Afrika insgesamt 252,84 Kilometer zurück. Sie überquert im August die Alpen.

Laufend Gutes tun. Letztlich sollte sich der Bewegungsdrang der etwa 5000 angemeldeten Aktiven in der ersten Serien-Etappe „Afrika“ sogar auf knapp 100.000 Kilometer addieren. Der erste Spenden-Zwischenstand sah bis Montagnachmittag vorläufig knapp 4000 Euro für die drei vom Veranstalter auserkorenen Hilfsprojekte Go for Ghana, Neven-Subotic-Stiftung und Free to Run.

Kilometer zählten für die Wertung mehr als Zeit. Ideengeber und Mitorganisator Jan Braun, begeisterter Läufer und Triathlet, wählte für seine Premiere das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Da die Sieben seine Glückszahl ist, radelte er möglichst täglich 77,7 Kilometer. Als Dreier-Team zusammen mit Claudia Maria Henneken und Tanja Braun, der mit 253 erlaufenen Kilometern Führenden in der Einzelwertung, möchte er zum 7CRun gerne mindestens 10.000 Kilometer beisteuern. „Das kriegen wir auch hin“, orakelt Braun, dem nach 525 Radkilometern im Gelände mit 5500 Höhenmetern zeitweise „die Beine brannten“, sich aber genauso „unglaublich gut“ fühlte. „Das waren inspirierende neun Tage.“ Für ihn wäre es ein Traum, wenn sich für dieses Projekt noch Sponsoren finden würden, die pro Kilometer einen Euro für den guten Zweck spenden.

50 Skrunning-Marathons

Claudia Maria Henneken, Sportwartin des SSC Köln, hatte sich 2017 bei der RTL-Show „Ninja Warrior Germany“ dem Fernsehpublikum präsentiert. 2019 wurde sie bei den Speedskating-Weltmeisterschaften in Barcelona Weltmeisterin ihrer Altersklasse Ü30. Sie absolvierte jeden Tag einen Skrunning-Marathon. Meint: erst ein Halbmarathon auf Skates, direkt im Anschluss diese Distanz nochmal laufend. Insgesamt 50 Skrunning-Marathons sollen es so letzlich werden.

Für Extremläuferin Tanja Braun, die es mit Mahatma Gandhi hält („Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“), war der erste 7CRun eine perfekte Vorbereitung. Schließlich möchte sie im August zu Fuß die Alpen überqueren: 300 Kilometer samt etwa 16.500 Höhenmetern. „Ich zeige mit meinen Läufen, dass wirklich alles möglich ist, wenn man an sich, seine Träume und Visionen glaubt“, sagt sie. „Diese Welt braucht mehr weibliche Vorbilder und mehr weibliche Führung.“ Dafür ging der erste 7CRun als prima Vorbild durch. „Stark! Wir haben einen Frauenanteil von mehr als 60 Prozent“, freut sich Jan Braun. „Und zwar total motivierte Frauen.“

Närrische 111,11 Kilometer

Karl-Josef Dübel, wohl ein Freund des Karnevals, lief für Afrika närrische 111,11 Kilometer. Andreas Wagner stellte für sich fest: „100 Kilometer in neun Tagen – so viel bin ich noch nie in dieser kurzen Zeitspanne gelaufen. Wahnsinn!“ Identische Gefühle überwogen bei Marion Stute nach 241 MTB-, 30 Wander- und sechs Laufkilometern. Conny Wolffs Erinnerungen nach einem Fahrradsturz: Schürfwunden an Händen und Knöchel. Und Daniela Altmayer steuerte 52 Pilger-Kilometer auf dem linksrheinischen Jacobsweg bei.

Die Polizei NRW Paderborn hat sonst traditionell beim Osterlauf ein Team am Start und wich nach dessen Absage diesmal auf den 7CRun aus. Kriminaloberkommissarin und Laufbotschafterin Laura Stuhldreyer: „Der Spaß steht im Vordergrund. Dazu kommt aber auch der Gedanke, Gutes zu tun und als Polizei zu zeigen, dass wir uns einsetzen.“

Teampower begeistert Jan Braun

Jan Braun zeigt sich begeistert vom Teampower. Da der Hermannslauf ausgefallen war, scharte Jens Hiermayr also das Team Hermannsläufer um sich. Den 37 Aktiven bot sich mit dem 7CRun „die Gelegenheit, über Vereinsgrenzen hinweg zu zeigen, dass die Laufcommunity in OWL auch in Krisenzeiten so stark wie nie ist, zusammenhält und bereit ist, etwas zurückzugeben“, so Hiermayr.

Auch wenn die internationale Beteiligung ziemlich überschaubar war und es auf der Website mitunter etwas hakte, zeigt sich Jan Braun mit dem Verlauf des ersten Kontinente-Laufes super zufrieden. „Die Resonanz war mega-positiv. Wir haben was Tolles auf die Beine gestellt. Und ich bin sicher, dass die Geschichte von Mal zu Mal wachsen wird. Die Leute identifizieren sich mit unserem Projekt! Alle beflügeln sich gegenseitig.“ Ganz nach dem afrikanischen Sprichwort: „Viele kleine Leute, die an vielen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Am 25. Juli geht’s weiter

Der nächste virtuelle Kontinentlauf vom 25. Juli bis 2. August, angelehnt an Libori, ist Europa gewidmet. Damit in den freien Wochen zwischen den einzelnen 7CRuns die Laufbegeisterung nicht abebbt, hat Jan Braun noch was ausbaldowert: „Dieses quasi Warm-up für unseren 7CRun loben wir als World-Run-Serie aus. Auch für diese 365-tägige Sonderserie können Kilometer gesammelt werden. Hinterher winkt eine eigene Jahreswertung mit Siegerehrung mit richtig starken Preisen.“ Die Nachfrage sei jetzt schon extrem. „Keiner will ja in ein Loch fallen“, schmunzelt Braun. Offizieller Startschuss: Donnerstag.

Inzwischen stehen die Veranstalter in Kontakt mit OWL-Marketing. Nachdem klar ist, dass der Run & Roll Day in Bielefeld ausfällt, wird dort an einer virtuellen Variante gearbeitet. Nachbarschaftshilfe könnte aus Paderborn kommen. Jan Braun: „Wir haben ein stimmiges Gesamtpaket und entwickeln gerade ein Konzeptpapier, um unsere Plattform, unser Knowhow bundesweit anderen Laufveranstaltern anzubieten.“ So soll auch der 5. Paderborner Martinslauf am 6. November garantiert stattfinden. Mehr Infos im Internet: www.7crun.com

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7482826?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352966%2F2514646%2F
Hummels genügen zwei Chancen gegen chancenlose Arminen
Mats Hummels (rechts) hebt ab, köpft und trfft zum 2:0 - die Vorentscheidung in der Schüco-Arena. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker