Freiwilligendienstleistende aus dem Sport nutzen freie Zeit zum Helfen
Mit Abstand zusammenhalten

Paderborn (WB). Die Pandemie hat den Alltag vieler Menschen verändert. Auch die Freiwilligendienstleistenden im Sport (FSJler) im Kreis Paderborn haben das zu spüren bekommen.

Donnerstag, 04.06.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 08:04 Uhr
Die engagierten Freiwilligendienstleistenden im Paderborner Sport engagieren sich tatkräftig während der Corona-Pandemie und zaubern viele lächelnde Gesichter. Foto-Collage: Kreissportbund Paderborn

Sporthallen und -plätze waren gesperrt, der Trainingsbetrieb in den Vereinen ruhte, die Schulen und Kitas blieben geschlossen. Mithin gab es nur noch wenig Arbeitsmöglichkeiten für die Engagierten. Die Zeit zu Hause zu verbringen und nichts zu tun, war für viele der Jugendlichen unvorstellbar. Deshalb haben sich die FSJler des Kreises Paderborn, welche vom Kreissportbund Paderborn koordiniert und betreut werden, Gedanken gemacht, über den Sport hinaus anderen Menschen zu helfen. Entstanden ist die Kampagne „FSJler gegen Corona“.

Lebensmittel sortiert und eingetütet

„Es ist schön zu wissen, dass wir mit unserer Aktion anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnten. In diesen Tagen ist Solidarität wichtiger denn je. Bevor wir alleine in unseren Zimmern hocken, helfen wir lieber da, wo Hilfe benötigt wird“, erzählen Kerstin Kamp und Evelyn Vogel, FSJlerinnen vom Stadtsportverband Delbrück, nachdem sie im Delbrücker Füllhorn Lebensmittel sortiert, eingetütet und ausgegeben haben.

Julia Klerks, die ihr FSJ beim Stadtsportverband Paderborn absolviert, tauschte ihre ruhenden inklusiven Sportgruppen kurzerhand gegen die Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes. So bestimmten Tätigkeiten rund um die Blutspende ihren neuen Arbeitsalltag.

1500 Schutzmasken genäht

Auch das Anfertigen des notwendigen Mund-Nasen-Schutzes war eine Aktion der Kampagne. Laura und Mara, engagierte Freiwilligendienstleistende des TSV 1887 Schloß Neuhaus, nähten beispielsweise Masken für mehr als 1500 Vereinsmitglieder.

Eine besondere Aufgabe wartete in einem Altenheim in Borchen. Aufgrund der Pandemie konnten einige Arbeiten im Außenbereich nicht wie geplant durchgeführt werden. Um den Hausmeister bei diesen Arbeiten zu unterstützen, haben sich sieben FSJler zwei Tage lang mit Unkraut jäten, Blumen pflanzen und Streichen beschäftigt. „Bevor wir die ganze Zeit zu Hause sitzen und nichts tun, können wir die Zeit lieber so nutzen, dass andere davon profitieren können. Auch wenn diese Aufgaben so gut wie gar nichts mit unseren eigentlichen Tätigkeiten zu tun haben, macht es Spaß“, berichteten Till Berg und Luis Ortmann, zwei der FSJler vor Ort.

Kieselsteine mit Logo von TuRa Elsen

Um den Kindern den Spaß an Bewegung, Spiel und Sport nicht ganz entkommen zu lassen, entwickelten die freiwillig Engagierten sportliche Aufgaben für zu Hause. Jacky vom TSV Bösingfeld (Kreis Lippe) brachte die Sportstunden mithilfe von Videos direkt in die Kinderzimmer. Den Bewegungsgedanken fasste auch Celine von der TuRa Elsen auf und bemalte kurzerhand viele kleine Kieselsteine mit dem Vereinslogo. „Die Idee ist es, das Fahrradfahren, Spazieren- oder Laufengehen mit den Eltern spannender zu gestalten. Auf jedes Kind, welches einen unserer Kiesel findet, wartet ein kleines Geschenk“, berichtet sie. Die Kieselsteine sind rund um Elsen versteckt und warten auf ihre Finder.

„Die Bereitschaft der Jugendlichen, sich auch außerhalb des Sports zu engagieren, war sofort da. In wöchentlichen Videokonferenzen wurde das Vorgehen geplant. Jedes einzelne Projekt ist dabei von den Jugendlichen eigenständig ins Leben gerufen worden. Auch wenn wir unsere Leidenschaft, dem Sport, momentan nur schwer nachgehen können, zeigt unsere Kampagne: Trotz Abstand halten wir zusammen, und das auch über den Sport hinaus“, resümiert Lukas Schäfers, hauptamtlicher Mitarbeiter des Kreissportbundes Paderborn.

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