Präsidium des FLVW folgt Empfehlung des Verbands-Fußball-Ausschusses „Bestmögliche und fairste Lösung“

Paderborn (WB). Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat dem Präsidium seine endgültige Empfehlung zur Wertung der Saison 2019/20 vorgelegt.

„Megastolz und glücklich“: Heides Trainer Markus Driller bejubelt den Aufstieg in die Landesliga.
„Megastolz und glücklich“: Heides Trainer Markus Driller bejubelt den Aufstieg in die Landesliga. Foto: Jörn Hannemann

Diese sieht wie berichtet einen Abbruch der aktuellen Spielzeit mit Aufsteigern und ohne Absteiger in den Amateurspielklassen von der Oberliga Westfalen bis zur Kreisliga D vor. Zur Berechnung der Aufsteiger hat der VFA ein Modell entwickelt, wonach sowohl der aktuelle Tabellenführer als auch der Hinrunden-Erste aufsteigen werden. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine Quotientenregelung. Das FLVW-Präsidium ist der Empfehlung einstimmig gefolgt. Jetzt muss ein außerordentlicher Verbandstag entscheiden.

Vier Landesligisten

Somit verdoppelt sich die Zahl der Landesligisten im Fußballkreis Paderborn in der kommenden Saison von zwei auf vier: Der SCV Neuenbeken als aktueller Primus der Bezirksligastaffel 3 und ebenso der SV Heide als Hinrundenmeister gesellen sich zum Hövelhofer SV und SuS Westenholz. „Ich bin ein Freund von fairen Lösungen. Lob an die Herren für die einzig richtige Entscheidung“, strahlt SCV-Trainer Marco Cirrincione. „Ein kleiner Dorfverein wie wir in der Landesliga, das ist außergewöhnlich. Ich freue mich für die Jungs. Sie haben viel investiert.“ Glückliche Gesichter auch beim SV Heide. Zum dritten Mal kehrt Heide in die Landesliga zurück. „Ich bin megastolz und glücklich und freue mich riesig für die Jungs“, frohlockt Trainer Markus Driller in Vorfreude vieler Derbys.

6641 Männer- und Frauen-Mannschaften

Präsident Gundolf Walaschewski spricht von einer salomonischen Regelung: „Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösung für den Großteil der Vereine gefasst. Die Empfehlung schöpft all unsere Möglichkeiten aus, um den Gegebenheiten in all unseren Staffeln gerecht zu werden. Es war keine leichte Aufgabe, schließlich reden wir hier von 6641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln.“

Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball, der den Prozess aktiv und Hand in Hand mit dem Verbands-Fußball-Ausschuss über die vergangenen Wochen mitgestaltet hatte: „Der Saisonabbruch ist der ausdrückliche Wunsch der Vereine, genau wie eine Wertung, um die bisher sportlich erbrachte Leistung zu würdigen. Wir haben es uns alles andere als leicht gemacht. Jetzt hoffen wir auf das Verständnis der Vereine; vor allem bei denjenigen, die in der nächsten Spielzeit einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg nehmen müssen“, so Schnieders. Einen Königsweg gab es nicht. Reinhold Spohn, Vorsitzender des Verbands-Fußball-Ausschusses: „Mit den zusätzlichen Aufstiegsplätzen sowie der Installation weiterer Bezirksliga- und Landesliga-Staffeln möchten wir den Vereinen unbedingt entgegenkommen. Unser Ziel war von vornherein, unter den gegebenen Umständen die fairste Lösung zu erarbeiten.“

Der VFA-Vorschlag, vom FLVW-Präsidium einstimmung angenommen: Die Saison 2019/20 wird abgebrochen. Die Aufsteiger der überkreislichen Spielklassen werden wie folgt ermittelt. Erstens: Die Vereine, die nach der aktuellen Tabelle auf dem ersten Tabellenplatz stehen, steigen in die nächsthöhere Spielklasse auf.

Zweitens: Sollten nach dem aktuellen Tabellenstand Mannschaften nicht die gleiche Anzahl an ausgetragenen Spielen haben, wird die Platzierung für einen möglichen Aufstiegsplatz durch eine Quotientenberechnung ermittelt. Es werden drei Nachkommastellen analog eines Hare-Niemeyer-Verfahrens zu Grunde gelegt: Punkte geteilt durch Anzahl der ausgetragenen Spiele. Bei Quotientengleichheit ist die Tordifferenz entscheidend. Sollte auch diese gleich sein, zählen die meist geschossenen Tore. Drittens: Sollte die ermittelte Mannschaft nicht mit dem Tabellenersten der Hinrunde übereinstimmen, steigt auch zusätzlich der Tabellenerste der Hinrunde mit auf. Viertens: Bei Verzicht oder Nichtzulassung eines Aufsteigers nimmt die nächstbeste aufstiegsbereite und zugelassene Mannschaft (Oberliga bis Tabellenplatz vier, Westfalen- bis Bezirksliga bis Tabellenplatz drei) der jeweiligen Staffeln deren Platz ein, bei den Frauen bis Tabellenplatz vier. Mithin steigt der SC Borchen in die Westfalenliga auf.

Drei Aufsteiger in die Bezirksliga

Ferner empfiehlt der Verbands-Fußball-Ausschuss, dass die spielleitenden Stellen der 29 FLVW-Kreise analog verfahren. Aus der Kreisliga in die Bezirksliga dürfen sich statt der vorgegebenen 1,5 Aufsteiger mit dem TuS Sennelager, SC RW Verne und TSV Wewer drei Teams freuen. Aus der Frauen-Kreisliga steigt die SG Hövelriege/ Stukenbrock in die Bezirksliga auf. Am Montag, 11. Mai, beraten die Kreisvorsitzenden gemeinsam mit dem Präsidium in der Ständigen Konferenz über die VFA-Empfehlung.

Anschließend wird ein außerordentlicher Verbandstag im Juni über den endgültigen Saisonabbruch mit der vorgeschlagenen Wertung abstimmen. Sollte der Empfehlungsbeschluss des VFA zum Tragen kommen, würde das für die überkreislichen Spielklassen der Männer folgende Situation darstellen – Oberliga: 20 Vereine (vorher 18), Westfalenliga: 33 Vereine (vorher 32), Landesliga: 76 Vereine (vorher 64), Bezirksliga: 223 Vereine (vorher 193).

In den überkreislichen Spielklassen der Junioren sind die Kriterien noch nicht finalisiert. Fest steht bislang nur der Aufstieg der A-Junioren der DJK Mastbruch in die Landesliga.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7398069?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352966%2F2514646%2F