Baseball-Bundesliga: Untouchables müssen sich bis zum 15. Juli erklären
„Geisterspiele kontraproduktiv“

Paderborn (WB/jm). Der Spielbetrieb in der 1. Baseball-Bundesliga bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Das ist nach Videokonferenzen des DBV mit den Landesverbänden und Vereinen beschlossen worden.

Mittwoch, 10.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 05:01 Uhr
Vor den Untouchables (hier Catcher Maurice Bendrien) liegt keine „normale“ Saison. Bis zum 15. Juli müssen sich die Baseball-Bundesligisten erklären, ob sie mit oder ohne Zuschauer spielen wollen. Foto: Jörg Manthey

Angesichts der bis mindestens zum 29. Juni weiter geltenden Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote sei eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs derzeit nicht absehbar, heißt es. Geregeltes Training ist mit Auflagen bereits überall möglich, auch bei den Untouchables Paderborn, deren Punktrunde eigentlich im April hätte beginnen sollen. „Es ist alles ein bisschen gewöhnungsbedürftig, doch die Abläufe verfestigen sich langsam“, erzählt Chefcoach Jendrick Speer. Alle sind froh über die Rückkehr aufs Feld, doch fest steht: „Es wird keine normale Saison geben, das ist klar.“

Kein Auf- und kein Abstieg

Der Ausschuss für Wettkampfsport (AfW) hat beschlossen, dass der Auf- und Abstieg in den DBV-Ligen für diese Saison ausgesetzt wird. Alle für 2020 gemeldeten Teams dürfen sich auch im kommenden Jahr für die jeweilige Liga anmelden. Die Vereine erhalten bis zum 15. Juli die Möglichkeit, sich kostenfrei vom Spielbetrieb für die Saison 2020 zurückzuziehen, behalten jedoch ihre sportliche Qualifikation für den Spielbetrieb in der Saison 2021. Vereine, die nicht zurückziehen, sollen bis zum 15. Juli verbindlich erklären, ob sie bereit sind, einen Spielbetrieb ohne Zuschauer durchzuführen. Spricht sich eine Mehrheit für den Spielbetrieb mit Zuschauern aus, wird die Saison nur durchgeführt, wenn aufgrund der behördlichen Bestimmungen auch Besucher zu den Spielen zugelassen werden dürfen. Spricht sich eine Mehrheit für den Spielbetrieb ohne Fans aus, erhalten jene Vereine, die sich für die Option „Spielbetrieb nur unter Zulassung von Zuschauern“ ausgesprochen haben, nochmals die Gelegenheit, kostenfrei zurückzuziehen.

Saisonende spätestens Ende Oktober

Der Spielmodus wird festgelegt, sobald klar ist, wie viele Vereine teilnehmen und wann die Spielzeit gemäß den behördlichen Vorgaben gestartet werden kann. Angesichts der allgemeinen Witterungsbedingungen in Deutschland soll eine Saison in den DBV-Ligen spätestens am Wochenende 24./25. Oktober enden.

„Wir wollen nichts überstürzen und schauen von Woche zu Woche. Es ist alles noch ein bisschen undurchsichtig. Es gibt verschiedene Szenarien mit jeweils angepasstem Modus“, meint Speer, der die U’s bei der jüngsten Videokonferenz vertrat. Rein vom Sportlichen her würde er natürlich zu gerne spielen – mit leibhaftiger Kulisse. „Nur so können die Athleten sich weiterentwickeln. Nur so können wir Menschen für den Baseball begeistern. Da wären Geisterspiele kontraproduktiv.“

Die Untouchables haben noch keine Vorstandssitzung zur Meinungsfindung terminiert. „Das ist ein komplexes Thema. Wir sind gerade erst dabei, den Sportbetrieb hochzufahren, und werden noch etwas Zeit verstreichen lassen“, erklärt Klubchef Jens Uwe Diedam zurückhaltend. „Wir wollen erst noch weitere Erfahrungen sammeln. Die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten steht ganz klar im Vordergrund.“

Diedam befürchtet „Riesen-Rattenschwanz“

Natürlich würde Diedam genauso eine traditionelle Meisterschaft mit allem Pi-Pa-Po bevorzugen. Jedoch: „Meine persönliche Meinung ist: Es wird wohl nur um die goldene Ananas gehen. Was bringt uns da der Aufwand, auch finanziell, nach Berlin zu fahren und dort schnelle Punkte zu holen? Da absolviere ich lieber drei Begegnungen gegen Bonn, das bringt uns mehr.“ Diedam schätzt einen Punktspielbetrieb mit Zuschauern „arg kritisch“ ein. „Das zieht einen Riesen-Rattenschwanz nach sich. Der Aufwand, das Hygienekonzept zu kontrollieren, ist enorm. Und wir müssen das Ganze ehrenamtlich stemmen. Das ist mit Fußball nicht vergleichbar.“ Aktuell wolle der Untouchables-Vorstand die Geschichte noch „ein bisschen aussitzen, um dann „kluge Entscheidungen zu treffen.“

Grundsätzlich sieht Jendrick Speer seine Untouchables für jedes Szenario gut gewappnet; im Gegensatz zu anderen Vereinen. „Wir sind anders aufgestellt als andere Klubs und können problemlos ohne Ausländer spielen. Manche müssen einen hohen finanziellen Aufwand betreiben, um überhaupt einen Spielbetrieb möglich zu machen.“ Zudem brennen sie im Ahorn-Ballpark darauf, ihr neues Schmuckstück der Öffentlichkeit zu präsentieren. Diedam: „Wir sind stolz darauf, die beste Baseball-Flutlichtanlage in Deutschland zu haben. Das ist wegen Corona ein bisschen untergegangen.“

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