Coronavirus vereitelt Elmar Sprinks Teilnahme am „Cape Epic“ in Südafrika
Im letzten Flieger zurück nach Hause

Paderborn (WB). Eigentlich wollte Elmar Sprink „nur“ an einem Mountinbikerennen in Südafrika teilnehmen. Das Vorhaben mutierte zu einem unfreiwillig aufregenden Trip, der damit endete, dass der Salzkottener kurz vor dem Lockdown mit einem der letzten Flieger aus dem abgeriegelten Südafrika zurück nach Deutschland durfte.

Donnerstag, 09.04.2020, 12:50 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 12:52 Uhr
Elmar Sprink und Peter Schermann in Südafrika. Das Coronavirus machte ihren Start beim „Cape Epic“ zunichte. Foto: Jens Voegele

Da Elmar Sprink seit mehr als siebeneinhalb Jahren herztransplantiert ist und 1967 das erste Herz in Kapstadt transplantiert wurde, hatte er sich das 50-jährige Jubiläum als Anlass genommen. Ziel seiner Reise, das „Cape Epic“. Dieses achttägige Etappenrennen wird auch als Tour de France im Mountainbiken bezeichnet und gilt als das härteste Rennen dieser Art. Das Epic kann nur mit einem Teampartner gestartet und beendet werden. 2017 hatte Sprink an dem Event schon einmal teilgenommen und gefinisht. Diesmaal wollte er als Team „Ergon Bike Ergonomics“ mit Peter Schermann (32) an den Start gehen, der 2017 einen Schlaganfall hatte und nun wieder im Profifeld bei Weltmeisterschaften mitfährt. „Sportlich gesehen wohl ein eher ungleiches Paar, dafür können unsere Krankheitsgeschichten anderen Menschen Mut machen“, so Sprink.

Als Vorbereitung startete das Duo Ende Februar auf den Trails rund um den Ort Stellenbosch bei einem Mountainbikerennen über 60 Kilometer und 1800 Höhenmeter. „Das lief für uns beide super“, sagte Sprink.

Corona zu Beginn der Reise nicht existent

Das Thema Corona sei zu Beginn der Reise nicht existent gewesen. Dies sollte sich gravierend ändern. Zwei Tage vor dem Start des Cape Epic wurde das Rennen abgesagt. Der südafrikanische Präsident verkündete im Fernsehen eine 21-tägige absolute Ausgangssperre. Das Land sollte komplett gesperrt werden, auch die Flughäfen.

Sprink gehört zur Risikogruppe

Da Sprink aufgrund seiner Herztransplantation zur Risikogruppe gehört, informierte er sich vor Ort über die medizinischen Gegebenheiten genau und kam zu dem Ergebnis, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Der geplanter Flug wurde per E-Mail dann einfach storniert – ein Plan B musste her. Elmar Sprink mühte sich zunächst um seine lebensnotwendigen Medikamente. „Bei Reisen habe ich immer einen Vorrat dabei, der reichte aber nicht für weitere vier bis fünf Wochen.“

Danach fahndete er Flügen und meldete sich für das Rückholprogramm der Bundesregierung an. Zunächst völlig erfolglos. „Wie durch ein Wunder habe ich dann einen Flug über Doha nach Berlin/Tegel gefunden. Der lag mit 385 Euro auch im normalen Preisrahmen. Preise bis zu 3000 Euro für einen Rückflug waren keine Seltenheit, so Sprink. Der Rückreise begann am 26. März in Kapstadt und endete 32 Stunden später in Köln. Aktuell befindet er sich in Salzkotten bei seinen Eltern. „In der Heimat ist es bekanntlich immer am Schönsten“, lächelt Sprink. „Ich nutze die Zeit, um mich weiter fit zu halten und hoffe wie alle Menschen, dass sich die Corona-Lage in ein paar Wochen etwas entspannt.“

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