BC Phönix Hövelhof ist zurück im Trainingsbetrieb. Konzept imponiert auch dem DBV
Ein mustergültiger Wiedereinstieg

Hövelhof (WB). Mit dem vierten Platz in der Abschlusstabelle der eine Partie vor dem eigentlichen Ende abgebrochenen Saison hat der BC Phönix Hövelhof sein bislang bestes Ergebnis in der Regionalliga West erspielt. Der nach dem Abstieg des SC BW Ostenland vorerst wieder einzige heimische Drittligist liefert aber auch im Duell mit einem Gegner namens Covid-19 überzeugende Leistungen ab. Mehr noch: Das Konzept, mit dem die Hövelhofer vor zwei Wochen wieder ins Training eingestiegen sind, wird nicht nur von der Gemeinde Hövelhof, sondern auch vom Deutschen Badminton-Verband als mustergültig erachtet.

Freitag, 29.05.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 11:00 Uhr
Eine Rückkehr mit Abstand: Vom gewohnten Trainingsalltag sind die Spielerinnen und Spieler des BC Phönix noch weit entfernt. Es darf nur Einzel gespielt werden. Jeder Akteur hat mit einem Handtuch seinen eigenen Pausen-Platz markiert. Foto: BC Phönix Hövelhof

Jüngster Beleg dafür ist die Tatsache, dass Sportwart Martin Brameyer dazu eingeladen wurde, in einer auf die DBV-Lehr-/Lernplattform Racketmind hochgeladenen Zoom-Konferenz von seinen Erfahrungen zu berichten. Den Ausführungen des Phönix-Trainers hörten Chef-Bundestrainer Detlef Poste, Holger Hasse (Geschäftsführer NRW-Landesverband) und Hannes Käsbauer, der Bundestrainer Lehre, ganz genau zu. Letztgenannter lobte die Hövelhofer für ihre „sehr fleißige und akribische Arbeit“. Worte, die Brameyer natürlich gerne vernimmt, aber einen ganz großen Teil der Anerkennung gibt er gleich an die 2. Vorsitzende seines Vereins weiter – Annika Colak. „Sie ist Betriebsärztin, als solche eine absolute Fachfrau im Bereich Hygiene und für uns in einer Situation wie dieser natürlich ein echter Glücksfall.“

Annika Colak ist ein echter Glücksfall für uns.

Martin Brameyer

Am 13. März war die Saison vom Landesverband für beendet erklärt worden. In Hövelhof hatte die Corona-Krise aufgrund eines frühen ersten Falles in einer Arztpraxis noch schneller Fahrt aufgenommen als anderswo. Auch die Mitglieder des BC Phönix mussten dann schnell davon ausgehen, nicht vor Ende Juni in den Trainingsbetrieb zurückkehren zu dürfen. Im Zuge der relativ positiven Entwicklung erarbeitete Colak zum 23. April aber eine erste Basis für einen schnelleren und doch angemessen behutsamen Wiedereinstieg. Bestehend aus einem Blick auf die sonst üblichen Trainingsbedingungen, die daraus jeweils resultierende Gefährdung, eine Risikobewertung und Schutzmaßnahmen, garniert mit acht präzise erstellten Konkretisierungen: Belegungsplan, Hygienetipps, Pausen-Platz, Regeln zum Trainingsbetrieb, Richtig Hände waschen, Selbsterklärung, Trainer-Checkliste und Zutrittsbeschränkung. „Wir haben das bis auf das letzte Detail heruntergebrochen. Es geht damit los, dass ständig alle Türen offen stehen, damit niemand eine Klinke anfassen muss, bis hin zum Spielfeld, wo es keine Netzduelle geben darf, damit der Zwei-Meter-Abstand gewahrt wird“, sagt Brameyer.

Nach Pfingsten dürfen auch die Allerjüngsten ran

Nach bestandener Generalprobe, die in Form eines Probetrainings erfolgreich über die Bühne ging, stellten die Verantwortlichen die Ampel auf Grün. Seitdem läuft’s. „Wir haben mit den Erwachsenen und Jugendlichen angefangen. Das hat von Beginn an wunderbar geklappt, so dass wir nach Pfingsten auch wieder mit den Allerjüngsten trainieren wollen“, sagt der Coach. Die Gemeinde hat den Phönix-Plan an die anderen Hövelhofer Vereine weitergegeben, der DBV hat ihn in seine neuesten Richtlinien „zum angepassten Badminton-Sporttreiben“ eingearbeitet. „Das ist eine schöne Geschichte und ein weiterer Beleg dafür, dass wir hier in den vergangenen Wochen einiges geschafft haben“, sagt Brameyer. Der freut sich, den Konkurrenten Corona offenbar bestmöglich im Griff zu haben – aber nicht nur darüber: „Ich habe mich gefragt, wie wir es schaffen können, dass das Training unter diesen ungewöhnlichen Umständen noch locker und freudvoll gestaltet werden kann, denn es soll ja auch weiterhin Spaß machen. Aber das hat ebenfalls funktioniert. Die anfänglichen Hemmungen und die erste Anspannung haben sich schnell gelegt.“

Nahezu nichts ist ausgeschlossen

Was bleibt, ist die Frage, wann und wie der Übergang vom Training in den Wettkampf gelingen kann. Doppel- und Mixed-Duelle, fester Bestandteil der Meisterschaftsspiele, sind weiter untersagt. Sollte das so bleiben, wird der für Ende August geplante Start in die neue Saison völlig anders vonstattengehen. Nahezu nichts ist ausgeschlossen. Es könnten Ligen zusammengefasst, es könnte aber sogar vereinsübergreifend gespielt werden. „Wir fahren zweigleisig. Einerseits haben wir die Hallenzeiten für unseren regulären Spielbetrieb gemeldet, andererseits die Mitglieder darüber informiert, dass es interessant sein könnte, am alternativen Spielbetrieb teilzunehmen“, so Brameyer.

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