Accent Baskets Salzkotten nehmen Wildcard nicht an. Felix Wenningkamp hört auf
Verzicht auf den Aufstieg in die 1. Regionalliga

Salzkotten (WB/jm). Die Accent Baskets Salzkotten werden auch in der kommenden Saison weiterhin in der 2. Basketball-Regionalliga auf Korbjagd gehen.

Mittwoch, 06.05.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 15:12 Uhr
Facebook-Fahndung nach Spielern statt Tryouts: Salzkottens Headcoach Stefan Schettke.

Dem „Vize“ der im März abgebrochenen Punktrunde war vom Verband wohl eine Wildcard angeboten worden, die neben Meister TuS 59 Hamm Stars zum Aufstieg berechtigt hätte, doch nach „gründlicher Überlegung“ votierte die Klubspitze gegen diese Offerte. „Wir sind stolz darauf, dass wir uns in der abgelaufenen Saison das Recht zum Aufstieg erkämpft haben. Das war unser erklärtes Saisonziel“, sagt der Sportliche Leiter Raimund „Rimmi“ Heggemann. „Einige wichtige Spieler verlassen den Kader. So müssen wir das Team mit Nachwuchsspielern aufstocken und neu aufbauen. Hierzu benötigen wir Zeit, um die jungen Talente an das Niveau der 1. Regionalliga heranzuführen. Um diese Herausforderung sinnvoll anzugehen, halten wir den Start in der 2. Regionalliga für die bessere Alternative.“

Zu viele Fragezeichen

Zumal die 1. Regionalliga „ein etliches Mehr“ an Investitionen einfordere. Die Accent Baskets hätten zwar in der Vergangenheit solide gewirtschaftet und sehen sich „wirtschaftlich gut aufgestellt“, wie Headcoach Stefan Schettke versichert, doch müsse für „oben“ mindestens ein Amerikaner verpflichtet werden. Und sowieso drohen eher Einbußen. „Es steht zu viel in den Sternen“, merkt Raimund Heggemann an. „Wir haben noch nicht mit allen Sponsoren gesprochen. Eine relative Treue ist wohl spürbar, aber die meisten sind zurzeit verständlicherweise mit sich selbst beschäftigt“.

Fest steht bereits, dass mit Felix Wenningkamp der routinierte Topscorer der Vorsaison aufhört. Nach 15 Jahren gibt der Flügelspieler nun beruflichen Ambitionen den Vorrang. „So starke local player wachsen in OWL nicht auf den Bäumen“, meint Stefan Schettke. Auch Hanno Kretschmann, Lennart Schinke (beide Studium) und Florian Tusek stehen bei den Accent Baskets vor dem Absprung. „Es ist einiges in der Schwebe. Kann sein, dass wir nur ein Drittel des Kaders halten können. Da wäre ein Aufstieg der falsche Weg. In der 2. Regionalliga ist es einfacher, Weichen zu stellen“, betont Schettke, der auch Fachwart für Lehr- und Trainerwesen im Basketballkreis Ostwestfalen ist.

„Die Leute müssen Bock haben“

Normalerweise veranstaltet der Basketball-Regionalligist Tryouts, um neue Spieler zu akquierieren. Angesichts der Corona-Krise wählt der Verein notgedrungen einen anderen Weg: Im Sozialen Netzwerk Facebook können sich „hochmotivierte und talentierte“ Interessierte sich per E-Mail bei der Sportlichen Leitung bewerben (bewerbung@tvs-basketball.de). Mit Nennung von Körpergröße, Gewicht, Position, der aktuelle Verein (Mannschaft und Liga) sowie Handynummer. „Die Leute müssen Bock haben. Das ist das A und O“, sagt Stefan Schettke.

Möglich, dass die Accent Baskets perspektivisch in einen Jungbrunnen fallen. Raimund Heggemann verweist darauf, dass Salzkotten in der nächsten Saison gleich mit drei Mannschaften (U16, U14, U12) auf WBV-Ebene vertreten ist. Bis es soweit ist, die nächste Generation in die „Erste“ einzugliedern, die wie Tom Wittmann oder Matthias Gravendyk die Jugendabteilung der Sälzer durchlaufen hat, ist noch ein bisschen Geduld vonnöten. Schettke: „Ein, zwei Jahre werden die kommenden Jungs brauchen. Körperlich und taktisch fehlt da noch was.“ Dass der Coach mit Youngstern umzugehen versteht, hatte er 2011 belegt, als er nach einem finalen 69:66-Triumph über Bamberg mit der U14 der Paderborn Baskets Deutscher Meister wurde.

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