Paderborn: Unparteiische wollen gefordert werden, müssen aber jederzeit Herr der Lage sein
Fußball mit viel Leidenschaft

Paderborn (WB). Die derzeitige Corona-Pandemie sorgt nicht nur bei vielen Paderborner Fußballvereinen und Spielern für Sorgen und Ungewissheit. Insbesondere auch für vier Schiedsrichter des FLVW-Kreises Paderborn steht in den Sternen, wie es mit ihren bisher erbrachten Leistungen in den geleiteten Spielen weitergeht.

Mittwoch, 08.04.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 07:14 Uhr
Nico Kleinegesse hofft auf ein Ende der Pause. Foto: Feldmann

Amelie Ellerkamp (25, SC Borchen), Janik Stork (23, SV 21 Büren) und Nico Kleinegesse (22, FC Westerloh-Lippling) sind in der aktuellen Spielzeit Mitglieder im „Team D“ – ein Kader für Schiedsrichter, die von der Bezirksliga in die Landesliga aufsteigen wollen.

Alle Talente stehen in sieben Bezirksligapartien unter Beobachtung

Alle talentierten Unparteiischen stehen in sieben Bezirksligapartien unter Beobachtung eines erfahrenen Schiedsrichters aus einem der anderen Kreise des FLVW. Sie haben die Aufgabe, mit dem Referee die Spielführung zu besprechen, positive und verbesserungswürdige Aspekte zu beleuchten, sowie Tipps für zukünftige Spiele zu vermitteln. Der Beobachter vergibt am Ende der 90 Minuten eine Note zwischen 5.0 und 10.0, die er in einem mehrseitigen Bewertungsbogen begründet.

Nach sieben Spielen ergibt sich so – auch unter Berücksichtigung der Team D-Schiris aus anderen FLVW-Kreisen – eine Abschlusstabelle. Je nach Bedarf in höheren Ligen entscheidet der Verbandsschiedsrichterausschuss, wie viele Kandidaten in die nächste höhere Liga, in diesem Fall die Landesliga, aufsteigen dürfen.

Die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund

Die drei Paderborner hoffen nun, dass ihre guten Leistungen aus der Hinrunde nicht völlig umsonst waren. Derzeit stehen die Referees nämlich erst bei vier oder fünf Spielen. Bis zum eigentlichen Saisonende im Mai 2020 würde normalerweise für alle Beteiligten noch die Austragung des einen oder anderen wichtigen Spiels anstehen, was derzeit allerdings unwahrscheinlich erscheint. So hofft zum Beispiel Janik Stork, dass dann die Noten aus den Beobachtungsspielen der Hinrunde zur Entscheidung über einen möglichen Aufstieg in die Landesliga herangezogen werden. Anders dagegen Nico Kleinegesse, der auf eine Fortsetzung der Spiele im Amateurbereich setzt. Jedoch steht auch hier grundsätzlich die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund.

In einer ähnlichen Situation wie seine Kollegen ist auch Simon Stute. Der 22-jährige Referee vom SC RW Verne kämpft nach seinem Landesliga-Aufstieg 2019 im Team C um den Aufstieg in die Westfalenliga. Das Prinzip ist gleich. Stutes vier Beobachtungen in der Hinrunde ließen allerdings noch Luft nach oben. Das lag jedoch nicht an schlechten Spielleitungen seinerseits, sondern eher am fairen Verhalten der beteiligten Mannschaften. So konnte er sich nur selten beweisen und wurde häufig mit der „Einstiegsnote“ 8.4 bewertet. Diese wird immer dann vergeben, wenn der Unparteiische wenig gefordert wurde und sich dabei keine großen Fehler erlaubte. In der Wertigkeit steigende Noten kann ein Schiedsrichter nur dann erreichen, wenn es schwierig zu bewertende Einzelszenen gab oder das gesamte Spiel beispielsweise am Rande der Legalität, also mit viel Leidenschaft und sehr emotional, geführt wurde, sodass der Unparteiische stark gefordert und trotzdem jederzeit Herr der Lage war. Deutliche Fehler des Referees führen vergleichsweise schnell zu Punktabzügen, sodass jeder Schiri froh ist, wenn die Spielweise der beiden Mannschaften ihn in 90 Minuten stetig fordert.

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