Premiere des Spendenaktionslaufes findet weltweite Resonanz in 18 Nationen
„Antivirus“ für ein neues Wir

Paderborn (WB/jm). Alleinlaufend Gutes tun für die Gemeinschaft: Der Oster-Solo-Lauf als charmante und absolut erfüllende Alternative für den ausgefallenen 74. Paderborner Osterlauf hat alle Erwartungen gesprengt.

Montag, 13.04.2020, 16:19 Uhr aktualisiert: 13.04.2020, 16:22 Uhr
Auf alten Pilgerwegen sieben Kilometer für den guten Zweck am Laufen: Paderborns Bürgermeister Michael Dreier vor der Kreuzkapelle zur hilligen Seele in Borchen-Dörenhagen.

Die Gemeinschaftsaktion von SC Grün-Weiß Paderborn und Sparkasse Paderborn-Detmold sah von Karfreitag bis Ostermontag mehr als 10.000 angemeldete Läufer aus 18 Nationen . In Kanada, Australien, Japan, den USA oder Russland waren sie ebenfalls solidarisch für den guten Zweck unterwegs; global mental gemeinsam, in Zeiten von Kontakt- und Versammlungsverbot ein neues „Wir“ erschaffend.

Jan Braun findet’s „total irre“

Marketingleiter Jan Braun über die gehaltvolle Symbolik dieses etwas anderen Laufes: „Total irre. Wir sind förmlich überrollt worden. Es ist ein Riesenzusammenhalt spürbar. Dieser Lauf hat den Nerv der Läufer getroffen. Das Solo-Ding hat Zukunft.“ Er selbst absolvierte gleich fünf Allein-Läufe mit Streckenlängen zwischen fünf und 18 Kilometern und wurde dabei hin- und hergeschüttelt; mal von Wehmut, mal von Euphorie. „Tief im Inneren zu spüren, dass so viele Leute überall auf der Welt gleich fühlen, war für mich ein Effekt mit Nachhall.“ Braun zitierte den trefflichen Slogan des bekannten Paderborner Künstlers Herman („Alle laufen einsam, doch im Herzen gemeinsam“) und urteilte: „Genauso ist es. Und die Verbundenheit bleibt bestehen.“

Osterlauf-Botschafter wie eine große Familie

Grün-Weiß-Präsident Wolfgang Krenz, Träger des schwarzen Gürtels im Karate (4. Dan), suchte sich fünf Kilometer in der Detmolder Gegend aus. „Körperlich bin ich zurzeit nicht der Fitteste. Es ging da bergauf und bergab.“ Dass die Idee dieses Solo-Laufes in Kombination mit der Sparkasse Paderborn-Detmold dermaßen super ankam und solch eine Größenordnung bekam, beeindruckte ihn. „Dankeschön an alle, besonders an Jan und sein Team, die den Lauf mit viel Enthusiasmus promotet und ihre weitweiten Netzwerke aktiviert haben.“ Von Paderborn aus sei „ein Antivirus“ um den Globus geschickt worden, das eine Eigendynamik entwickelt habe. „Spannend! Es hat uns einiges an Renommee gerettet.“ Krenz’ Lob an die Macher: „Nach der Absage des Osterlaufes hat keiner im Team aufgesteckt und, ausgehend von einer zündenden Idee, aus einer ausweglosen Situation etwas gemacht. Vorbildlich.“ Jan Braun würdigte die Durchführung als „Teamgeschichte“. Und an die Adresse der 40 Osterlauf-Botschafter: „Das hat uns gelehrt, was Team ist und ausmacht. Wir sind wie eine große Familie. Dieser Lauf hat uns weiter zusammengeschweißt. Die internationalen Kontakte der Botschafter haben das Ding erst groß werden lassen. Sie haben Krawall im positivsten Sinne gemacht.“

Bürgermeister laufen mit

Die Politik half auch mit. Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, Marathon-erfahren, ließ es wegen Knieproblemen langsam angehen. Er probierte neue Laufschuhe aus und kam auf sieben Kilometer. Sein Salzkottener Amtskollege Ulrich Berger absolvierte seinen Lauf in Verlar und benötigte für 8,5 Kilometer in 50:13 Minuten. Christian Stork gönnte sich nach fünf, sechs Jahren Laufabstinenz ebenfalls mal wieder eine längere Strecke; inklusive Kinderwagen und Sohn. „Ich weiß schon, warum ich lieber Laufevents organisiere und nicht selber laufe“, kommentierte der Veranstaltungsleiter des Paderborner Osterlaufes schmunzelnd seine fünf Kilometer.

Sparkasse spendet 75.000 Euro für Obdachlose

Unter dem Strich blieb eine große Zufriedenheit. „Dieser Lauf war für viele Breitensportler eine Initialzündung, mal wieder die Schuhe zu schnüren“, freute sich Jan Braun über die geschürte Laufbegeisterung. Dank des fleißigen Einsatzes der Sportler spendet die Sparkasse Paderborn-Detmold zusätzlich zu ihren 50.000 Euro für Organisationen in der Region, die sich um die Belange von Obdachlosen kümmern und Lebensmittel für Bedürftige zur Verfügung stellen, weitere 25.000 Euro.

Um auf jeden Fall noch die 10.000-er Marke zu knacken, wurde die Möglichkeit des Teilnehmens – clever begründet mit der Zeitverschiebung auf dem Globus – kurzerhand bis Dienstagmorgen um 8 Uhr verlängert. Aber schon am Montag um 16.09 Uhr sollte das Vorhaben erreicht sein.

War dieser Oster-Solo-Lauf bloß eine Einmal-Geschichte, oder wird’s eine Neuauflage geben? „Nächstes Jahr findet auf jeden Fall wieder der richtige Osterlauf statt“, betont Grün-Weiß-Pressesprecher Thomas Lippe. „Angesichts des sensationellen Erfolges ist es aber überlegenswert, eine ähnliche Benefizaktion nochmal anzubieten. Da wäre es natürlich klasse, wenn die Sparkasse wieder als Partner mit im Boot ist. Sowas gilt es zunächst abzuklären.“ Infos und Ergebnisse im Netz: www.sparkassen-ostersololauf.de

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